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Wenn Du mal nicht mehr weiter weißt, dann….

frage die crowd

erst am Sonntag haben wir diese crowd gefragt. Die crowd der wahlberechtigten Bundesbürger über 18 hat sich dafür entschieden den Neo Liberalismus auf die Strafbank zu schicken. Darüber hinaus fiel die Wahl auf Kontinuität: Es möge alles bleiben wie es war (ist), denn wir Deutschen lieben die Sicherheit und sind glücklich, wenn unsere Probleme von „Dritten“ gelöst oder scheinbar gelöst werden. Ob das Ergebnis so gewollt wurde, lässt sich nicht nachvollziehen. Wir wissen aber, dass das Ganze mehr ist als sie Summe seiner Teile und das sich aus den intendierten Handlungen vieler Menschen nicht intendierte Folgen ergeben können, die sehr wohl die Form von das Handeln leitende Strukturen annehmen können, so wie es etwas Norbert Elias in seinen Büchern über den Prozess der Zivilisation darstellen konnte. Soweit einige tagesaktuelle Sätze als Einleitung. Denn jetzt …

fragen Banken die crowd

Auch Banken setzen verstärkt auf die Schwarmintelligenz, weil sie erkennen, dass sie – falls sie dies überhaupt mal wussten – eigentlich gar nicht mehr wissen, was der Verbraucher eigentlich von ihnen erwartet. Komisch eigentlich, da in Deutschland doch vor allem die Filialbanken den Markt dominieren. Wird denn in den Filialbanken nicht mehr miteinander gesprochen? Besuchen die Verbraucher die Filialen nicht mehr? Oder haben die Bankmitarbeiter gar keine Zeit, um mit den Kunden zu sprechen?

Crowdsourcing ist natürlich eine gute Sache und jede Bank, die hier einen Versuch startet, wird von mir mit Lob überschüttet. Kostet ja auch gar nicht mehr viel und soll auch nicht weh tun. Zwei crowdsourcing Initiativen sollen deshalb hier kurz erwähnt werden. Der werte Leser kann sich die Aktivitäten dann gerne näher ansehen.

Innovation Lab der Erste Sparkasse 

Die Erste Sparkasse in Österreich ( ein schönes Land, ich war da gerade erst in Urlaub) hat ein Innovation Lab gegründet – so etwas habe ich hier ja auch schon allen Banken empfohlen – und beginnt direkt einmal mit einer lobenswerten crowdsourcing Initiative. Auf https://s-lab.sparkasse.at/start.php kann man gemeinsam mit anderen Menschen nicht weniger als die Bank der Zukunft erfinden. Genauer gesagt: Man kann Vorschläge machen, Ideen generieren und in einer Community mit diskutieren. Darüber hinaus gibt es einen eigenen Blog und gezielte Fragen, mit welchen man sich Feedback abholt .

Neben crowdsourcing versucht man sich gleich auch an gamification, denn die Erste Sparkasse sucht den Helden oder die Heldin des Monats.

Das funktioniert so:

Für das Schreiben von Beiträgen oder Kommentaren, für die Bewertung fremder Beiträge und  das Kommentieren von Ideen und Verbesserungen erhält jeder angemeldete Nutzer Punkte. Mit den Punkten lassen sich verschiedene Levels erreichen. Für jedes erreichte Level gibt es einen Badge, welches beim Usernamen angezeigt wird. Erreichbar sind insgesamt 7 Levels.

Neben den Levels gibt es aber auch noch Trophäen, die aufgrund besonderer Leistungen, Beiträge oder Kommentare erreicht werden können. Die Trophäen werden durch eine Jury vergeben, können aber auch über Punkte erreicht werden. Jury Trophäen werden nach einer gewissen Zeit wieder entfernt. Gesucht werden dabei sogenannte Helden:  Idea Hero, Feedback Hero, Ambassador. Und einmal im Monat gibt es den Helden des Monats, der auf der s-lab Seite gekürt wird. Wie der Held oder die Heldin letztendlich belohnt wird, konnte ich nicht direkt erkennen. Allerdings empfehle ich der Erste Sparkasse nicht zu erwarten, die Ideen der Menschen umsonst bekommen zu können und stattdessen ein wenig von der Fidorbank zu lernen, die ja ihre Kunden innerhalb der Community auch belohnt.

Hier der Trailer zur Innovation Lab Initiative auf youtube

http://www.youtube.com/watch?v=rTBgTKZ1gi8

Barclays Your Bank Ideabank

Ebenfalls das Orakel der crowd befragt die Barclays Bank, die man ja getrost als besonders innovativ bezeichnen darf, wenn auch nicht jede dieser Innovationen als fortschrittlich im Sinne von „Awesomeness“ zu betrachten ist.  Stichwort Libor Skandal

Bei Barclays kann man eigene Ideen einbringen, die Ideen anderer bewerten und verfolgen, welche Ideen letztendlich umgesetzt wurden. https://www.yourbank.barclays.co.uk/. Vorschläge können in verschiedenen Kategorien eingebracht werden:

  • Wie können wir ihnen Zeit sparen, statt Zeit zu verschwenden
  • Wie möchten Sie Ihre Filiale verändern?
  • Was gefällt Ihnen nicht am Online Banking?
  • Was verhindert, dass Ihre Bank für jeden zugänglich ist?
  • Sollte Mobile Banking ein Kinderspiel sein?

Sehr spannend auch der ergänzende Your bank youtube Kanal:

http://www.youtube.com/watch?v=_tpsV18qfc8&list=PLecqH2uhOR0b93lgx57-ANQjtrIL1qETV

Mal abgesehen von den Ideen, die so generiert werden, sollte man nicht den Einfluss solcher Aktivitäten auf den Aufbau oder die Zurückgewinnung von Vertrauen unterschätzen. Menschen möchten ernst genommen werden, sie sehnen sich nach Signifikanz und Bedeutung. Warum also nicht die crowd nutzen, um sich auf die Suche nach Ideen zu begeben, die unser Leben besser machen. Dabei muss es sich übrigens nicht immer um neue Ideen handeln, auch in der Vergangenheit finden sich Ideen, die eine Renaissance verdient hätten oder die durch das Internet ganz neue Möglichkeiten erhalten. Man müsste wohl auch mal den Fortschritt innovieren. Aber hierzu später mehr.

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AUTHOR - Boris Janek

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