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We are hunted (Internet mal ohne Banken)

Als ich ein kleiner Junge war

Eigentlich war ich schon ein Teenager. Meine erste Schallplatte, es war eine Single, war von den Bay City Rollers. Gekauft habe ich diese 1974 oder 1975. Ihr Titel war „Give a little love“. Diese Schallplatte war in der Kleinstadt, in der ich aufgewachsen bin (Gummersbach) leicht zu bekommen, denn die Bay City Rollers waren damals sowas wie später Take That und in den zwei Plattengeschäften des Ortes (eines  war eigentlich eine Musikalienhandlung – es gab dort also auch Musikinstrumente und Notenhefte etc.) war die Platte auf Lager. Auf Lager waren jedoch nur Hits. Der Long Tail war sozusagen noch nicht erfunden.

Der Song:

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=ZCxSwon4mVs]

Mein Musikgeschmack ist in den darauffolgenden Jahren zum Glück etwas komplexer geworden. In der Kleinstadt gab es neue Plattengeschäfte, die Musikalienhandlung ging den Weg von Tante Emma und der komplexere Musikgeschmack führte zu ersten Frustrationen, denn meine Musik konnte ich im Plattengeschäft nicht mehr bekommen, weil sie zu weit weg vom Mainstream war.  Die letzte Platte, die ich ohne Probleme bekam, war glaube ich ein Album von Queen mit dem Namen All that Jazz.

Hier ein Song vom Queen Album:

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=a10UZxduecU]

Einer der Plattenhändler war dann irgendwann so freundlich, die von mir gewünschten Platten auch zu bestellen. Jedoch dauerte dies manchmal 3 -4 Wochen. Das war mir natürlich zu lange. Irgendwann folgten dann regelmässige Fahrten zu Saturn in Köln, die damals so was wie der Long Tail der 80er Jahre waren, denn dort gab es alles was mein Herz begehrte. Man musste nur in einer Musikzeitschrift die Namen der Musiker und der Platten aufschreiben, bei Saturn nach den Bestellnummern suchen und dann durch die langen Regalreihen wandern, um die entsprechende Platte zu finden. Das hatte natürlich was.

Natürlich gab es auch noch das Radio. Anfänglich Mal Sondocks Hitparade. Eine samstägliche Chart Show mit Robert Treutel, deren Namen mir entfallen ist. Später die Radioshow von Günther Jansen oder Götz Alsmann auf WDR 1 am Freitag abend oder John Peel auf BFBS

Ein Paradies für grosse Jungen

Eine lange Einleitung. Was ich eigentlich sagen wollte. Im Jahr 2010 leben Musik Interessierte im Paradies. Nahezu jedes Musikstück ist über das Internet in kurzer Zeit ohne grossen Aufwand und mit geringen Kosten zu bekommen. Man kann die Musik kaufen oder einfach nur hören und man findet über so geniale Plattformen wie last.fm, blip.fm usw. auch ganz schnell andere Menschen, welche dieselbe Musik hören. Man kann sogar mit diesen über das Internet Musik machen. Das sind dann die Momente in denen man sich wünscht doch noch mal jung zu sein. Denn das macht einfach Spass. Natürlich gibt es auch Spielverderber wie die Gema und die revolutionären Vorreiter der kostenlosen Musik, landen, weil die Gesellschaft noch nicht so weit ist, vor Gericht oder sogar im Gefängnis. Trotzdem sind die Vorteile sowohl für die Konsumenten als auch die Produzenten einzigartig. Die Filter des schlechten Mainstream Geschmacks haben ausgedient. Und das ist auch nicht mehr umkehrbar.

We are hunted

Einer dieser genialen Online Dienste ist „we are hunted„. Ich nutze diesen Dienst jetzt seit etwa 2 Jahren. Im regelmässigen Rhythmus werden auf der Internetseite Charts veröffentlicht. Die Charts ändern sich eigentlich täglich in Echtzeit.Diese Charts bilden sich aus den Aussagen von Menschen im sozialen Internet. In Blogs, bei Facebook, my space, twitter, p2p Netzwerken, Foren etc. Die Songs dieser Charts kann man zu einer eigenen Liste hinzufügen und damit seine eigenen Charts erstellen. Es ist darüber hinaus möglich die Songs über itunes und andere offizielle Musikplattformen zu kaufen, wenn sie dort bereits erhältlich sind und wenn man wie ich aus einer Generation kommt, die noch bereit ist für Musik zu bezahlen.

Das „we are hunted“ Tool wertet Sentiments, Ausdrücke und Fantbotschaften (advocacy) aus, um zu verstehen, was Menschen mögen und nicht mögen. Keine Popstars Juroren, keine Plattfirmen, Zeitungen oder andere Filter,welche Charts verfälschen. Der Künstler muss noch nicht einmal eine Platte, CD oder mp 3 bei einem Label veröffentlicht haben.

Und das Tool macht Spass. Es gibt z.B. eine schön für das iphone aufbereitete Internetseite mit der ich heute auf meiner Heimfahrt von Bonn nach Düsseldorf ohne Unterbrechung über das Internet Musik gehört habe, für die ich keine GEZ Gebühr bezahlen musste, die nicht durch Moderation, Nachrichten oder Werbung unterbrochen wurde und die nicht durch die Interessen von Plattenfirmen beeeinflusst wurde.

Und dieses Erlebnis hat mich ganz einfach gefreut. Was für eine geniale Erfindung das  Internet doch ist. Das Tool „we are hunted“ macht einach Spass. Nicht mehr abe auch nicht weniger. Zumindest noch so lange bis die Spassverderber kommen und das Internet noch ein wenig löchriger machen, weil Sie sich nur so zu helfen wissen und dieses Vorgehen ja bisher auch immer funkioniert hat.

Hier geht es zu we are hunted:

http://wearehunted.com

Und hier zu meinen we are hunted Charts:

http://wearehunted.com/a/#/by/electrouncle/:

Und was ich aktuell noch ganz gerne höre, denn die Schallplatte vermisse ich schon ein wenig

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=8F8kJFU_krs]

Ich empfehle für heute abend. Einfach mal die alte oder auch neue Musik hören. In diesem Sinne ein schönes Wochenende

Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

  • Henning Jedrzejek

    Hallo Herr Janek,
    wearehunted.com: Danke für den Tipp kannte ich noch nicht. Klicke mich grad durch ein paar Songs. Manchmal lasse ich mich bei Youtube auch durch die Empfehlungen treiben, aber da lande ich irgendwie immer bei den selben Künstlern. Hier finde ich mal was Neues. Macht wirklich Spaß – auch am PC.

    • electrouncle

      Hallo,

      schön, dass Ihnen das Tool gefällt. Vielleicht können wir uns ja darüber vernetzen. Denn dort habe ich noch nicht so viele Kontakte. Anders sieht das bei blip.fm aus. Kennen Sie diese Plattform?

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