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Was wird aus den Filialen?

Alanus HochschuleSchön war die Zeit

Im Banking geht das Zeitalter der Filialen zu Ende. Es wird zukünftig kein Finanzprodukt mehr geben, für welches der Mensch eine Bankfiliale aufsuchen muss. Natürlich wird es weiterhin Menschen geben, die einen  Besuch der Filiale wünschen und  auch vornehmen werden, aber:

Ein Geschäfts- und Organisationsmodell, welches auf Filialen beruht und alle Handlungen, Strukturen und Planungen danach ausrichtet hat keinerlei Zukunft mehr.

Was wird also aus den zahlreichen Bankfilialen, die es in Deutschland noch gibt? Kein Zweifel. Die Zahl der Filialen wird in den nächsten Jahren zurückgehen. Viele werden geschlossen werden. Aber ist das ersatzlose Schließen wirklich die einzige Lösung. Gäbe es nicht Alternativen, mit welchen die regionalen Banken ihrer Rolle als Partner der Menschen dort besser nachkommen könnten? Mit welchen die Banken zeigen könnten, das ihre Bedeutung für regionale Wirtschaftskreisläufe nicht nur ihrem Selbstbild sondern auch dem Fremdbild der Menschen entspricht. Zumal jede geschlossene Filiale einen Sturm der Entrüstung auslösen wird, welche der Reputation der Filialbanken schaden wird.

Warum also nicht schon heute an Umnutzungen denken und regionale Laboratorien und Hubs aufbauen aus denen neues regionales Wirtschafts-, Kultur-, und Gesellschaftsleben entstehen kann?

Begreifen wir Banking als Plattform und nutzen wir die Möglichkeiten, welche die entstehende „collborative Ökonomie“ auch den regionalen Banken bietet. Ein Vorbild könnten in diesem Fall die Capital One 360  Cafes sein, welche Capital One in bisher 8 amerikanischen Städten etabliert hat. Hier erinnert nichts mehr an eine Bank und hier geht es auch um mehr, als den Umbau einer Filiale in ein nettes Cafe oder eine Bar.

Die Capital One Cafes sind kreativ gestaltete Open Spaces mit Schreibtischen, Stromanschlüssen, „Lümmelecken“, geschützten Besprechungsinseln und eben hervorragenden Kaffee. Und mit – nicht zu vergessen – extrem guter und inspirierender Musik, die man in Banken nun wirklich sehr sehr selten hört. Kunden von Capital One erhalten auch bevorzugte Angebote. Zum Beispiel günstigeren Kaffee.

Die Cafes können von Unternehmensgründern auch als Co – Working Spaces genutzt werden!

Handlungsanweisung

Also liebe Banken bevor ihr über Schließungen nachdenkt, beschäftigt euch mit (regional passenden) Umnutzungen. Beginnt mit einer Experimentierfiliale, erweckt diese zu neuem Leben und erzeugt damit eine Welle der Innovation in eurem Geschäftsgebiet. Und wenn Kunden dort Bankdienstleistungen erwerben oder in Anspruch nehmen wollen, dann sollten sie dies tun können, jedoch nur noch nebenbei, denn das Geschäftsmodell der Zukunft kann nicht mehr auf der Filiale als Kommunikations- und Vertriebskanal beruhen.

Mehr zu…

den Capital One 360 Cafes:

Discovering creative ideas in San Francisco- CapitalOne 360 Cafe

http://cafes.capitalone360.com/san_francisco/

der sharing economy:

Banken und die collaborative Economy (Teil 1)

Banken und die collaborative Economy (Teil 2)

Die Kraft der regionalen crowd

das Ende der Filialen

Ich denke gern über Filialen nach

In Neuseeland bleiben die Filialen zukünftig geschlossen

Proof. Mobile banking is killing the branch von Chris Skinner

The bank branch is dead …. von Chris Skinner

Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

  • Thomas Kiefer

    Die „Experimentierfiliale“ – super und vielen Dank für diese neue Banking-Vokabel.

    Unbestritten – Bankfilialen verlieren Traffic zu Lasten neuer Kanäle – ja. Einfache Dienstleistungen und Produkte werden online, mobil (!!!), automatisiert und weitgehend ohne persönlichen Kontakt abgewickelt.

    Für komplexe Beratungsthemen – und davon gibt es auch bei Privatkunden einige mehr als nur die Finanzierung des Traumhauses – ist nach wie vor der persönliche Kontakt der Kanal der Wahl.

    Das heißt: Banken sollten schnellstmöglich auf allen relevanten Kanälen spielen, und zwar nicht nur die Marketing- und Social Media Abteilung, die über das neueste Gewinnspiel oder die Weltsparwoche postet, sondern JEDER idealerweise auch twitternde Kundenberater im Social (Media) Dialog mit seinen Kunden: Every Member ist part of the show.

    Zurück zur Filiale – als Ort der Beratung, des emotionalen Erlebens von Banking, inszenierter und trotzdem authentischer Banking-Kultur, warum nicht? Als eine von mehreren Bühnen für die Show.

    Die Experimentierfiliale ist richtiger Weg. Dazu braucht es Menschen, die experimentieren wollen und experimentieren dürfen – eine neue Banking-Kultur eben, regional vernetzt – in Facebook genauso wie in der Nachwuchsförderung im Fußballverein, Beziehungsmanagement as it´s best.

    Nein – hier stimme ich durchaus zu. Das Geschäftsmodell der Zukunft kann nicht mehr auf der Filiale als (alleinigem!) Kommunikations- und Vertriebskanal beruhen. Erlaubt sei hier die Frage, ob es nicht schon heute weitere und bereits etablierte Kanäle gibt, die von Banken zumindest teilweise auch genutzt werden.

    Zurück zum Geschäftsmodell für die Bank der Zukunft. Das beruht auf dem Banker der Zukunft, der als Kundenbeziehungs-Manager souverän alte und neue Kanäle spielend (!) bedienen darf, zu bedienen weiß und regional optimal vernetzt ist. Dann kann die Welle der Innovation rollen.

    Danke für den inspirierenden Beitrag zur Zukunft und Chancen der Filialen.

    • electrouncle

      Hallo,

      vielen Dank für das Lob. Dann mal los. Was könnte man in so einer Filiale alles machen? Ideen sind mir einen Gastbeitrag wert 🙂

  • Thomas Kiefer

    Gerne, ich mach´ mich an die Arbeit.

  • Stefan Swert z

    Es bewegt sich – aber ganz ganz langsam, vielleicht zu langsam: Nachricht meiner SPK:

    Guten Tag Herr Swertz,

    Sie waren zuletzt angemeldet am xx.10.2013 um xx:17 Uhr.
    Ihre zuletzt verbrauchte TAN (xxxxx) wurde am xx.10.2013 um xx:22 Uhr benutzt.
    Unsere Mitteilung vom 30.10.2013
    Anzeige bis 30.11.2013

    Neue Öffnungszeiten ab 4. November 2013
    Sehr geehrter Herr Swertz,

    für Sie wollen wir immer noch besser werden. Darum gelten
    ab 4. November 2013 neue Beratungs- und Öffnungszeiten:

    – Viele Geschäftsstellen haben dann auch dienstags bis 18 Uhr geöffnet.
    – Auch außerhalb der Öffnungszeiten, montags bis freitags von 8 bis 20 Uhr, Beratungstermine nach Vereinbarung.
    – Telefonische Erreichbarkeit montags bis freitags 8 bis 20 Uhr.

    Die Geschäftsstellen haben unterschiedliche Öffnungszeiten. Je nachdem,
    ob in der Stadt oder eher ländlich gelegen. Auch auf örtliche Gegebenheiten
    und besondere regionale Bedürfnisse wurde Rücksicht genommen.

    Um die neuen Öffnungszeiten Ihrer Geschäftsstelle zu finden, klicken Sie auf „weitere Informationen“.

    Das SB-Angebot steht Ihnen weiterhin wie gewohnt zur Verfügung.

    Mit freundlichen Grüßen
    Ihre Sparkasse Krefeld

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In memoriam

Heute vor einem Jahr verstarb meine Mutter. Emmi Lieselotte Janek 23.04.1936-24.10.2012 http://www.youtube.com/watch?v=SmVAWKfJ4Go  

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