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Was Veränderung bremst: Ihre Personalabteilung

In der Finanzbranche sprechen wir viel über Veränderung.

Es müsste sich etwas verändern, sagen wir! Wir sollten etwas verändern!  Auch diese Worte sprechen wir immer wieder aus.

Wenn wir dann aber die Chance haben etwas zu verändern, dann kommt meistens nicht sehr viel dabei heraus. Es sind dann sowohl die Menschen als auch die Prozesse und Tools mit denen wir arbeiten, welche die Veränderung bremsen. Die Menschen weil sie häufig nicht wollen, dass sich etwas verändert. Die Tools, weil sie uns immer wieder auf die gleichen Wege führen, die das Neue kanalisieren und wieder ins Alte verwandeln.

Irgendwann in der letzten Woche habe ich diesen Satz getwittert.

Zu diesem Tweet hat mich ein Artikel von Samarth Shekhar im Finextra Blog und meine nunmehr elfjährige Berufserfahrung in der Bankenbranche inspiriert. Ich möchte damit niemanden angreifen und Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel, aber ich habe das Gefühl das Banker und deren Sozialisation in Schule, Ausbildung, Beruf und Fortbildung Veränderung nicht gerade leichter macht. Die Bank ist eine konstruierte Wirklichkeit, die keine Zweifel duldet und die Neuerfindung verunmöglicht. Warum sonst hat sich in den letzten 4 Jahren Bankenkrise so wenig verändert.

Bevor man aber keine Banker mehr einstellen kann, muss man wahrscheinlich erst einmal die Personalabteilung entlassen. Personalabteilungen sind darauf ausgerichtet Funktionen zu besetzen. Sie suchen eigentlich nicht nach Menschen. Stattdessen suchen Sie nach Bausteinen, die eine Mauer vervollständigen und in das Gebäude passen. Daran hat das sogenannte Employer Branding auch wenig geändert.  Ist Employer Branding nicht auch nur ein neuer Name für ein altes Gewand. Unternehmen stellen sich anders dar. Ihr Handeln ist vielleicht auch  ein wenig transparenter als früher und kann Online kritisiert werden. Das war es dann aber auch schon. Ich erkenne in jedem Fall keinen großen Unterschied in den Stellenanzeigen und Bewerbungsprozessen. Am Ende sind die Personalabteilungen vielleicht sogar der konservativste Bereich im Unternehmen

Schauen die Personaler auf den Menschen? Stellen sie ihn in den Mittelpunkt? Achten sie darauf, dass der Mensch Talent, Intuition und Urteilsvermögen für die sich verändernden Herausforderungen der Banken mitbringen? Sind sie darauf eingestellt, dass die Zukunft nicht mehr nach exakten formelhaften und voraussehbaren Prozessen abläuft? Ich sage nein und behaupte, dass die Personalabteilungen ein Problem haben und ein Problem sind. Was sagen Sie?

Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

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Eine gute Nachricht vorweg: Wir haben die Fidorbank und sind deshalb durchaus in der ersten Liga der Finanz Innovation vertreten....

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