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Was mich aufregt

Ich bin ein ausgeglichener Mensch. Manchmal rege ich mich dann aber doch mal auf.

Am Freitag war ich Gast auf der co-funding 2012 und durfte dort an einer Podiums Diskussion teilnehmen.  Auf dieser Diskussion ist mir die  eher  kommunikative Zuspitzung oder  Polarisierung aufgestoßen, der man eigentlich immer begegnet, wenn man irgendwo über Finanzthemen oder die Finanzwirtschaft diskutiert. Zumindest aber seitdem alle Menschen mitbekommen haben, dass wir in so etwas wie einer dauerhaften Finanzkrise leben.

Gerade auf Internetkongressen liegt diese Polarisierung immer im Raum. Wir Guten des Internets gegen die bösen Anderen. Da entdecke ich dann Denk- und Handlungsmuster der – ich nenne das mal – alten Welt – die – so meine Hoffnung -gerade das Internet aufzulösen in der Lage sein müsste.

Nicht alles, was mit Internet zu tun hat oder durch es hervorgebracht wird, ist automatisch gut und nicht alles, was mit der alten Welt oder auch mit Banken zu tun hat, ist automatisch schlecht.

Es gibt nicht „Die Banken“

Was mich aufregt, ist zum Beispiel, dass immer pauschal von den Banken gesprochen wird, wenn man nach Verursachern der Finanzkrise sucht. Mal abgesehen davon, dass es nicht nur die Banken waren, sollte man doch in der Lage sein zu differenzieren.

Es gibt Banken, und in Deutschland sogar sehr viele Banken, deren Handeln und Wirtschaftsweise vernünftig, realwirtschaftlich orientiert und gesellschaftlich förderlich war und ist. Und das sind vor allem die Genossenschaftsbanken und die Sparkassen.

Regeln sind nicht per se schlecht

Auch Institutionen der gesellschaftlichen und politischen Regulierung und hier vor allem der finanzwirtschaftlichen  Regulierung müssen nicht immer schlecht sein. Man muss ja fast ein wenig schmunzeln oder – wenn man eher der sanfte Typ ist, beginnt man zu frösteln, wenn von Vertretern der crowd investing Szene gefordert wird, regulatorische Regeln zu ändern, damit höhere Investitionen getätigt werden können. War der Abbau von Regulierungen nicht auch der Anfang der  Finanzkrise, die wir heute durchleben?

Crowdfunding ist nicht gleich crowdfunding

Vielfalt ist gut.Vielfalt erzeugt stabilere Systeme, also auch eine stabilere Wirtschaft. Jede Plattform, jede neue Alternative und Idee, welche entsteht, weil Menschen Banking neu erfinden, besser oder anders machen möchten, ist eine positive Sache. Entwicklungen, welche dem digitalen Darwinismus stand halten, werden die Finanzwirtschaft und die Banken verändern. Und auch Veränderung ist gut, denn Banking ist auch anders möglich.

Aber wir sollten uns auch nichts vormachen. Neue Angebote innerhalb der Finanzwirtschaft entstehen nicht, weil die Mehrheit der Menschen sie will, herbeisehnt oder sogar aktiv herbeiführt. Der durchschnittliche Finanzkunde wartet nicht sehnsüchtig auf crowdfunding oder crowdinvesting. Selbst die Mehrzahl der kleinen und mittelständischen Unternehmen schreit nicht Hurra und fragt wo sie denn bleiben, die crowdsourcing und crowdinvesting Anbieter.

Nur 4 Millionen Deutsche besitzen Aktien und genau hier liegt die Zielgruppe des gestern gelaunchten crowd investing Portals Bergfürst. Die Hoffnungen, die ich mit crowdfunding verbinde, liegen jedoch auch einer gänzlich anderen Ebene.

Was ich mir von crowdfunding erhoffe

Crowdinvesting bietet eine Chance die Menschen wieder näher an die Unternehmen und an das was sie tun, heranzuführen. Crowd Investing kann die Möglichkeit einer Harmoniniserung von Interessen herbeiführen, es bietet die Möglichkeit sich stärker an den Entscheidungden der Unternehmen zu beteiligen. Investieren sollte weniger abstrakt sein. Wer sich nur mit Geld beteiligt, ist auch nur daran interessiert  „Mehrgeld“ zu erwirtschaften.  Er setzt auf alte Mechanismen, nutzt aber dafür ein anderes, möglicherweise etwas transparenteres Tool. Das ändert aber – wenn man ewas ändern möchte- nicht viel. Durch das Angebot von crowdinvesting ist man deshalb nicht direkt ein anderer oder fairerer Banker.Es ist insofern ungerecht  und auch falsch das eigene Geschäftsmodell durch das vermeindliche Versagen der Finanzindustrie in ein besonders Licht rücken zu wollen.

Durch cowdfunding besteht die Möglichkeit, dass Dinge, Themen und Ideen finanziert werden, die in der klassischen Finanzwirtschaft normalerweise keine Chance hätten, weil sie zum Beispiel keine ausreichende Rendite versprechen. Crowdfunding ist eine Chance für den Erhalt des regionalen Kindergartens, die Resozialisierung des Sozialwesens, indem Menschen in Menschen und das Gemeinwohl investieren und nicht in abstrakte Geldanlagen. Es ist auch eine Chance für neue kleine Unternehmen, die nicht einem falschen Wachstumsideal hinterherlaufen. Es ist eine Chance für das genossenschaftliche Modell. Warum muss alles groß und größer werden und warum braucht Deutschland ein Start up wie Facebook. Bevor ich mich hier über zu wenig Möglichkeiten der Finanzierung beschwere, würde ich lieber mal überprüfen, ob es nicht häufig auch an der fehlenden Idee liegt. Oder daran, das nur amerikanische Ideen kopiert werden  oder noch schlimmer – direkt Amerika kopiert wird-nur weil es dort  eine erfolgreiche Online Wirtschaft hat.

Douglas Rushkoff schreibt in seinem Buch „life inc – How corporatism conquered the world and how we can take it back:

Comerce is good. It´s the way people create and exchange value. Corporatism is something else entirely. Though ot completley distinct from commerce or the free market, the corporation is avery specific entity, first chartered by monarchs for reasons that have  very little to do with helping people carry out transactions with one another. It´s purpose, from the beginning, was to surpress lateral interactions between people or small companies and instead redirect any and all value they created to a select group of inventors“

Crowdfunding sollte gerade diese laterale Beziezungsebene stärken und wiederherstellen. Es sollte Menschen mit Ideen und Ideen mit Menschen verbinden. Es sollte Investitionen erlauben, die weit über Geld hinausgehen. Es sollte Menschen und Unternehmen harmonisch in regionalen Wirtschaftskreisläufen vereinigen. Wenn crowdfunding so verstanden und praktiziert wird, dann handelt es sich um eine Veränderung, wenn es nur eine andere Form der Aktienbeteiligung wird, dann ist crowdfunding nur ein Surrogat, für eine kleine Gruppe von Menschen und einige Unternehmen. Das ist legitim. Nicht weniger, aber auch nicht mehr.

Ich würde hier gerne diskutieren, wie ein genossenschaftliches crowdfunding funktioniert.

Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

  • lochmaier

    In Deutschland ist „Kästchendenken“ groß geschrieben, in jeder Hinsicht, ich sehe die Entwicklung ebenfalls sehr differenziert, weder ist alles Neue automatisch Gut, aber auch nicht alles langjährig Vorhandene…
    Ich denke, dass es hier viele Lektionen zu lernen gibt, die neue Netzkultur genauso wie die „Genossenschaftsbanken“. In einem Punkt muss man allerdings widersprechen, die Sparkassen und teilweise leider auch die Volksbanken haben auch „Glücksdrogen“ statt bodenständige Finanzprodukte verkauft. Hier sollte man also schon differenzieren, wenngleich es kein globales Bankenbashing geben soll. Aber auch keine pauschalen Rechtfertigungen.
    Ich denke, die Banken werden diesen Spielball irgendwann noch aufnehmen. Was die neuen doch ziemlich auf dem Hype mitsurfenden „Trittbrettfahrer“ angeht, die natürlich auch legitim sind, aber auch die mediale Überhitzung aufzeigen, so empfehle ich jedem Leser meinen Basisbeitrag zur neuen „C-Klasse“ der Crowdinvestoren, dort habe ich eine Reihe kritischer Anmerkungen – auch zu Bergfürst & Co.- geschrieben:
    http://lochmaier.wordpress.com/2012/04/18/crowdinvesting-die-neue-c-klasse-etabliert-sich/

    Übrigens: So oder so, eine Regel gilt bei jeder Unternehmensbeteiligung, man rennt nicht dem großen Haufen und Hype hinterher, sondern muss antizyklisch und ganz bodenständig investieren, um erfolgreich zu sein. Sprich, das Prinzip der kollektiv blinden Schwarmintelligenz greift hier also keineswegs automatisch. Wer mein Buch „Die Bank sind wir“ gelesen hat, ist auch in dieser Hinsicht gewappnet und lässt sich nicht nur von seinen hippen Emotionen leiten.

    • electrouncle

      Hallo Herr Lochmaier,

      danke für den Kommentar. Das Buch habe ich natürlich gelesen, deshalb kann mir ja auch nichts passieren. Ihre umfassende Analyse der crowd investing Szene finde ich übrigens sehr gelungen.

      mfg
      Boris Janek

  • guidosandler

    Sehr geehrter Herr Janek,
    sehr geehrter Herr Lochmaier,

    zunächst einmal herzlichen Dank für die gute Diskussion bei der co:funding am vergangenen Freitag! Der Gedankenaustausch mit Ihnen hat mir viel Freude bereitet und eine Reihe von interessanten Aspekten kamen zu Tage.

    Ich denke, es sollte nicht um Bank bashing gehen. Das ist wenig konstruktiv. Wichtig ist doch, dass das Crowdinvesting uns eine Reihe von neuen Möglichkeiten bietet, die es in dieser Form im traditionellen Bank Geschäft noch nicht gibt: Wir können im Rahmen von Online-Video- Konferenzen kapitalsuchende Unternehmen und Privatinvestor direkt zusammen bringen. Hier kann der Privatinvestoren selbstbestimmt und eigenverantwortlich entscheiden, ob er einen guten Eindruck vom Management-Team hat, ob er die Darstellung der Geschäftsidee und der Planung für plausible hält. Auf dieser Grundlage kann der Privatinvestor selbst entscheiden, welche Beteiligungen er eingehen will.

    Den kapitalsuchenden Unternehmen eröffnet sich die Möglichkeit, ihre Mitgesellschafter aktiv im Rahmen des Social Marketing in die Unternehmensentwicklung einzubinden. Über Bergfürst können Unternehmen ihre Investoren erreichen und diese z.B. bitten, eine Vermarktungsaktion in ihren jeweiligen sozialen Netzen zu verbreiten: Hat ein Unternehmen 2.000 Investoren und jeder von diesen im Schnitt 100 Facebook-Freunde, so kann das Unternehmen ohne zusätzliche Kosten 200.000 Kontakte erreichen. Das ist ein aktiver Beitrag zur Geschäftsentwicklung.

    Da Bergfürst deutlich kleiner ist und daher kostengünstiger arbeiten kann als Geschäftsbanken, können wir auch deutlich kleinere Eigenkapitalplatzierungen durchführen. Damit ist es auch jungen Wachstumsunternehmen möglich, sich schon vorbörslich einem größeren Kreis von Investoren zu öffnen. Platzierungen von € 2 Mio. bis € 5 Mio. sind für traditionelle Banken in der Regel zu klein. Corwdinvesting ermöglicht diese kleinen Platzierungen und erschließt damit den Privatinvestoren eine Anlageklasse, die ihnen in dieser Form bisher nicht zugänglich ist.

    Wir alle im Crowdinvesting, sei es im Start-up Segment, sei es im Wachstumsfinanzierungssegment oder sei es im genossenschaftlichen Modell tragen dazu bei, Privatinvestoren eingenverantwortlich und aktiv zum Engagement zu motivieren. Das ist eine sehr gute Entwicklung für den Standort.

    Mit freundlichen Grüßen

    Guido Sandler

    • electrouncle

      Hallo
      und danke für Ihren Kommentar, der sicherlich zur Verminderung meiner Aufregung beitragen kann. Grundsätzlich hatte ich ja bereits erwähnt, dass ich Vielfalt und neue konkurrierende Modelle im Banking sehr schätze. Möglicherweise wird Ihre Plattform ja auch dazu beitragen und zeigen, ob es wirklich einen grösseren Markt hierfür in Deutschland gibt ubd wohl auch- da es ja inzwischen einige Plattformen gibt- welcher Philosophie die Anleger- folgen werden. Das es ein Bedarf bei Unternehmern gibt steht ja ausser Frage, ob diese dann den Mut haben werden diese Alternative zu wählen bleibt dann auch noch zu klären.

      Leider war das Podium aber eher so gestaltet, dass sich für den Zuhörer wohl eine Polarisierung ergeben musste, auch wenn dies eventuell gar nicht beabsichtigt war. Da ich solche Termine in letzter Zeit seh häufig erlebt habe und ich ohnehin den Eindruck habe, dass in dieser Gesellschaft lieber ein Gegensatz aufgebaut wird, statt Vielfalt zu kultuvieren, ist es erforderlich ab und an auch mal einige Banken ind deren Mitarbeiter zu verteidigen. Es schlägt sich ohnehin besser auf abstrakte scheinbar entmenschlichte Gebilde statt auf konkret Menschen ein. Auch damit müsste man sich wohl mal auseinandersetzen.

  • guidosandler

    Lieber Herr Janek,
    lieber Herr Lochmaier,

    zunächst einmal vielen Dank für die interessante Diskussion und die interessanten Anregungen im Rahmen der co:funding am vergangenen Freitag.

    Aus meiner Sicht geht es nicht um „Bank-Bashing“. Sie haben ihre Berechtigung. Aber in einigen Bereichen bieten die Entwicklungen im Netz interessante neue Möglichkeiten, die es im Interesse aller zu nutzen gilt. Dabei ist genug Raum für Start-Up Finanzierungen, für genossenschaftliche Modelle wie auch für die Wachstumsfinanzierung. Wichtig ist, dass wir mit all diesen Ansätzen im Corwdinvestment den Privatinvestoren die Möglichkeit bieten, selbstbestimmt und eigenverantwortlich zu entscheiden, welche Beteiligungen sie eingehen wollen. Im zweiten Schritt geht es darum, die Privatinvestoren aktiv in die Geschäftsentwicklung einzubinden.

    Bei Bergfürst z.B. können Privatinvestoren in online Videokonferenzen an Managementpräsentationen teilnehmen und so einen Eindruck bekommen, ob das Managementteam für die Geschäftsidee brennt, ob es kompetent ist und ob der Privatinvestor es ihm zutraut, die Idee erfolgreich umzusetzen. Ist der Privatinvestor von Team und Geschäftsidee überzeugt, kann er investieren.

    Unternehmen können Ihre Gesellschafter in die Geschäftsentwicklung z.B. im Rahmen des Social Marketing mit einbinden. Steht eine Vermarktungsaktion an, kann das Unternehmen die Mitgesellschafter auffordern, ihr sozialen Netzwerke im gemeinsamen Interesse zu aktivieren. Hat ein Unternehmen 2.000 Aktionäre und jeder von diesen wieder 100 Facebook Freunde, dann kann das Unternehmen über seine Mitgesellschafter 200.000 Kontakte herstellen ohne zusätzliche Kosten. Das schafft im gemeinsamen Interesse Wert.

    Da Bergfürst viel kleiner ist und damit kostengünstiger als Geschäftsbanken arbeitet, können wir auch viel kleinere Emissionen im Bereich ab € 2 Mio. durchführen. Damit erschließen wir Privatinvestoren eine Anlageklasse, die bisher Privat Equity und Venture Capital vorbehalten war. Das erweitert die Möglichkeiten.

    Alle Aktivitäten im Crowdinvesting erweitern die Möglichkeiten. Jeder Ansatz erweitert die Palette. Auch hier haben Privatinvestoren die Möglichkeit der Auswahl entsprechend ihrer Präferenzen. Das ist eine gute Entwicklung.

    Mit freundlichen Grüßen
    Ihr
    Guido Sandler

  • voiceadsltd

    ‚Mut zum Risiko’ bzw. ‚No Venture no Gain’ sind keine Begrifflichkeiten der deutschen Tugenden. Ob das genossenschaftliche crowdinvesting/funding in der breiten deutschen Bevölkerung Fuß fassen wird, wage ich zu bezweifeln. Crowd per se bedeutet die ‚große Menge’. Die man in Deutschland zur Zeit als Crowd Investoren ansieht, ist eine hippe kleine Zielgruppe, die auf die Trillerpfeife hin reflexartig nach dem Pawlow’schen Verhalten in hippe innovative Startups investiert. Fragt man auf der anderen Seite den Otto Normalverbraucher auf der Strasse „…was ist crowdinvesting bzw. funding ?….“ , kommt die Antwort „…kenne ich nicht…“. Fragt man „..besteht Interesse an einer Beteiligung an einer Startup Firma?..“ kommt die spontane Antwort, „…auf keinen Fall…!“

    Ich bin nicht der Typ Mensch, der leidenschaftlich in schwarz/weiß malt, aber die Realität sieht mit Bezug auf unternehmerisches Denken und Handeln in Deutschland sehr schwarz aus. Die wenigen sogenannten neuen Web 2.0 Serial Entrepreneure haben keinen Einfluss auf das tiefverankerte Sicherheitsdenken der breiten deutschen Masse, zumindestens sehe ich es nicht. In der Vergangenheit hat der Absturz der Telekom Volksaktie nicht dazu beigetragen, die Skepsis gegenüber sogenannten Firmenbeteiligungen zu minimieren, und die hungrigen VC’s, die Startups schlucken, werden ihren Teil dazu beitragen, durch sogenannte ‚home run’ Exits im zwei bis dreistelligen Mio Bereich für Schlagzeilen zu sorgen. Dass die große Masse und die hippen Serial Entrepreneure/Investoren diese Schlagzeilen unterschiedlich bewerten, bedarf keiner großen Weisheit.

    Letztendlich zum Positiven, …genossenschaftliches ‚nachhaltiges’ crowdinvesting/funding ist in der Tat eine bewusste Entscheidung, welche große Vorteile für alle mündigen Beteiligten und für eine Volkswirtschaft darstellt, zumindestens akademisch theoretisch.
    Ob und wie die BaFin wieder praktisch an den Regel-Stellschrauben hantieren muss, um Investoren und Projekte zu lähmen, wird man sehen.

    • electrouncle

      Hallo,

      und danke fur den Kommentar. Ich sehe auch keinen erkennbaren crowd investing Trend in Deutschland, denke aber schon, dass es Chancen dafür gibt eine grössere Zielgruppe zu erreichen. Einerseits wächst eine Generation jungef und etwas anders geprägter Kunden heran andererseits könnten Banken wie die Genossenschaftsbanken oder Sparkassen das Thema besser vermitteln und breiteren Bevolkerungsgruppen zugänglich machen.

      Allerdings denke ich da mehr an crowd funding und sehe die Chance vor allem in mehr Transparenz, auch inhaltlicher Mitbestimmung, der Harmonisierung von Interessen oder auch dem
      Erlernen wirtschaftlicher Zusammenhänge durch aktive und leistbare Semi-Unternehmerschaft. Vor allem übrigens in regionalen Bezügen, denn wir kommen in eine Zeit, in der es gerade regional an Geldern fehlen wird. Ich sehe die crowd also weniger als anonyme Masse sondern eher als eine Gruppe von Menschen, die sich ihrer sozialen Abhängigkeit wieder bewusster wird und die auch nicht mehr auf steigendes Wachstum setzen kann. wie ja nicht zuletzt aktuelle Veröffentlichungen des Club of Rome belegen.

      mfg
      Boris Janek

      • voiceadsltd

        Herr Janek, ich stimme Ihnen weitgehend zu, solange wir von einer ‚Gruppe’ in dem Crowdinvesting/funding Hype sprechen. Das Stromberg Filmprojekt loeste mengenmaessig mehr Interesse in der Crowd aus, als die Dresdner & Koelner crowdinvesting Plattformen es zu erreichen vermoegen. Man verfuegt ueber eine relativ kleine Menge von Investoren die sorgsam umhuetet und bewacht werden. Ich stimme Ihnen auch insofern zu, das sich diese Gruppe moeglicherweise vergroessern wird. Zu hoffen ist es jedenfalls. Was ich mir ersehne ist das aus dieser Szene ein glaubwuerdiger und charismatischer Sprecher oder Sprecherin hervorgeht, der die breite Oeffentlichkeit ueber das neue Heil unterrichtet. Auch wenn mir die TV Sendeformate Maischberger, Jauch und Kohorten zum Hals heraushaengen, andere Sendeplaetze waeren erstklassige PR Ansaetze fuer die Aufklaerungsarbeit sowie entsprechende Werbeformate fuer das doch hoffentlich in die Breite gehende Crowdinvesting bzw funding.
        Vielleicht liesse sich Herr Dr. Sandler ja dazu ueberreden?

  • Cofunding: Wer das Geld hat, besitzt die Gestaltungsmacht « Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

    […] Ich sehe die Entwicklung der einzelnen Segmente beim Crowdfunding bzw. Crowdinvesting  jedenfalls sehr differenziert, weder ist alles Neue automatisch Gut, aber auch nicht alles langjährig Vorhandene. Wie polarisiert die Diskussion sich zeigt, wurde auch auf dem Podim der re:publica deutlich, auf der neben mir etwa auch der Finanzblogger Boris Janek saß, der seine Eindrucke via Finance 2.0 hier zusammen gefasst hat: Was mich nervt.   […]

  • Retten Crowd Investing (und Facebook) die Unternehmer- und Aktienkultur in Deutschland? | Die Börsenblogger

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