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Warum die bitcoin Ära gerade erst beginnt

Warum die Bitcoin Ära gerade erst beginnt

WIE KRYPTONIT FÜR’S KAPITAL

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Dieser Artikelauszug stammt aus dem aktuellen t3n Magazin Nr. 41.

 

Seit dem großen Hype 2013 hat Bitcoin mehr als zwei Drittel seines Werts verloren. Geschadet hat das dem digitalen Geld allerdings kaum: Das Interesse wächst rasant. Denn mittlerweile zeigt sich, was die Stärken der virtuellen Währung und der ihr zugrunde liegenden Blockchain-Technologie sind. Das eröffnet Chancen für alle, deren Alltag untrennbar mit dem Netz verbunden ist – und darüber hinaus.

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TEXT FRIEDEMANN BRENNEIS

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Es ist viel passiert, seit das Bitcoin-Protokoll am 3. Januar 2009 seine Arbeit aufgenommen hat. Lange Zeit diskutierte nur ein kleiner Kreis interessierter Entwickler über das digitale Geld. Später trat es vor allem im Darknet und im Zusammenhang mit zwielichtigen Drogen-Geschäften sowie Glücksspiel in Erscheinung. Bis heute belächelt die Öffentlichkeit es vielfach als Hacker-Spielgeld. Mehr als 70 Mal haben die Medien Bitcoin nun schon totgeschrieben [Link: http://bitcoinobituaries.com]. Doch nie ist eingetreten, was viele Kritiker gehofft haben: Dass Bitcoin eine temporäre Erscheinung ist, eine fixe Idee, die früher oder später von alleine wieder verschwindet. Im Gegenteil.
Mehr als sechseinhalb Jahre warten die Bitcoin-Gegner nun schon darauf, dass sich das „Problem“ von alleine löst. Doch mit jedem Tag glauben weniger Menschen, dass das wirklich noch passieren wird. Selbst die Banken, deren bequemes Geschäftsmodell im digitalen Zeitalter durch ein freies und kostengünstiges Open-Source-Geld wie Bitcoin unmittelbar gefährdet ist, sind still geworden. Viel mehr noch. Sie richten mittlerweile selbst eigene Blockchain-Forschungslabore ein und investieren in Bitcoin-Startups . Denn sie sehen die virtuelle Währung nicht mehr nur als Gefahr, sondern als Chance, um neue Dienstleistungen zu entwickeln – oder zumindest die eigene, in die Jahre gekommene IT- Infrastruktur effizienter, billiger und sicherer zu gestalten.

 

KEINE KONKURRENZ ZUM EURO

Grundlage dafür ist auch die gewachsene Erkenntnis, dass Bitcoin in erster Linie eine innovative Technologie ist und weniger, wie von den frühen Enthusiasten propagiert, die Alternative zu Euro und Dollar. Dafür ist die Vorliebe der Menschen für Bargeld ohnehin viel zu groß. In Deutschland wickeln die Menschen seit Jahren konstant rund vier von fünf Transaktionen mit Bargeld ab. Wer selbst einmal versucht hat in der Berliner Bitcoin-Bar „Room 77“ an einem gut besuchten Abend sein Bier in Bitcoin zu bezahlen, erkennt dass das zwar ein faszinierender Vorgang ist – aber aufwendiger und spürbar langwieriger, als mal eben ein paar Münzen auf den Tresen zu legen. Und dennoch: Auch wenn es im deutschen Alltag kaum auffällt, so wächst das Interesse an Bitcoin und der Blockchain doch rasant.

 

Warum die Bitcoin Ära gerade erst beginnt

Room 77. Foto von Flickr: Cher Amlo

 

Seit 2011 hat sich jährlich die Anzahl wissenschaftlicher Publikationen  verdreifacht. Auch immer mehr Investoren entdecken das Thema für sich. Investierten Risikokapitalgeber 2012 noch rund 2 Millionen US-Dollar in Bitcoin-Startups, waren es 2014 schon fast 350 Millionen . Ende diesen Jahres, so die Erwartungen, wird die Milliardengrenze durchbrochen. Das allein steht für sich. Was diese Zahlen aber besonders macht, ist der Bitcoin-Preis. Denn das Interesse an Bitcoin wächst, obwohl das digitale Geld seit Dezember 2013 mehr als zwei Drittel seines Werts verloren hat. Es stellt sich also die Frage: Wenn es nicht der Preis ist, was macht Bitcoin dann so spannend?

 

NACH DEM GOLDRAUSCH

Die Antwort darauf lautet: Bitcoin funktioniert. Das klingt banal, ist allerdings alles andere als selbstverständlich. Immerhin verwaltet die Blockchain Bitcoins im Gesamtwert knapp 4 Milliarden US-Dollar  und ist damit ein höchst attraktives Ziel für Angriffe und Manipulationen. Zumal der Quellcode und alle Daten offen liegen. Trotzdem konnten selbst mit erheblichen Finanzmitteln ausgestattete Hacker das Blockchain-System bislang nicht aushebeln. Lediglich schlecht gesicherte Bitcoin-Börsen machten aufgrund fehlender Sicherheitsvorkehrungen immer wie- der von sich Reden.
Die Öffentlichkeit setzte Pleiten – wie die der ehemals wichtigsten Bitcoin-Börse Mt.Gox im Frühjahr 2014 – oft pauschal mit dem Ende von Bitcoin gleich. Das ist jedoch ebenso falsch wie irreführend. Zwar war Mt.Gox ein zentrales Element des Bitcoin-Ökosystems. Doch das Scheitern der Börse war das eines grottenschlecht organisierten Unternehmens und nicht das der virtuellen Währung. Die Mt.Gox-Pleite war vielmehr ein Weckruf für die Community, sich Gedanken zu machen, wie sich Bitcoins künftig sicher verwahren und handeln lassen. Eine Konsequenz daraus war zum Beispiel die zeitnahe Entwicklung von Multi-Signature-Wallets. Diese Maßnahme verhindert unbefugte Transaktionen, indem nicht mehr nur einer, sondern M-von-N Schlüssel notwendig sind, um Bitcoins zu versenden. Sie gehört seitdem ebenso wie die Zwei-Faktor-Authentifizierung zum branchenweiten Sicherheitsstandard. So gesehen ist Bitcoin am Scheitern von Mt.Gox sogar gewachsen.

 

WACHSENDES VERTRAUEN FÜR DIE KRYPOTWÄHRUNG

Es sind vor allem diese beiden Eigenschaften – die Robustheit der Blockchain und die Fähigkeit der globalen Bitcoin-Community, mit Krisen umzugehen – die immer mehr Menschen dazu bewegen, ihre anfängliche Skepsis zu überdenken. Mehr und mehr Menschen lassen sich darauf ein, dass Bitcoin das erste tatsächlich funktionierende digitale Geld ist.

 

Warum die Bitcoin Ära gerade erst beginnt

Wo kommt Bitcoin heute überall zum Einsatz: Die Coinmap zeigt es

 

Das wachsende Interesse hängt nicht mit dem Kurs der digitalen Währung zusammen, sondern mit ihrem freiheitlichen und dezentral organisierten Wesen.
Auch wenn das ein Umdenken erfordert – schließlich war es nie das Ziel von Bitcoin, das Konzept des Euro ins Digitale zu übertragen. Vielmehr sollte es die Ideale des Internets konsequent auf das Thema Geld übertragen. Dass sich Bitcoin nun also in seinen Eigenschaften deutlich von klassischen Staatswährungen unterscheidet, bricht mit unseren tiefsitzenden Gewohnheiten. Aber warum muss eine Geldeinheit immer hundert Untereinheiten haben? Warum können es nicht, wie im Fall von Bitcoin, hundert Millionen Untereinheiten sein?

 

Lesen Sie jetzt den gesamten Artikel sowie weitere spannende Themen rund um die Zukunft der Finanzbranche in der aktuellen t3n Nr. 41. Bargeld nervt

 

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Titelfoto von Flickr: Jason Benjamin

 

Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

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