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Wachen die Banken auf?

 

 

Innovation?

 

Banken sind nicht innovativ

Bei Innovationen zugunsten des Kunden bzw. des Kundenerlebnisses sind Banken nicht besonders innovativ. Dies war lange Zeit auch gar nicht nötig, denn wer erfindet das Rad schon neu, wenn er mit dem Wagen zu dem es gehört, immernoch Rennen gewinnen kann.

Angetrieben durch das Internet sind jedoch in den letzten Monaten und Jahren zusehends mehr Nichtbanken auf den Markt gekommen, um den Bankenmarkt zu verändern und zu innovieren. Teilweise einfach dadurch veranlasst, dass man von komplizierten, intransparenten und wenig kundenfreundlichen Angeboten der Banken, genervt war und zeigen wollte, dass es auch anders und besser geht.

Jeden Tag neues Gemüse oder bessere Kartoffeln

Was heute auf dem Finanzmarktplatz passiert ist in etwa so, als komme jeden Tag ein neuer Apfel oder ein neuer Typ Kartoffel dazu. Angeboten von neuen Anbietern ohne Marktstände, die viel mit den Marktbesuchern reden und ihre Produkte, Preise oder Services entsprechend anpassen. Dennoch sind die bekannten Marktstände noch besser besucht, denn was der Bauer nicht kennt, das frisst er ja zunächst auch nicht. Dann aber kommt was in Bewegung und der Standbetreiber  muss selber was tun, damit er auch zukünftig noch auf dem Marktplatz handeln darf.

Den Kunden einbinden

Die Fidorbank ist in Deutschland dafür bekannt, die Kunden bei der Produktentwicklung und auch in vielen anderen Bereichen aktiv einzubinden. Einige andere Banken experimentieren mit Social Media und suchen auch nach Wegen, um stärker in den Dialog mit Kunden zu treten und eventuell daraus auch zu lernen. Das wäre zumindest schön.

Nun hat offensichtlich die Deutsche Bank als erster deutscher Anbieter erkannt, dass man Kunden auch viel weitgehender einbinden kann.

Finextra berichtet heute folgendes: Die deutsche Bank hat eine Community Plattform ins Leben gerufen, auf welcher Kunden mit Mitarbeitern der Bank an der Entwicklung von Bankprodukten arbeiten könen.

Hier ein Video, welches den Dienst ankündigt

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=yWMoDyP9g30]

Hier noch ein Zitat aus dem Finextra Artikel, aus einem Interview mit Daniel Maroovitz, welches man dort auch vollständig sehen kann.

Daniel Marovitz, head of product management, global transaction banking at Deutsche Bank, comments: “ Social media has transformed how we communicate with each other but in the business world its power remains relatively untapped. We are embracing this opportunity for change by launching a campaign that takes client engagement to a new level with the latest technology available.“

Die deutsche Bank war lange Zeit sehr zurückhaltend in der Social Media Nutzung und ich habe hier auch einige Male kritisch dazu Stellung genommen. Manchmal kann es aber offenbar auch sinnvoll sein zu warten und dann mit einer wirklich überzeugenden Idee zu kommen. Es bleibt abzuwarten, ob aus der Crowdsourcing Kampagne wirklich mehr wird und wir erleben, dass die deutsche Bank sich wirklich und ehrlich um die Kundenbedürfnisse kümmert.

Die First Direct hat vergangene Woche wohl einen ähnlichen Dienst mit Namen Beta Labs ins Leben gerufen. Das diese Bank in Sachen Kundenorientierung besonders hervorzuheben ist, kann man auch in dieser spannenden Diskussionsrunde bei Chris Skinner nachlesen, an der Christophe Langlois (Visiblle Banking) ,Brett King (Bank2.0)  und Matt Colbrook (CEO von First Direct)  beteiligt waren:

Bloggerblast Reduxx

Das Thema wird offensichtlich auf der SIBOS in Amsterdam eine Rolle spielen, aber auch hier können Sie gerne Ihre Meinung sagen.

Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

  • Das neue Markengefühl: Trau (k)einer Bank! « Social Banking 2.0 – Der Kunde übernimmt die Regie

    […] Wachen die Banken auf, lautet die von Finance 2.0 gestellte Frage. Hinter den Kulissen vielleicht schon, wie auch Finextra am Beispiel der Deutschen Bank beleuchtet: Deutsche Bank brings social media to global transaction banking with ‘Drive DB!’ campaign.  […]

  • Lars Ohlerich

    Aufwachen mit Schluckauf.
    Wir (www.salient.de) hatten das vergnügen von 2002 – 2005 für die Postbank das Projekt ActiveXperts ins Leben zu rufen und auch zu betreuen. ActiveXperts war der erste Versuch einer Bank die Projekte und Plattformen der Zukunft gemeinsam mit Kunden als Sparringinstanz rein online zu entwickeln. Das hat für die Postbank gut geklappt: Mobiles Banking, Direktbanking und andere Services sind unter Zuhilfenahme dieser Plattform entstanden.

    Der leichte Teil war hier die Begeisterung und das Engagement der Kunden zu entfachen und auch am Leben zu erhalten.

    Der knifflige Teil war es, den Gegenpart im Management dazu anzuhalten auf gleichwertigem Niveau und schnell zu reagieren. Das ging auch nur über TopDown, weil es vom damaligen Vorstand vorangetrieben wurde.

    Fazit: es geht, aber die Banken unterschätzen die Implikationen gewaltig….

    • electrouncle

      Hallo,

      ja das Projekt ist mir bekannt. Manche Dinge, die heute als so neu verkauft werden, kennen wir ja eigentlich ohnehin schon viel länger. Ich denke auch, dass Kunden durchaus bereit sind was einzubringen und auch in dem Projekt hat es ja Ergebnisse gegeben. Dann steht aber das Management vor der Aufgabe zu entscheiden, was daraus zu machen und in der Regel kommen nur kleine Veränderungen heraus, die nicht an den grundsätzlichen Strategien und Vorgehensweisen der Banken ändern.

      Aber wir stehen ja erst am Anfang der Entwicklung. Nicht nur in der Bankenwelt sondern vielleicht auch im politischen Bereich. Da ist das Internet ja auch dabei unsere politische Elite täglich aufs Neue zu verwirren

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The Financial Services Club’s Blog: Bloggerblast redux

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