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Volksbank Bühl im Finance2.0 Interview

Ein paar Worte vor dem Interview

Die Volksbank Bühl war die erste der Volksbanken Raiffeisenbanken, die sich mit dem sozialen Internet auseinandergesetzt und sich dann Schritt für Schritt tiefer in die digitalen Logiken hineinbewegt hat. Das soziale Internet hat dabei die ganze Bank ergriffen und auch ein Stück weit verändert. Heute lernen nicht nur genossenschaftliche Banken von den Fortschritten und Erfahrungen der Volksbank Bühl.

Der Mut und die Kraft Veränderungen in Bewegung zu bringen und zuzulassen, erfordert immer auch besondere Persönlichkeiten, welche das Alte hinterfragen, das Neue behutsam propagieren und voran treiben und dabei noch die Fähigkeit besitzen, die anderen Menschen mitzunehmen und zu begeistern. Ich freue mich deshalb ganz besonders, dass sich mit Claus Preiss (Vorstand)  und Franz Welter (Teamleiter E-Business) die zwei Initiatoren und Motoren der – ich nenne sie mal – Bühler Bewegung, bereit erklärt haben, meine 6 Fragen mit Zusatzfrage zu beantworten.

Das Interview mit Claus Preiss und Franz Welter

1. Die Volksbank Bühl hat im vergangenen Jahr auf sich aufmerksam gemacht. Sie sind vielleicht die bekannteste Volksbank im Internet? Bitte erzählen Sie kurz, wie sich ihr Unternehmen durch die intensive Nutzung und Integration des sozialen Internets verändert hat.

Preiss: Ob wir die bekannteste Volksbank im Internet sind, sei mal dahingestellt. In jedem Fall hat die Nutzung sozialer Medien deutliche Auswirkungen auf unser Unternehmen. Nicht nur in Bezug auf organisatorische oder rechtliche Fragestellungen, sondern vielmehr noch in Bezug auf kulturelle Aspekte. Mitarbeiter vernetzen sich mit Kunden oder mit anderen Kollegen. Teilweise nutzen wir Social Media sogar schon in internen Projekten.

Welter: Mit dem Erfolg unserer Social Media Nutzung steigt auch die interne Akzeptanz dieser Medien. Immer mehr Mitarbeiter nutzen mittlerweile Facebook & Co. Es wird immer mehr zur Normalität sich mit Neuem außerhalb des Unternehmens (und des genossenschaftlichen FinanzVerbundes) zu beschäftigen.

2. Wie reagieren Mitarbeiter, Kunden und Shareholder auf Ihre Aktivitäten?

Welter: Wie ich eben schon erwähnte, die Akzeptanz steigt kontinuierlich. Unsere Facebook-Spendenaktion hat ein überwältigendes Echo bei uns in der Region ausgelöst. Immer mehr Mitarbeiter sind davon überzeugt, dass wir mit unserer Social Media Nutzung den richtigen Weg gehen. Und auch von unseren Kunden bekommen wir ein tolles Feedback zu unserer Social Media Nutzung.

Preiss: Auch bei unseren Geschäftspartnern stoßen unsere Aktivitäten auf reges Interesse. Fast täglich erhalten wir Anrufe zu unserer Social Media Strategie. Wir begrüßen die Vernetzung im genossenschaftlichen FinanzVerbund und wollen diese weiter fördern. Letztes Jahr haben wir das erste Barcamp im genossenschaftlichen Verbund organisiert. Das Barcamp kam super an und der zweite Termin steht schon fest. Die sozialen Medien fördern also auch die Selbstorganisation und Vernetzung im genossenschaftlichen FinanzVerbund.

3. Was ist aus Ihrer Sicht der wesentlichste Aspekt von Social Media? Wo zahlt es sich am meisten aus?

Preiss: Soziale Medien sind für uns in erster Linie ein Kommunikationsinstrument. Wir nutzen die Chance, unseren Wettbewerbsvorteil – die Nähe zur Region und die Beziehung, die wir mit unseren Kunden pflegen – auf das Internet zu übertragen. Natürlich präsentiert man sich durch die Nutzung dieser Medien auch als innovatives und offenes Unternehmen.

Welter: Ich betrachte Social Media mittlerweile als ein Instrument zur Steigerung der Lernfähigkeit von Unternehmen. Man bekommt viel direktes Feedback von Kunden und unglaublich viele Ideen durch die Kontakte in den sozialen Netzwerken sowie dem regelmäßigen Lesen von Blogs & Co. Ich glaube, wenn wir es schaffen diese Ideen in unser Unternehmen einfließen zu lassen und Kunden und Mitglieder in verschiedene Prozesse zu integrieren, können wir sehr zuversichtlich in die Zukunft schauen.

4. Wie abhängig ist Social Media von Personen?

Preiss: Ich denke schon dass die Nutzung auch von Personen abhängig ist. Ein Großteil unserer Social Media Aktivitäten findet ja auch außerhalb der üblichen Arbeitszeit statt. Dabei geht es dann weniger um Dinge wie Social Media Monitoring oder administrative Tätigkeiten. Diese Aspekte werden schon während der Arbeitszeit erledigt. Aber für das Lesen von Blogs und Büchern bzw. dem Sammeln oder Entwickeln von Ideen ist während der Arbeitszeit häufig zu wenig Zeit. Wir sind uns aber bewusst, dass diese Tätigkeiten für die Zukunftsfähigkeit der Volksbank Bühl enorm wichtig sind.

Aus diesem Grund haben wir das Projekt „Internet & Innovation“ initiiert mit dem Ziel, Trends und Innovationen kontinuierlich zu beobachten und hinsichtlich einer Nutzung in der Volksbank Bühl zu bewerten. Den Großteil des Arbeitsaufwands erledigen die Projektmitarbeiter außerhalb der Arbeitszeiten. Dafür stellt ihnen die Bank iPads zur Verfügung, und sie dürfen Vorträge und Messen besuchen oder Fachbücher bestellen. Vor kurzem hat die Projektgruppe beispielsweise das Innovationsforum der GAD in Münster besucht. Im Januar ist ein Workshop zu Thema „Banking der Zukunft“ mit T-Systems Multimedia Solutions auf der Agenda und im April geht’s zur republica nach Berlin. Natürlich ist das Engagement der Mitarbeiter ein wesentlicher Erfolgsfaktor, aber die Bank muss auch die notwendigen Rahmenbedingungen zur Verfügung stellen.

Ab Anfang Februar ist übrigens ein Blog zu dem Projekt online: blog.volksbank-buehl.de

5. Messen Sie die Ergebnisse von Social Media? Kann man dies überhaupt?

Welter: Klar messen wir die Ergebnisse. In einem Rahmen, den wir für vernünftig halten. Wir messen z.B. die Reichweite unserer Beiträge, die Feedback-Rate sowie die Entwicklung der „Likes“ bzw. Follower.  Was wir nicht messen ist so etwas wie ein ROI für unsere Social Media Nutzung. Das ist meiner Meinung nach nicht wirklich sinnvoll. Wir betrachten Social Media ja in erster Linie als Kommunikationsinstrument und für andere Instrumente wie z.B. E-Mail oder das Telefon stellen wir auch keine ROI-Analysen auf.

6. Sie haben inzwischen auch einen eigenes Innovationsteam und einen Innovationsblog ins Leben gerufen. Was sind aus Ihrer Sicht die wesentlichen Herausforderungen für eine regionale Genossenschaftsbank in den nächsten 5 Jahren?

Welter: Technologische Entwicklungen, Demographischer Wandel, Bankendichte in Deutschland, regulatorische Anforderungen, sich wandelnde Kundenanforderungen… Diese Liste könnte nahezu unbegrenzt fortgeführt werden. Im Rahmen meiner Master Thesis beschäftige ich mich mit der Innovationsfähigkeit der Volksbank Bühl. Ich bin der Überzeugung, dass es in den nächsten 5 Jahren darauf ankommt, die richtigen Weichen zu stellen, um in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben.

Preiss: Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Innovation und Tradition – das wird in den nächsten Jahren wichtig sein. Das heißt für uns zum einen die Weiterentwicklung unserer Multikanalstrategie und eine kundenorientierte Prozessoptimierung in Kombination mit wettbewerbsfähigen Kostenstrukturen. Zum anderen bedeutet das aber auch zielgerichtete Investitionen in eine moderne Personalentwicklung als der wichtigste Erfolgsgarant für die Zukunft.

Die Zusatzfrage(n):

Was erreicht der Karlsruher SC in der Saison 2010/2011 noch? Und wo haben Sie sich zuletzt erholt?

Welter: Ich hoffe, dass der KSC nicht absteigt. Zuletzt „entspannt“ habe ich in New York im Rahmen meines Studiums…

Preiss: Ich wünsche dem KSC von Herzen einen Platz vor dem Relegationsplatz. Zuletzt erholt habe ich mich beim Ski-Fahren in der Schweiz.

Anmerkung: Auch der Autor dieses Blogs wünscht dem KSC das er nicht absteigt und hofft natürlich auch das sein eigener Lieblingsverein nicht absteigt

Die Volksbank Bühl in den sozialen Medien

http://www.volksbank-buehl.de/homepage/social_media0.html

und als Toparbeitgeber bei kununu

Last but not least auch im TV

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=4QV78TGd1dc]

Wie man Claus Preiss und Franz Welter auf twitter erreicht

@fsw

@claus_preiss

In diesem Zusammenhang habe ich übrigens heute festgestellt, dass Claus Preiss bei fourthsquare Mayor im Genohaus in Stuttgart ist. Das muss sich ändern 🙂

Die Interviews aus dem letzten Jahr

finden Sie hier:

http://www.scribd.com/doc/46314339/Finance20-Interviews2010

Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

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