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Verlage

Verlage sind wirtschaftliche Unternehmen, die überwiegend reichen alten Männern gehören. Diese Verlage bilden ein Oligopol und hätten gerne ein Monopol. Der Dumont Verlag aus Köln zum Beispiel. Zum Dumont Verlag gehören die Tageszeitungen: Kölner Express, Kölner Stadtanzeiger, Kölnische Rundschau, Frankfurter Rundschau, Mitteldeutsche Zeitung, Berliner Morgenpost, Berliner Kurier, Berliner Zeitung. Im Jahr 2010 hat der Dumont Verlag 711 Millionen Euro eingenommen. Neben den Zeitungen führt der Verlag diverse Beteiligungen in den Bereichen Funk, Fernsehen und Internet. In den letzten Jahren sind einige Verlage immer größer geworden. Andere wurden kleiner oder verschwanden ganz von der Bildfläche. Was vielleicht daran lag, dass manche Verleger gerne Monopolisten wären. So wie google. Die sollen – so die Verleger und Politiker – Monopolisten sein und dürfen – weil sie ja wirtschaftliche Interessen haben – nicht an der politischen Meinungsbildung partizipieren. Ist ja auch klar, denn das ist ja die Rolle der Verlage.

Die Verleger – nicht immer alte Männer, manchmal auch die Söhne der alten Männer – haben in fast 20 Jahren nicht erkannt, dass sie ihre Geschäftsmodelle auf die neuen Marktbedingungen ausrichten müssen. Und das, obwohl viele jüngere Männer ihnen das immer wieder gesagt haben. Andere jüngere Männer haben ihnen direkt mal ihr eigenes Internet Unternehmen verkauft und sich ins Fäustchen gelacht, weil ihnen schon klar war, dass sie damit nie hätten Geld verdienen können.

Nun diese Verleger umgeben sich gerne mit Prominenten, Politikern oder mächtigen Persönlichkeiten. Das ist auch ganz klar, denn in ihren Zeitungen und Zeitschriften schreiben sie über diese und machen aus unbekannten Menschen bekannte Menschen und konzipieren Stars, beeinflussen Wahlen, machen Leute und zerstören Leute. Das ist ihre demokratische Aufgabe, weshalb man uns weismachen möchte, dass es ohne Zeitungen und Zeitschriften keine Demokratie mehr geben werde.

Gerne sagen uns die Verleger auch, dass man für ihre Erzeugnisse bezahlen müsse, weil es sonst keinen guten Journalismus mehr gäbe, dabei beschäftigen sie sehr viele Freiberufler, denen sie sehr wenig Geld bezahlen. In ihren Zeitungen steht darüber hinaus immer dasselbe, was man aber nur merkt, weil es das Internet gibt, denn früher hat man ja meistens nur eine regionale Tageszeitung und vielleicht noch die FAZ oder die Süddeutsche gelesen.

Im Internet – warum das so ist, kann ich mir eigentlich gar nicht erklären – wurden die Inhalte der Zeitungen und Zeitschriften von Anfang an kostenlos angeboten. Jetzt kaufen aber immer weniger Menschen die Papiererzeugnisse der Verlage wollen im Internet aber nicht für die Inhalte bezahlen. Und das Werbegeld verdient ja google. Jene Inhalte übrigens von denen google angeblich so unheimlich profitieren. soll Denn eigentlich wird google nur genutzt, weil man so die tollen Inhalte der Verlage erreicht, die man ohne google ja gar nicht finden könnte. Wobei google doch eigentlich nur Geld mit Werbung verdient und mal ganz ehrlich, es gibt kein google Angebot, welches ich seltener nutze als „google News“.

Gut für die Verlage ist allerdings, dass sie viele gute Bekannte in Politik und Wirtschaft haben. Die alten Verleger kennen die alten und teilweise auch die jungen Politiker. Und weil die sich alle so gut kennen, kann man da auch mal was machen. Ein Gesetz, welches die Verlage vor dem Wettbewerb schützt. Da ist dann Freiheit und Marktwirtschaft auf einmal nicht mehr so wichtig. Nicht der freie Markt und die evolutive Auslese treiben nämlich unsere Wirtschaft und Gesellschaft. Es ist der organisierte Markt. Das war schon immer so. Heute ist das jedoch viel stärker spürbar, weil wir uns ja in einer wirtschaftlichen Dauerkrise befinden. Wenn dann also ein ehemals erfolgreicher und mächtiger Wirtschaftszweig Probleme bekommt, dann trifft man sich. Heraus kommt dann ein Gesetz. Das trägt in diesem Fall den Namen Leistungsschutzrecht. Gesetz zum Schutz der Verlage vor dem Wettbewerb wäre wohl ein angemessenerer Name.

Natürlich könnte die Verlage ihre Inhalte auch vor dem Zugriff durch google schützen. Das wäre nur ein kleiner technischer Eingriff. Offenbar vertrauen sie der Qualität ihres Angebotes aber nicht und da ist ein Gesetz allemal besser. Das soll dann dabei helfen, dass die Verleger in den nächsten Jahren noch ihre roten Teppiche für die Prominenz ausrollen und Preise an diese vergeben können. Zum Beispiel den Bambi, wo sie dann auch ihre jungen Frauen zeigen und filmen lassen können. Zum Glück sind viele Verleger alt und bekommen vielleicht gar nicht mehr mit, dass ihr Leistungsschutzrecht nicht funktionieren wird. Dieses und viele andere dumme Gesetze oder Gesetzesentwürfe werden Deutschland im globalen Wettbewerb stattdessen einige Nachteile bereiten. Schuld daran ist nicht zuletzt die Überalterung und  die durch Angst und Angstmacher geprägte Kultur unseres Landes.

Was ist eigentlich aus den Dinosauriern geworden und was kommt als nächstes? Ein Gebäude Schutzrecht für die Filialbanken

Interessante Links zum Thema natürlich einseitig wie in der Presse

Netzpolitik org

Die google Kampagnenseite
Stefan Niggemeier. Dann reden wir mal über Zensur

Igel Kampagne gegen Zensur

PS. Ich werde nicht mehr wählen gehen

Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

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