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Verändern, erneuern, verbessern, verhindern

Es ist Samstag

Und an Samstagen fehlt mir immer die Zeit und ehrlich gesagt meistens auch die Lust um längere Blog Beiträge zu schreiben. Chris Skinner hat letzte Woche einen Blog Beitrag geschrieben, in welchem er die These aufstellte, dass Innovation eigentlich nichts mit Technologie zu tun hat bzw. nicht zu tun haben muss. Es ist verdammt schwer diesem richtigen Gedankengang zu folgen, denn in der Regel denken wir bei Innovation immer nur an Technik. Auch im Banking haben Innovationen sehr häufig mit Technik zu tun und die Innovationen, die von den Banken selber kommen, beziehen sich sehr oft auf Technologien, die dem Anbieter Kosten Einsparungen bringen, dem Nachfrager – also dem Bankkunden – aber in der Regel nur mehr Mühe und mehr Abhängigkeit.

Über die Folgen vermeindlicher Innovationen wird oft gar nicht nachgedacht oder hätten die Banken auf Selbstbedienung gesetzt, wenn Sie gewusst hätten, dass dadurch niemand mehr in die Filialen kommt?

Menschliche Innovationen

Technik um der Technik Willen kann nicht der richtige Ausgangspunkt für Innovationen sein und schädliche Innovationen müssen auch zu stoppen sein. Es darf nicht sein, dass ein einmal beschrittener Weg nicht auch wieder verlassen werden kann. Stuttgart 21 ist ja ein Beispiel für einen solchen „lock off“. Menschliche Innovationen sollten sich zudem an Menschen und deren Bedürfnissen orientieren und dann kann eine Innovation auch eine Art „Retrovation“ sein. Social Banking beispielsweise ist ja keine neue Erfindung. Es ist einfach die Wiederkehr eines Bedarfes bzw. die langsame Rückkehr der sozialen Idee in den gesellschaftlichen Mainstream. Was Friedrich Wilhelm Raiffeisen und Herman Schulze-  Delitzsch vor über einhundert Jahren ins Leben gerufen haben, war so eine soziale Idee. Entstanden aus einer Notwendigkeit in einem gesellschaftlich historischen Kontext. Heute widmet sich übrigens keine einzige deutsche Bank mehr den Menschen, die damals Ziel der Gründung der genossenschaftlichen Banken waren. Es gibt keine Bank, die unteren sozialen Schichten aus ihren finanziellen Problemlagen heraushilft und dies so tut, dass sie sogar gewinnbringend wirtschaften kann. Denn unternehmerischer Erfolg ist auch bei „Social Banking“ erlaubt. Wer gründet also die deutsche Mango Bank oder versucht diese Zielgruppe stärker in den Fokus zu nehmen.

100 Jahre sind ein Tag

Innovationen haben häufig auch nicht die Langfristigkeit menschlicher Zivilisation im Blick. Wir Menschen denken immer nur in unserem und vielleicht noch im Leben unserer Kinder. Was in 1000 Jahren sein wird, fragen wir uns nicht. Dies ist dann eben auch der Grund für den Zustand unseres Klimas. Und auch hier gibt es trotz besseren Wissens kein zurück. Und damit endet der Artikel, wo er begonnen hat: Nämlich bei Chris Skinner. In einem aktuellen  Blog Artikel fragt er, wie Banking in 100 Jahren aussehen wird. Eine interessante Frage, die man nur schwer beantworten kann.

Ich behaupte jetzt einfach mal. In 100 Jahren gibt es keine Banken mehr ! Übrigens eine These, die ich auch am 16. November auf einem kurzen Vortrag im Rahmen der wjax Finance Days vertreten werde. Vielleicht sieht man sich dort. Vor den Mitarbeitern einer Volksbank habe ich vor einigen Monaten einen ersten Versuch gestartet. Schauen sie selbst:

[slideshare id=5131838&doc=nurbankerbrauchennochbanken-100905041855-phpapp01]

Und was denken Sie?

Innovation für Banken

Das ist übrigens  mal eine wirklich nützliche und menschliche Innovation. Gefunden bei Springwise von wallets2share. Für die, die heute noch ausgehen! Oder für Banken als Geschenk im Rahmen der Sparwoche

http://springwise.com/fashion_beauty/wallets2wear/

Innovationsstopper

Gibe es natürlich auch. Dies sind zum Beispiel Unternehmen, welche Ihren Mitarbeitern die Nutzung sozialer Technologien verbieten.

Studie: Dax Konzerne sperren Facebook und Twitter (Quelle: portel.de)

Und die Gründe hierfür sind auch nicht neu. Sicherheitsbedenken, die Angst, dass Mitarbeiter Ihre Zeit vergeuden und natürlich die Angst vor dem Verlust der Kontrolle. Dahinter steht aber einfach nur Misstrauen und ein veraltetes Weltbild. Schon schlimm: Die Verbraucher vertrauen den Unternehmen nicht. Die Unternehmen vertrauen weder ihren Mitarbeitern noch den Verbrauchern, wünschen sich aber bzw. verstehen nicht, dass Mitarbeiter unmotiviert und leidenschaftslos arbeiten und Verbraucher lieber Familie, Freunde und Bekannte um Rat fragen. Wohin führt das?

Und zum Wochenende noch einen musikalischen Gruss. Das Thema: Misstrauen

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=q04_ClDxRsk]
Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

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