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TwentyTwo Seven – eine Bank oder was?

Wir sind nicht (mehr) der Nabel der Welt

Europa, Japan und die USA verabschieden sich langsam aus der Riege der führenden Wirtschaftsnationen und können dadurch auch weniger Einfluss auf die Weltpolitik nehmen. Die neue Welt wird eine nicht mehr von uns bestimmte Welt und wir werden verstärkt den Trends und Entwicklungen aus China, Indien, Brasilien und der vielen aufstrebenden Schwellenländern hinterherlaufen.

Im Banking können wir wohl davon ausgehen, dass die wirklich disruptiven Innovationen aus jenen Ländern kommen werden, in denen heute mehr junge Menschen leben, die zudem mit mobilen Anwendungen groß geworden und auf diese angewiesen sind. Das Internet auf mobilen Endgeräten genutzt von Menschen, denen Social Media in die Wiege gelegt wurde. Die noch dazu häufig gar nicht wissen was eine Bank ist und unsere etablierte Form von Bank auch gar nicht gebrauchen könnten.

In diesen Ländern werden sich dann auch alle Ideen, Anwendungen und Unternehmen, die uns tagtäglich im Bankenumfeld begegnen, zuerst durchsetzen und wir können dabei zuschauen wie sie zum Masseneinsatz kommen.

22Seven

22Seven ist so ein Unternehmen. Es kommt aus Südafrika und schon die Internetseite ist sehr interessant, denn es werden nicht – wie bei uns üblich – direkt agressiv Produkte angeboten oder irgendwelche – von Banken erdachte – Bedarfsfelder dargestellt. Außerdem wirkt die Internetseite übersichtlich und gut strukturiert. Eigentlich widmet sie sich nur einem Thema, dass letztendlich aber wohl auch alles ausdrückt und umfasst, was Menschen von Banken erwarten:

Nämlich mehr aus ihrem Geld zu machen. Auf der Internetseite liest sich dies so:

Do more with your money

Having money is nice. Having more money is nicer. But you don’t have to earn more to get more. By looking at your money differently, you can find more of it. And do more with it. Here’s how 22seven helps.

Auf den ersten Blick haben wir es hier mit einem Personal Finance Management Tool zu tun. Das ist zwar inzwischen fast ein alter Hut. Auch wenn wir meistens nur eines gesehen, aber selber noch nicht genutzt haben. Die Kunden von 22seven können aber zusätzlich ihre Kontoauszüge freigeben und erhalten dann die entsprechenden Tipps für den vernünftigen Umgang mit Geld und vor allem natürlich über Einsparungsmöglichkeiten.

Das schockierende aus unserer deutschen Perspektive: Nutzer müssen und sind dafür offensichtlich bereit ihre Banking Pin und Tan an 22seven weiterzugeben. Undenkbar für uns – offenbar aber nicht in einem anderen Kulturkreis. Allerdings hat der Anbieter auch nur Leserechte

Bei 22seven gibt es zudem einen Q und A Bereich für die Kommunikation der Kunden und die Seite arbeitet zur Erklärung und Darstellung der Dienstleistung mit Storytelling. Auch das habe ich bei einer deutschen Bankenseite bisher noch nicht gesehen. Komisch eigentlich – sieht doch alles so einfach aus. Warum ist es nicht so einfach?

https://www.22seven.com/

Noch eine Ankündigung

Im Innovationsblog der Volksbank Bühl, die heute übrigens auch über Knab berichtet, gibt es in der nächsten Woche ein Interview mit Brett King, der die Bankenbranche wirklich revolutioniert und nicht nur darüber spricht oder diskutiert, wie ich!

Warum können oder wollen Banken eigentlich nicht dienen?

Mit dieser Frage beschäftige ich mich mal über das Wochende. Vielleicht auch eine spannende Hausaufgabe für Sie? Ich würde mich für ihre Meinung interessieren.

Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

  • Alex

    Ich bin überrascht, dass die Seite 22seven allein in Englisch ist. Ich dachte immer Südafrika sei das Land der vielen Sprachen.

  • greich

    Reblogged this on im Zuge der Zeit.

  • greich

    Interessante Artikel! Vielleicht findet sich die eine oder andere Antwort auf die Frage: Wo liegt das Problem der Banken und warum sie nicht dienen können oder wollen hier http://ow.ly/eqcQj
    Gruß Gustavo

  • Apropos Dienende Banken « Finance 2.0

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