title

Blog

Top Themen der nächsten Finovate und ein Thema das leider fehlt

FinovateFinovate Fall 2012

In einigen Wochen findet die nächste Finovate statt. Diesmal in New York City, bevor es dann im Winter wieder nach London geht. Ich habe mir mal das Line up etwas genauer angesehen, um eventuell neue Trends in der amerikanischen Bank Technologie Szene zu erkennen, denn auch, wenn der deutsche und der amerikanische Markt kaum vergleichbar sind, findet man durchaus immer auch Entwicklungen, die auch bei uns zunehmende Bedeutung gewinnen werden. P2p Banking, Cloud Computing, Mobile Payment, Personal Finance Management und crowdfunding (lesen Sie hierzu auch den Artikel in der aktuellen Ausgabe der Madame*) sind solche Entwicklungen, die mit mehr oder weniger großer Intensität auch die deutschen Banken und deren Herausforderer beschäftigen und die so langsam auch bei ersten Konsumenten ankommen.

Die alten Trendthemen sind auch die neuen Trendthemen auf der Finovate 2012. Es gibt zwar einige Weiterentwicklungen, die aber eher im Bereich Convenience anzusiedeln sind. Darüber hinaus spielt das Thema Sicherheit und Compliance eine wichtige Rolle, vor allem auch deshalb, weil mobile Banking, Payment und auch Cloud Computing an Fahrt gewinnen und damit auch neue erweiterte Risiken zu betrachten sind.

Engagement Banking

Wieder dabei ist Backbase, die man wohl in die Kategorie Vereinfachung der Umstellungsprozesse für Rechenzentren einordnen kann, denn deren Portal Software ergänzt die vorhandenen Anwendungen der Rechenzentren um ein zusätzliche kundenfreundliche und leicht bedienbare Engagement Ebene, die wohl einen Social Banking Ansatz ermöglichen soll. Backbase größer werdende Kundengruppe besteht aus namhaften Unternehmen z.B. auch aus der ABN AMRO, die ja in Deutschland mit ihrem Angebot moneyou unterwegs sind.

Mobile Geldbörse

Die mobile Geldbörse wird ebenfalls weiter entwickelt. White Label Lösungen für Banken gewinnen an Bedeutung. Die Mobilisierung von Kunden- und anderen Karten betreibt beispielsweise das Unternehmen Blackhawk Network

Vom Rest das Beste

Aus der großen Anzahl gleicher oder ähnlicher Produkte und Services stechen für mich die folgenden Anbieter heraus, wobei die Auswahl natürlich durch meine persönliche Meinung rein subjektiv ist. Es handelt sich also um Anbieter, deren Angebote ich persönlich für erforderlich oder wünschenswert auch im deutschen Bankenmarkt halten würde

Zum Beispiel Waspit

Waspit bietet Social Banking für Studenten und könnte mit dem Slogan Pay, Share, Manage and Save Easily umschrieben werden. Es soll also leicht und vor allem auch Online gehen. Das Mobiltelefon spielt natürlich eine große Rolle. Es geht um mobiles Bezahlen und das Sammeln von Punkten (Currency, Gamification) für das Teilen von Erfahrungen (z.B. Einkäufen oder auch Sparaktivitäten). Die Idee beruht natürlich auf der schon beinahe überstrapazierten Erkenntnis, dass man den eigenen Freunden und der eigenen Community mehr vertraut als Unternehmen oder Experten. Die Anbindung der sozialen Online Netzwerke ist deshalb natürlich auch selbstverständlich. Der Service ist zunächst kostenlos und wird sicherlich noch ausgebaut werden. Ein wenig Experimentierfreude und -bereitschaft schein bei dem Anbieter, der u.a. mit Master Card zusammen arbeitet oder zu dieser Gruppe gehört (Hometown Bank) vorhanden zu sein.

http://blog.waspit.me/

ttps://www.waspit.me/what_is_waspit.html

Zum Beispiel Shopkeep

Shopkeep sorgt dafür, dass kleine Händler das ipad als Terminal zur Abwicklung von Transaktionen im Geschäft einsetzen können. Die Bilder auf der Internetseite sind allein aus stylistischen Gründen schon sehr beeindruckend. Neben vielfältigen Zahlungemethoden u.a. auch Paypal, können Quittungen als E-Mail gesendet werden und es gibt direkte Auswertungsmöglichkeiten.

http://www.shopkeep.com/

Zum Beispiel Paytap

Hier geht es um so etwas Ähnliches wie Gruppen Bezahlungen. Das soziale Netzwerk spielt also eine Rolle. Allerdings wohl eher das enge soziale Netzwerk der Familie und der engen – in der Regel persönlich bekannten – Freunde. Freunde und Familie können die Rechnungen, die man selber nicht bezahlen kann, einfach direkt begleichen, indem die Rechnung in ein Online Portal gestellt wird. Eine Anwendung, die ich mir aktuell sehr wünschen würde, da ich mich ein wenig um die finanziellen Angelegenheiten meiner leider erkrankten Mutter kümmern muss. Mir fehlt aber die mobile Applikation, die am besten noch in Echtzeit funktioniert, falls ich z.B. mal die Geldbörse vergessen habe.

http://www.paytap.com/

Zum Beispiel Lerarnvest

Learnvest ist eine Personal Finance Plattform, die sich an Frauen richtet. Frauen – auch dass wissen wir – treffen heute viele wesentliche finanzielle Entscheidungen. Besonders interessant finde ich einerseits die Fokussierung auf diese Zielgruppe – aus Deutschland kenne ich sowas immer nur in Form von Marketing und Vertriebsstrategien – und das Angebot umfangreicher Tutorials zur Wissensvermittlung.

http://www.learnvest.com/knowledge-center/

Und zum Schluss PlayMoah

PlayMoah ist ein online Spiel für Kinder und Teenies, welches das Ziel verfolgt auf einfache Art und Weise den richtigen Umgang mit Geld zu vermitteln. Anmelden können sich auch die Eltern, welchen ein Dashboard zur Verfügung steht, mit welchem Sie die Lernfortschritte Ihrer Kinder überwachen können. Nicht alle Aufgaben sind virtuell, es muss auch reales Geld gemanaged werden.

http://www.playmoolah.com/

Hier die Liste aller Teilnehmer:

http://www.finovate.com/fall2012/presenters.html

Und was leider fehlte

Hat wenig mit Technologie zu tun und hat auch nur in den Auswirkungen mit dem Endkunden zu tun. Es fehlen Unternehmen, welche sich mit den gesellschaftlichen und kulturellen Grundlagen menschlichen Wirtschaftens befassen. Die moralische und soziale Fragen stellen und Antworten geben, und welche den Banken und vor allen deren Führungskräften das Wissen und Vertrauen vermitteln, um „Social Banking“ zu betreiben. Nachhaltiges Wirtschaften, welches keine Manipulation des Libors oder sonstige mit negativen Effekten für die Mehrheit der Menschheit verbundenen Handlungen erfordert. Gerade die modernen Technologien und deren Möglichkeiten erfordern ein offenes und transparentes, gelebtes und mit den Kunden geteiltes Wertesystem und Handlungsstandards, die auch festlegen, wie diese Technologien genutzt werden dürfen. Nämlich zum Wohl des Kunden, der Stakeholder, der Natur, nachfolgender Generationen und der lokalen Gemeinschaft.

*Auf Seite 52 der Madame gibt es einen Bericht zum Thema crowdfunding mit Zitaten von mir.

http://www.madame.de/themen/current.pdf

Auch das könnte Sie interessieren

Franz Welter fasst die Finovate in London zusammen

Mein kleiner Videobeitrag zur Finovate in London

Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

Post A Comment

 

Lesen Sie den vorherigen Eintrag:
Warum gibt es eigentlich keine Volksbanken Raiffeisenbanken Mitglieder Community?

Die genossenschaftliche Finanzgruppe hat mehr als 17 Millionen Mitglieder. Einschränkung: Die Mitglieder gehören eigentlich zu regionalen Genossenschaftsbank. Es gibt als...

Schließen