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Thank god for fintech

Thank god for Fintech

Es war einmal

Im Jahr 2007 begann die weltweite Finanzkrise. Sie kam wie ein Vulkanausbruch und trieb nicht nur zahlreiche Finanzunternehmen in den Ruin sondern brachte weltweit auch hunderttausende Menschen um ihre Existenz. Staaten und Regierungen versprachen uns zu retten und flickten die sinkenden Schiffe zusammen. Sie versprachen uns darüber hinaus, dass eine solche Finanzkrise nie wieder stattfinden würde und sie Banken und Versicherungen durch weltweite regulatorische Maßnahmen domestizieren würden.


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FinTech macht den Banken Beine

 

Im Jahr 2015 brodelt der Vulkan nur noch. Viele Regulierungen wurden auf den Weg gebracht. Die Banken beginnen sich zu verändern. Doch nicht scheinheilige Regulierungen haben die Banken in Bewegung gebracht. Digitale Technologien und die aus den Ruinen der Finanzkrise entstandene FinTech Bewegung sind Auslöser und gleichzeitig ein Segen für uns Verbraucher. Es waren und sind Menschen, die, begonnen bei Social Media Kampagnen für Kundenrechte, über bitcoin, bis hin zu den Neo Banken und Blockchain Initiativen des Jahres 2015,  ein FinTech Ökosystem entwickelt haben, dass Banken unter Druck und in Bewegung setzt.

 

Enabler und Disruptoren

FinTech Unternehmen sind darauf aus einen Misstand zu beseitigen bzw. ein wirkliches Kundenproblem zu lösen, welches sie meistens selber erlebt haben. Kein Wunder also, dass viele Gründer mal bei einer Bank gearbeitet haben bzw. als Berater in einem Projekt eine Bank beraten haben. Einige FinTech Unternehmen – jene, die ich als Disruptoren bezeichnen würde – verfolgen einen Massive Transformative Purpose, eine Eigenschaft, die alle Unternehmen haben, die Salim Ismail in seinem Buch „Exponenital Organizations“ untersucht hat.

Nur jene FinTechs die angetreten sind echte Gamechanger zu werden (Peter Fisk), helfen den Verbrauchern und unserer Gesellschaft wirklich weiter. Deshalb frage ich in meinen Finterviews immer nach „Enabler oder Disruptor“. Es reicht nicht aus und ist wahrscheinlich nicht einmal gut, jenen Banken auf die Beine zu helfen, deren Kultur nicht für eine digitale und möglicherweise mehr am Gemeinwohl orientierte Ökonomie bereit ist. FinTechs sollten deshalb bei jeder Kooperation sehr intensiv prüfen, ob die eigene Kultur zur der des Kooperationspartners passt.

Jeder klassische Werbespot einer Bank zeigt doch, wie weit diese auf dem Weg der Digitalen Transformation bereits gekommen oder eher nicht gekommen ist. Kein Wunder deshalb auch, dass so viele Inkubatoren oder Accelaratoren scheitern, wenn diese Maßnahmen nur aufgrund von Listen aus Lehrbüchern oder durch den Eingriff der üblichen Berater, die seit Jahrzehnten auf der Partnerliste der Banken stehen (aber eigentlich vor den selben Herausforderungen stehen) aufgesetzt werden.

 

Danke an das FinTech Ökosystem

Ohne FinTech wäre fast alles noch wie vorher und es ist ja nicht so, dass die großen Banken nicht noch größer geworden wären oder das es im Jahr 2015 keine Bankskandale gegeben hätte. Ich erinnere mich auch nicht an irgend eine Ankündigung einer Kehrwende einer Bank durch einen geläuterten Bankvorstand?
Die Digitalisierung ist ein Segen. Natürlich kann sie auch zum Fluch werden, wenn wir nicht die entsprechenden ethischen Grundlagen schaffen, wir uns also darüber klar werden, wie wir leben wollen. Klar ist jedoch: Gestern war es nicht besser und es soll bitte nicht wieder werden wie es war und auch nicht so bleiben wie es ist. Deshalb brauchen wir auch im nächsten Jahr ein sich weiter entwickelndes FinTech Ökosystem.

 

Thank god for FinTech and thank god it´s christmas. And Have yourself a merry little christmas…

 

Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

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