title

Science Reality

Eine kurze Geschichte von Science Fiction. Der Film ist einige Jahre alt, gewinnt aber an Aktualität, denn aus Science Fiction ist inzwischen Science Reality geworden. Die Exponentialität nimmt ihren Lauf und wir versuchen hilflos damit umzugehen. Lange schon ist das Tempo der Veränderung größer als das Tempo unseres Lernens (Eddie Obeng). Wir lösen Probleme der Vergangenheit, wo wir eigentlich Probleme der Zukunft lösen müssten. Und wenn wir in unsere kleine (aber bedeutende Fintech Welt schauen), dann müssen wir bedauernd feststellen, dass wir nichts an den Dingen, Rahmenbedingungen und Abläufen dieser Welt verändern, die uns irgendwann zum Verhängnis werden (da beißt auch Ray Kurzweil und seine Allmachtsphantasie Kollegen keinen Faden ab). Wo ist eigentlich die „Social Banking“ Bewegung geblieben mit der Fintech in Deutschland eigentlich anfing?

 

http://www.financezweinull.de/next-banking

 

Und jetzt Bühne frei für Sci- Fi: Since 1902 von Iban Corominas

a

Sci-Fi: since 1902 from Iban Corominas on Vimeo.

 

Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

  • Michael May

    Hallo Herr Janek,

    anbei ein Text zum Thema, den ich auf meinem Blog veröffentlicht habe (pflege diesen derzeit nicht, Verspreche aber Besserung … ).

    Wer, wenn nicht wir?

    Veröffentlicht am 7. April 2016

    Dem jungen Max Planck wurde geraten, sich nicht weiter mit der Physik zu befassen, denn „schließlich sei schon fast alles entdeckt“. Doch er wurde der Begründer der Quantentheorie und Albert Einstein schließlich zertrümmerte mit seinen revolutionären Erkenntnissen die alte Physik vollends. Ohne ihn gäbe es kein GPS, keine Raumfahrt und keine Atombombe.

    Menschen sitzen in unterirdischen Räumen vor Bildschirmen und tauschen über eine Art Skype Small Talk aus , was sie „Ideen“ nennen. Diese Menschen sind mit Tausenden von „Bekannten“in der Welt verbunden. Ein alter Hut mögen sie sagen. Doch E.M. Forsters Werk „The Machine Stops“ erschien bereits 1909, also vor über 100 Jahren.

    Aktuell beherrschen wenige große, technisch getriebene Unternehmen aus den USA die digitale Welt. Sie umarmen ihre Nutzer freundlich, aber immer fester. Der Slogan „Don’t be evil“ eines dieser großen Provider könnte ein Irrtum sein. Aber auch eine bewusste Täuschung, um die Nutzer in trügerischer Ruhe zu wissen. Die Suchanfragen werden vor allen Dingen dazu genutzt, die eigenen Algorithmen besser, schneller und schließlich schlauer zu machen. So meint Ray Kurzweil, der für dieses Unternehmen zur Künstlichen Intelligenz forscht: „2045 wird der Punkt der ‚Singularität‘ erreicht: Die Rechenleistung aller Computer zieht gleich mit der aller menschlichen Gehirne„. Das kann man auch als klare Kampfansage sehen.

    Diese Unternehmen sind auf einer Mission. Der Eigenen. Sie wollen die Welt nach ihrem Bild prägen. Sie maßen sich an, die Zukunft der Menschen nach ihrer Vorstellung zu gestalten, ob diese wollen oder nicht. Als Unternehmer kann ich das durchaus nachvollziehen. Das ist die ultimative Kundenbindung. Diese Mission blendet den wichtigsten Bestandteil einer Demokratie aber bewusst aus, da er stört: Den Citoyen, den Bürger, der im Geist der Aufklärung an der Gesellschaft teilhat und diese mitgestaltet. Uns.

    Mittlerweile versuchen immer mehr Konzerne, aber auch mittelständische Unternehmen sich ein Bild von einer möglichen Zukunft zu machen. Dabei haben die Verantwortlichen festgestellt, dass ihre Phantasie und Vorstellungskraft oft nicht ausreicht. Selbstfahrende Autos als Fortschreibung des Fahrzeugverkehrs sind nun nicht wirklich prickelnd.

    Daher greifen viele Unternehmen verstärkt auf die Visionen und Vorstellung von Science-Fiction Autoren zurück, die schon die verrücktesten Sachen erdacht und niedergeschrieben haben: Zombies durch genetische Veränderungen. Künstliche Intelligenzen und Roboter, die die Menschen beherrschen. Menschen als Nahrungsquelle für andere Menschen. Autoritäre Systeme, in denen die Bevölkerung durch Drogen, Brot, Spiele und massive Gewaltanwendung ruhig gehalten wird. Vor hundert Jahren hätte sich wohl niemand vorstellen können, dass wir nun über Waffen verfügen, von denen allein eine Einzige eine Großstadt vollständig vernichten kann.

    Hier eine sehr kleine Auswahl interessanter Filme, die Unternehmen auswerten:

    Terminator – Eine Künstliche Intelligenz (Skynet) will mittels Robotern die Welt übernehmen und die Menschheit ausrotten

    Das Ding aus einer anderen Welt – Gefährliche parasitäre Intelligenzen bedrohen die Menschheit

    Phase IV – Intelligente Ameisen machen dem Menschen die Erdherrschaft streitig

    Jurassic Park – Genetische Eingriffe geraten außer Kontrolle

    Blade Runner – Denkende, mit Gefühlen ausgestattete Cyborgs sind menschlicher als Menschen

    Brazil – Totale Technisierung und Bürokratisierung

    Idiocracy – Gesellschaftliche Degeneration

    Andromeda – Tödlicher Staub bedroht die menschliche Zivilisation

    Die Truman Show – Perverse Freizeitgestaltung und TV-Gesellschaften

    1984, Equilibrium, Schöne Neue Welt – Gesellschaftlicher Verfall und totale Unterdrückung der Bevölkerung

    Soylent Green – Menschen werden zu Nahrung verarbeitet

    In nahezu all diesen erdachten Visionen existiert kein Recht mehr, keine Demokratie, sondern es werden autoritäre und totalitäre Staaten und Megakonzerne oder anarchische, kriegerische Welten beschrieben, wo das Recht des Stärkeren gilt. Der Übermensch findet in Superman sein Pendant und bei Star Trek oder Das 5. Element hingegen überwiegt der Glaube an das Gute. Die positiven Szenarien befinden sich eindeutig in der Minderheit.

    Unsere Technologien sind in den letzten 100 Jahren unglaublich mächtig geworden und eine Technologieabschätzung scheint wichtiger denn je, da nunmehr mächtige Eingriffe unumkehrbar wirken können. Diese Diskussionen werden aber kaum geführt.

    Wenn man sich mit den Forschungen von Anthropologen wie Jared Diamond und Marvin Harris befasst erkennt man, wie fragil unsere Gesellschaften wirklich sind. Es gibt keinen sicheren Grund. Alle Kulturen werden geboren, steigen auf, erleben ihren Höhepunkt und verfallen dann entweder schlagartig oder allmählich. Sumerer, Griechen, Römer, Maya, Azteken, Inka, Mongolen oder Khmer: Ihre großen Zeiten sind Geschichte.

    Sofern wir unsere Zukunft selbst gestalten und sie nicht den Visionen anderer ausliefern wollen, dann müssen wir mitdiskutieren, unsere Rechte und Pflichten als Citoyen wahrnehmen. Nur so werden wir die Demokratie und freie Marktwirtschaft erhalten können. Jede andere Alternative scheint mir der Weg in eine unangenehme Welt zu sein, denn ich möchte weder von Megakonzernen noch übermächtigen Regierungen kontrolliert und regiert werden.

    Michael May

Post A Comment

 

Lesen Sie den vorherigen Eintrag:
Agile Partnership Workshop for the FinTech Industry in Berlin

Strategic alliances with tech companies open up a whole new world of opportunities to providers of financial services. All these...

Schließen