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Retail Banking: Ein Ruck, der nicht helfen wird

Bild1Am 30.06.2014 – Deutschland hatte nur 3 Sterne – war ich Teilnehmer und Referent (zusammen mit dem AWESOME BANKING TEAM) auf der Managementcircle Veranstaltung: Retail Banking – neue Geschäftsmodelle für das digitale Zeitalter.

 

Bereits der Veranstaltungstitel sagt: Das digitalte Zeitalter bringt Herausfoderungen mit sich und welche dies sind, konnten die zahlreichen Referenten entsprechend darstellen. Auch was zu tun ist, erfordert mittlerweile kein Karten lesen mehr. Nicht nur google sagt, was es tun würde. Auch die Vertreter großer Banken und Beratungshäuser zeigen Lösungswege auf und berichten über erste Erfolgsstorys.

 

Der Schluss liegt nah – auch wenn die geringe Anzahl an Teilnehmern durchaus noch ein wenig Skepsis übrig lässt – das nun ein Ruck durch die Bankenwelt gehen wird. Die Ärmel werden hoch gekrempelt und die Geld Schatulle geöffnet. Ab jetzt können sich die Herausforderer warm anziehen. Die Banken schlagen zurück. Aber ist das wirklich so und können die Banken überhaupt noch richtig reagieren?

 

In den nächsten Wochen und Monaten werden wir viel Aktionismus sehen. Inkubatoren und Innovation Labs werden gegründet werden. Banken werden mobile Anwendungen kopieren. Manche sogar startups kaufen oder sich an startups beteiligen. Und je zentraler die Strukturen der Banken sind, desto größer wird der Ruck sein.

 

Es wird rucken, aber es wird sich nur wenig tun, denn:

 

  • Digitalisierung ist zu 99 % Kultur und nur zu 1 % Technologie
  • Kultur ist nur schlecht gestaltbar, widerständig und langsam
  • Kulturveränderung entsteht an den Rändern
  • Menschen stehen der Entwicklung im Weg
  • Gefühl ist mächtiger als Verstand

 

  • Der Weg von den Rändern zum Zentrum ist in Banken besonders lang und beschwerlich
  • Banken sind überkompetent bzw. Sie verstehen zu viel von ihrem Geschäft und sind der Meinung den Kunden und seine Bedürfnisse zu verstehen. Die  Lösungsqualität nimmt in digitalen Märkten ab, während die Banken aufgrund des hohen Investments in deren Aufbau, an den vorhandenen Kompetenzen festhalten. *Es gibt keine Innovation oder schöpferische Zerstörung im Schloss
  • Zu jeder Innovation gehört ein Wertewandel. Das eigene teilweise über lange Zeit sich entwickelnde und durch interne Kulturprogramme mühsam etablierte Wertesystem muss angegriffen werden*
  • Die Mitarbeiter von Banken sind zu 98 % konservativ . Sie streben überwiegend nach individueller Sicherheit und nicht nach aktiver Veränderung
  • Sie (die Mitarbeiter von Banken)  sind in einer ebenso konservativen und von Angst und auf Bewahrung ausgerichteten gesellschaftlichen Kultur aufgewachsen und von dieser geprägt. Verlustängste lähmen und führen zu Widerständen innerhalb des sich verändernden Gebildes

 

  • Deutschland ist ein digitales Entwicklungsland. Mächtige Institutionen, Unternehmen und populäre Personen der Öffentlichkeit stemmen sich gegen digitale Angreifer, in dem sie auf juristische Abwehrmaßnahmen und weniger auf schöpferische Energie setzen. Dadurch wird Banken und Bankentscheidern vermittelt es gäbe eine Möglichkeit Veränderung dauerhaft durch gesetzliche Maßnahmen zu stoppen
  • In Banken gilt das Senioritätsprinzip, deshalb sind viele Führungskräfte  bereits auf dem sicheren Weg in den Ruhestand. Eine “Nach mir die Sintflut” Mentaltität prägt die unternehmerischen Entscheidungen
  • Es gibt (zu) viele Mitarbeiter, die reine Führungsrollen einnehmen.   Sie wehren sich gegen Veränderung, da ihr Risiko zum Opfer dieser Veränderung zu werden besonders hoch ist
  • Die Mehrzahl der Mitarbeiter wird verlieren. Digitales Banking kommt mit wesentlich weniger Mitarbeitern aus und diese werden deutlich andere Kompetenzen haben. Die Mehrzahl der Mitarbeiter hat deshalb kein Interesse an der digitalen Transformation

 

Lesen Sie hierzu: Brett Kings 5 best banking jobs in 5 years from now

 

  • Nur wenige Bankvorstände denken und handeln unternehmerisch. Sie haben gelernt Risiken zu vermeiden und nicht Chancen zu nutzen

 

  • Es wird definitiv weniger Banken geben.
  • Grosse und zentral gesteuerte Banken haben bedeutende Vorteile bei der Bewältigung digitaler Herausforderungen
  • Der Bankenmarkt und die Kundenansprüche werden internationaler
  • Digitale Transformation kostet Geld. Es gibt  aber kein Geld ohne Aussicht auf ROI
  • Die Vergangenheit lässt immer weniger Prognosen über die Zukunft zu

 

  • Im Internet herrscht eine „Winner takes it all Dynamik“
  • Banken erkennen die Realität vor lauter Bäumen(Herausforderungen) nicht.
  • Die Regeln der modernen Bankenwelt werden ausserhalb der Banken in der digitalen Ökonomie definiert
  • Viele reden mit
  • Geschwindigkeit ist der wesentliche Vorteil in der digitalen Ökonomie

 

  • Wir haben die Konsequenzen der digitalen Transformation noch gar nicht verstanden
  • Beratungsunternehmen wiegen Banken in falscher Sicherheit
  • Es gibt keine Kanäle. Es gibt nur Kunden. Alles ist darauf auszurichten, dass der Kunde gewinnt
  • Der Kunde verdient die beste Lösung
  • Nur der Kunde gewinnt wirklich. Oder – Nur wenn der Kunde gewinnt, dann gewinnt die Bank

Wir alle wissen wie schwierig Veränderung ist, denn wir scheitern jeden Tag daran. Fast Jeder von uns

 

*Lesen Sie in der aktuellen GDI Impuls: Die neue Nachhaltigkeit. Sven Gabor Janzky. S 90 – 95

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Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

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