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Nur mutige Menschen verändern Banken

Eine Frage…

…treibt mich um:

Wie würden sich Banken eigentlich verändern, wenn man den Vorstellungen und Wünschen von Kunden folgen würde?

Ohne das ich es belegen könnte, lautet meine Antwort: Mit grosser Wahrscheinlichkeit überhaupt nicht. Das ist grundsätzlich auch keineswegs überraschend, da wir im Prozess der Zivilisation- zumeist unmerklich- zu Nutzenmaximierern erzogen wurden und – bis zum geht nicht mehr individualisiert und nahezu allen sozialen Bindungen entkoppelt- nach corporatistischen Logiken entscheiden.

Damit es wirkliche Veränderungen gibt, benötigt man wohl außergewöhnliche Menschen und Visionäre, die Mut, Überzeugungskraft und den entsprechenden Einsatz für die Um- und Durchsetzung der eigene Idee mitbringen. Und die es darüber hinaus schaffen sich üblichen Regeln und Gesetzmäßigkeiten zu entziehen. Zum Beispiel einer schon lange nicht mehr funktionierenden Wachstumslogik. Oder im privaten Bereich der Irrglaube, dass immer mehr Geld und damit verbunden immer mehr Konsum das persönliche Glück maximiere

Technologie braucht Sinn

Veränderung ist ein wesentliches Thema des Finance20 Blogs. Technologie und das Internet spielen eine zentrale Rolle.Mich begeistern Ideen und Lösungen, die sich an den Interessen und Bedürfnissen des Menschen (oder hierBankkunden) orientieren. Die also zum Beispiel Komplexität reduzieren, Zeit sparen, Spass machen, Transparenz herstellen, Verstehen und Befreiung ermöglichen. Also letztendlich den Menschen ein Stück weit Kontrolle und Selbständigkeit zurückbringen. Allerdings bin ich auch der Meinung, dass diese technologisch getriebenen Veränderungen nicht ausreichen werden. Grundsätzlich andere Banken entstehen nicht durch Technologien und auch nicht durch Social Media.

Mutige Menschen verändern Banken

Und ein solcher Mensch ist offensichtlich Helmut Lind. In der August Ausgabe der Brand Eins habe ich erstmals von ihm gelesen. Er ist Vorstand der Münchner Spardabank und verfolgt das Ziel, dass Handeln seiner Bank am Gemeinwohl auszurichten. Nachhaltigkeit ist für ihn offenbar nicht nur ein Mode- oder Marketing Begriff, denn er will zukünftig nicht mehr in klassischer Form bilanzieren. Die Sparda Bank München, die heute schon in vielerlei Hinsicht außergewöhnlich ist – hier wird die genossenschafliche Idee wieder wirklich gelebt – wird – wenn es nach Helmut Lind geht – in den nächsten Jahren die Gemeinwohlbilanz einführen. Wieder ein Unternehmen mehr, das erkennt: Es ist Zeit für eine Veränderung. Und dabei soll und kann auch Gemeinwohl profitabel sein. Es gibt sie nämlich nicht „Die Wirtschaft“. Stattdessen gibt es viele Millionen Menschen und viele Milliarden Menschen, die alle die Chance haben zu zeigen, dass man auch wirtschaften kann, ohne diesen Planeten zu zerstören.

Interview mit Helmut Lind auf youtube

Das Projekt von Helmut Lind gilt es zu beobachten. Aber lesen Sie doch selbst einmal in der Brand Eins/August 2011 nach. Allein für diesen Artikel lohnt sich der Kauf.

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Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

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