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Mybankrating.de beantwortet 6 Fragen mit Zusatzfrage

Kennen Sie eigentlich mybankrating.de?

Transparenz und Vergleichbarkeit im Finanzmarkt wird für Verbraucher immer wichtiger und – durch das Internet – auch immer einfacher. Wozu braucht man Beratungsprotokolle, wenn man über Internetplattformen wie mybankrating.de  einen maximalen Grad an Unabhängigkeit gewinnt und im Vorfeld abklären kann, welches Produkt oder welcher Berater besonders empfehlenswert sind.

Online Portale wie mybankrating.de haben gute Chancen die Finanzbranche zu verändern und sogar zu verbessern. Auch wenn bisher keinem der deutschen Vergleichsportale der Durchbruch gelungen ist, führt die verstärkte Internetnutzung (alle sind jetzt drin) und damit die Möglichkeit der Verbraucher das Medium selber zu erfahren und nicht durch Fernsehen, Radio oder Tageszeitung falsch vermittelt zu bekommen, zu einem wachsenden Interesse an Selbstservice und das in einem Land, in welchem der Verbraucher dazu erzogen wurde, seine persönlichsten Interessen durch Vertretungen vertreten zu lassen.

Alexander Majonek und Thomas Jastram von  mybankrating waren so freundlich mir 6 Fragen und eine Zusatzfrage zu beantworten

1.       Was ist mybankrating.de?

Mybankrating ist eine Bewertungs- und Informationsplattform für Finanzdienstleistungen im Internet, zur Suche und Bewertung von Finanzberatern. Darüber hinaus kann der Nutzer seine eigene Risikoneigung bei Anlageentscheidungen ermitteln, – im Prinzip so wie es im Beratungsgespräch in der Bank auch geschieht, nur sieht der Nutzer bei uns zusätzlich noch passende Produkte zu seinem Risikotyp. Er kann das Ganze von Zuhause aus erledigen und in Ruhe verstehen was er da ermittelt hat. Diese Information kann er dann ins nächste Beratungsgespräch mitnehmen oder selber vergleichen ob seine derzeitigen Finanzprodukte zu seiner Risikoneigung passen. Die Idee ist einfach Transparenz und Information. Wir versuchen den Mittelweg zu finden zwischen der Komplexität einer Finanzberatung und der einfachsten Erklärung der passenden Produktkategorien. Fälle von Falschberatung zu Beginn der Finanzkrise haben uns gezeigt, dass der Kunde oftmals überhaupt nicht weiß was er für Finanzprodukte gekauft hat oder gar ob sie überhaupt zu ihm passen. Das „böse Erwachen“ kommt dann im Nachhinein, wenn der risikoaverse Sparer feststellt, dass über 50% seines sicher geglaubten Investments weg sind. Hier setzen wir an. Wer gerne im Internet unterwegs ist und sich informiert, der ist wenn es um Qualität der Finanzberatung geht, bei uns genau richtig.

2.       Welche Ziele verfolgen Sie mit dieser Plattform?

 Zwei Dinge. In erster Linie Informationen für Bank- und Finanzkunden und damit verbunden Verbraucherschutz. Beraterbewertungen als Erfahrungsberichte von Kunden sind unser aller „Sprachrohr“ im Web 2.0 oder Social Web. Da Finanzberatung aufgrund ihrer Komplexität unserer Meinung nach aber nicht mit gut oder schlecht bzw. mit 1 Stern oder 5 Sterne bewertet werden kann, haben wir einen Bewertungsalgorithmus, speziell für dieses Anliegen entwickelt. Er berücksichtigt die eingangs erwähnte Risikoneigung des Nutzers in der Bewertung. Die anhand der bewerteten Kriterien gleiche Kundenbewertung führt zu unterschiedlichen Ergebnissen, abhängig davon ob nun beispielsweise ein risikoaverser oder ein spekulativ eingestellter Nutzer bewertet haben. Der Risikotyp des Nutzers ist bei Anlageberatungen auf mybankrating also ergebnisrelevant.

Auf der anderen Seite möchten wir aber auch so viele Berater wie möglich (positiv und negativ) abbilden. Diese können nicht  nur durch die Bewertungen ihrer Kunden in die Datenbank hinzugefügt werden, sie können sich auch (ohne Rating) selbst anmelden und damit zeigen, dass sie hinter ihrer Arbeit stehen und bereit sind, von ihren Kunden bewertet zu werden. Das „Basisprofil“ ist kostenlos, die Plattform refinanziert sich über „Premium-Profile“. Mit diesen haben Berater mehr Funktionen und fallen auch optisch mehr auf. Das Rating kann dadurch nicht beeinflusst werden. Da Berater Beiträge zahlen können, haben wir diese für die Nutzung der erweiterten Funktionen auf das Preisniveau eines Business Networks gesetzt, damit wir dem Moral-Hazard entgehen, dass die erste Tat der neu entstandenen Berater – Kunde Beziehung über mybankrating, das Rückverdienen (am Kunden) hoher Mitgliedsgebühren wäre. Das könnten den Sinn einer solchen Plattform schnell umkehren.

Zu guter Letzt sind wir als Gründer sehr Web- und Technik interessiert und wünschen uns, wie viele unserer Generation, viel Flexibilität und Kundennutzen im Zusammenhang mit Dienstleistungen. Bei Finanzdienstleistungen klappt das bisher noch nicht so gut, sprechen wir doch hier von einem sehr konservativen Themengebiet. Wir möchten mit mybankrating zeigen, dass auch Banken und Finanzdienstleister sich in Richtung Social Media bewegen können, und das ohne dabei Corporate Blogs „betreiben zu lassen“ oder auf Facebook – Fanseiten ihre Zinskonditionen herunter zu beten. Das Web von heute bietet wesentlich mehr als das.

 3.       Warum brauchen Verbraucher ein solches Angebot?

 Weil Verbraucher sich gerne informieren und gerne vergleichen. Geht man nach den Werbekampagnen von Banken, so ist im Prinzip jede Bank die beste und hat auch immer die günstigsten Konditionen. Diese müssen aber irgendwo verdient werden; wenn sie besonders günstig sind, umso mehr. Wir beleuchten mit unserem Informationsangebot die andere Seite der Medaille – die Beratungsqualität. Habe ich als Kunde etwas gewonnen, wenn ich 0,1% mehr aufs Tagesgeld bekomme, dann aber 50% meines Vermögens aufgrund von fehlender oder gar Falschberatung in den Sand setze?

4.       Welche Erfahrungen haben Sie bisher mit den etablierten Banken gemacht. Sehen diese Ihr Angebot eher positiv oder werden Sie skeptisch betrachtet?

 Die Plattform ist erst kürzlich gestartet, es ist noch nicht möglich hier weit gefächerte Angaben zu machen. Wir haben aber bereits erste positive Feedbacks etablierter Banken erhalten und freuen uns, dass unser Ansatz konstruktiv aufgenommen wird.

 5.       Beschreiben Sie bitte kurz wie eine moderne Bank aussehen  müsste?

 Interessante Frage! Beschäftigt sie uns doch bereits seit Beginn unseres Studiums an der Frankfurt School of Finance & Management. In erster Linie geht es um Kundennutzen und nochmals Kundennutzen! Ein Beispiel: Warum kann man ein Beratungsgespräch meist nur mit Termin haben? Warum kann mich mein Berater nicht online beraten? Warum tut meine Bank so als gäbe es andere Banken nicht? Die moderne Bank sieht sich als Intermediär zwischen den Menschen und der Komplexität des Finanzmarktes und bietet dabei höchsten Nutzen für ihre Kunden, indem sie sich voll und ganz den Bedürfnissen ihrer Kunden zuwendet. Die Finanzkrise hat uns gezeigt, dass Einlagengeschäft, also z.B. anlegende Privatkunden, sehr wichtig sind für die Stabilität des Bankenmarktes. Also sollte man sich neue Geschäftsphilosophien überlegen, dieses „Asset“ langfristig und zufriedenstellen zu halten. Geld leihen und anlegen kann man im Prinzip auch ohne Banken, da gibt es gängige Plattformen die sich am Markt etabliert haben oder wie Bill Gates einmal sagte: „Banking is necessary, banks are not“. Die moderne Bank geht mit der Zeit und wenn sie es nicht tut, dann wird es sie vielleicht wirklich irgendwann nichtmehr geben.

 6.       Auf welche Instrumente werden Sie bei der Vermarktung von mybankrating setzen? Wird Social Media eine Rolle spielen?

 Social Media sehen wir für mybankrating als essentielles virales Marketinginstrument, kann man doch damit am besten und schnellsten Erfahrungen teilen und wenn diese auch noch intrinsisch motiviert sind, spart man sich aufgesetzte Werbeslogans um das zu verkaufen, was wir eigentlich von Geburt an haben sollten, eine Meinung; und diese zu verbalisieren. Auf der anderen Seite möchten wir aber natürlich auch Finanzberater ansprechen, unseren Service und damit die Möglichkeit, kontaktiert zu werden, zu nutzen. Da man als angehöriger dieser Zunft nicht dafür bekannt ist, im Laden „mit dem Handy zu bezahlen“ oder in der Mittagspause bei Groupon und Co die aktuellen Deals zu „checken“, müssen wir auch klassische Werbemaßnahmen ins Auge fassen um den nötigen Traffic auf der Plattform zu generieren. Wenn man einmal auf der Seite ist, ist es einfach sich zu recht zu finden:  registrieren, einloggen, loslegen.

 Die Zusatzfrage:

Ich versuche gerade so etwas wie Bankercharts zu entwickeln. Nennen Sie mir doch bitte Ihre 3 Lieblings Musikstücke

 Mike Oldfield – Five Miles Out (1982)
Paul Kalkbrenner – Sky and Sand
The Killers – Mr. Brightside
(Songs: Alexander Majonek)

Ältere Interviews aus der Reihe 

Alexander Artope von smava

Gerald Krenn und Matthias Berger zum Crowdsourcing Projekt der Hypovereinsbank

Alexa Gröner zu Fundraising 2.0

Die Interviews aus dem Jahr 2010 gibt es hier

Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

  • Hans Bayartz

    Hallo Herr Janek,
    geht es wirklich n u r „…um Kundennutzen und nochmals Kundennutzen!“ oder auch um Vertrauen und Glaubwürdigkeit?

    Ist das, was Banken zur Zeit mit den 3,5 Mrd € Hilfe für Griechenland machen, vertrauenswürdig? Müssten sie nicht für ihre Geschäfte, die sie abschließen, auch komplett die Verantwortung sprich die Haftung übernehmen – so wie es die „Mittelständler“ in ihrer Anzeige fordern?
    Mich jedenfalls hat die Bankenbranche zum wiederholten Male schwer enttäuscht und kein Vertrauen und Nutzen aufgebaut.

    Ich wünsche auch Kunden-Nutzen, aber Vertrauen und Glaubwürdigkeit sind eng mit Kunden-Nutzen – spätestens seit Lehman – verbunden…

    Beste Wünsche
    Hans Bayartz

    • electrouncle

      Hallo Herr Bayartz,
      vielen Dank für den Kommentar. Natürlich geht es um Vertrauen und Glaubwürdigkeit. Wobei Vertrauen und Glaubwürdigkeit ja kein Widerspruch zum Kundennutzen darstellen muss. Wir befinden uns ja – hoffentlich- in einer sich verändernden Ökonomie, in der die klassische Wirtschaftsweise der Unternehmen an Grenzen stösst und das Prinzip der grossen Zahl immer weniger funktioniert. Bis sich Banken aber substanziell verändern, fliesst noch viel Wasser den Rhein runter. Mehr Konkurrenz ist da doch schonmal ein erster Schritt. Neue Anbieter wie mybankrating funktionieren natürlich nur, wenn die kritische Masse erreicht wird.

  • Alexander Majonek

    Hallo Herr Bayartz,

    ich würde mich sehr gerne zu Ihrem interessanten Kommentar äußern.
    Ich würde Vertrauen und Glaubwürdigkeit als ein notwendiges Grundelement der Bank – Kunde – Beziehung ansehen, für ein langfristiges angelegtes CRM sowieso. Aus meiner Sicht kann eine Bank mein Vertrauen gewinnen, wenn sie mir Nutzen und Mehrwert stiftet – sich auf mich einstellt. Auf der anderen Seite muss meine Beziehung zur Bank auf Glaubwürdigkeit beruhen und auf Vertrauen. Das Image der Bank hat darauf einen maßgeblichen Einfluss und vor allem auf die Autentizität dieser vertrauensvollen Beziehung. Wenn ich mich als Kunde verraten fühle, entfällt mir gleichsam der Kundennutzen, weil ich mich mit den Dienstleistungen der Bank nichtmehr identifizieren kann.

    Ab heute ist übrigens der „Beipackzettel für Finanzprodukte“ gesetzlich Pflicht, ein Streitthema wer eigentlich davon profitiert und wo der Nutzen liegt.

    Ihr Punkt ist besondere interessant wenn man sich den Zusammenhang überlegt – „Wie soll ich einer Bank mein Geld anvertrauen, die ein Krisen- geplagtes Land finanziell berät und gleichzeitig auf dessen Untergang setzt?“ Diese Doppelmoral kann möglicherweise nur gesetzlich oder durch Massenablehnung verhindert werden, ähnlich wie es nach der Atomkatastrophe war. Manchmal ist eben ein „critiical incident“ notwendig, dass sich Dinge schlagartig ändern.

    Viele Grüße
    Alexander Majonek

  • 6 Fragen mit Zusatzfrage: YAVALU | Finance 2.0

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