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Mit Swell einfach nachhaltig investieren

Investieren ist schon schwer genug. Gerade wer Wertpapiere kaufen möchte, sollte sich eigentlich mit dem Investitionsobjekt intensiv beschäftigen. Wer dann noch nachhaltig investieren und nur solche Investments unterstützen möchte, die Mensch und Umwelt nicht schaden, hat es gleich noch schwerer, häufig hilft da nur der Besuch bei einer speziellen Bank. Nachhaltige Investments sind möglicherweise eine der letzten Oasen in der Bankberater noch einen Sinn machen. Allerdings wird auch das nicht mehr allzu lange so bleiben.

 

Die amerikanische Brokerage Plattform Swell – ein Kooperation von Pacific Live und Motif Investing – kommt mit einem interessanten Ansatz daher, der sich vor allem auch an jüngere Investoren richtet, denen man einen größeren Bedarf an sozialen Investitionszielen unterstellen kann. Sie sind darüber hinaus weniger interessiert an Börse, Aktien und Co. Die Finanzkrise als prägendes Lebensereignis beeinflusst ihre Einstellung zu Banken nicht gerade positiv.

 

Swell bietet seinen Nutzern unter andrem Aktienkörbe mit Themen wie „Verbesserung der Bildung„, „Kampf gegen Krebs„,“ Menschenrechte schützen„,“Armut beenden“. Das Minium Invest liegt bei 250 Dollar. Neben der Unterstützung des guten Zweckes soll natürlich auch eine anständige Rendite erzielt werden. Nutzer entrichten eine Monatsgebühr von knapp 10 Dollar.

Swell

Swell

Die Aktien, die sich innerhalb der nachhaltigen Investmenttöpfe befinden, kommen in der Regel von Unternehmen mit eigenen Stiftungen, die dann wiederum in gute Zwecke investieren. Insofern ist die Idee zwar gut, die Ausführung jedoch noch stark optimierbar. Ich würde sagen ein Schritt in die richtige Richtung und möglicherweise auch eine Inspiration für alle ethischen und nachhaltigen Banken in Deutschland, an denen die Digitalisierung natürlich auch nicht vorbei geht.

 

Wer ist in der Lage einen Robo Advisor zu schaffen, der den Menschen eine extrem einfache Möglichkeit bietet, schnell und unkompliziert in Unternehmen zu investieren, die sich wirklich ethisch und nachhaltig verhalten auf der Basis eines einfach erstellbaren Kunden Präferenzprofils, dürfte eine attraktives Kundensegement erreichen. Denkt man noch einen Schritt weiter, dann müsste auch die Rendite anders aussehen. Denn sind Zins und Zinseszins wirklich eine geeignete Grundlage für eine nachhaltige Ökonomie, wie sie Christian Felber beispielsweise in seinem Buch „Geld“ beschreibt.

 

Weiterführende Links

Fast Company Artikel über Swell von Ben Schiller

Internetseite von Swell

Mehr zu Christian Felber und seinem Buch Geld

 

Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

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