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Mal eben noch nach vorn schauen: 14 Erwartungen für 2012

Das Jahr liegt auf dem Sterbebett. Schauen wir mal kurz nach vorne. Was kommt auf die Banken im Jahr 2012 zu?
1. Finanzkrise 
Leider werden nicht nur die guten Filme oder Fernsehserien fortgesetzt. Das gilt offensichtlich aber auch für das reale Leben. Ist das noch das reale Leben? Auch im nächsten Jahr wird uns die Finanzkrise voll im Griff haben. Vielleicht wird alles sogar noch schlimmer und dann könnte es passieren, dass die Banken auch mal selber darunter leiden müssen.
2. Mehr Regeln
Der Finanzkrise sei Dank. Im nächsten Jahr wird es noch mehr neue Regularien für Banken geben. Das Geschäft wird nicht einfacher. In jedem Fall sind Gesetze und Regeln genau zu studieren. Der bürokratische Aufwand wird steigen. Ob der Verbraucher davon profitieren wird, ist noch nicht abzusehen. Neue Regeln werden Banken aber noch vorsichtiger machen. Was wiederum nicht darauf hindeutet, dass Banking einfacher und für Menschen nachvollziehbarer wird.
3. Mehr Social Media
Dennoch werden Banken natürlich mehr in Social Media investieren, denn die ein oder andere Bank hat  gemäß des Lemminge Prinzips noch etwas aufzuholen. Ob es im nächsten Jahr aber noch ausreicht einfach nur dabei zu sein. Und ob immer mehr Social Media nutzende Konsumenten wirklich ihre Aufmerksamkeit auf die Socal Media Aktivitäten von Banken richten werden? Es gibt einige Umfragen, die daran zweifeln lassen.
Und die Werbeagenturen und Berater werden ebenfalls alles dafür tun, die Banken auf den Social Media Pfad zu setzen. Ist doch schön, wenn man ausnahmsweise mal Geld von den Banken bekommen kann.
4. Mindestens ein großer Shitstorm
Ich möchte es ja nicht beschreien. Aber eine Bank oder Bankengruppe wird es im nächsten Jahr erwischen. Es wird einen Shitstorm geben, der nicht auf das Internet begrenzt bleibt und der nicht nur den Social Media Gurus auffallen wird. Es ist nicht davon auszugehen, dass die Unzufriedenheit der Verbraucher im nächsten Jahr sinken wird. Eine Verschärfung oder Fortsetzung der Finanzkrise, eine stagnierende Wirtschaft und der Verlust an Persönlichkeiten, die noch Ideale und Werte authentisch vorleben und kommunizieren können, bereiten die Basis. Mehr Social Media Nutzung und zu viel Social Media Marketing oder nicht authentische und isoliert gedachte Kampagnen werden der Auslöser sein. Auf manchen Social Media Seiten von Banken geht es ja jetzt schon recht hoch her.
5. Mobile Payment
Nein es wird da keinen Durchbruch geben. Die Deutschen bleiben skeptisch und vielleicht ja sogar ängstlich und die Wahrscheinlichkeit, dass schon im nächsten Jahr ein Unternehmen kommt, welche die Sicherheits Bedenken der deutschen Bürger durch eine herausragende Steigerung der Bequemlichkeit beim Zahlungsverkehr vom Tisch wischt, ist sehr gering. Zumal ja nicht der Verbraucher allein über das Wohl und Wehe des mobilen Payments entscheidet.
Aber im nächsten Jahr werden sich alle Banken intensiver mit dem Thema beschäftigen. Viele werden an Karten denken. Einige an das Smartphone. Den ersten größeren Pilotversuch erwarte ich in Deutschland aber eher von einem Telekommunikationsunternehmen. Die Telekom Tochter Coupies stattet ja demnächst erste Gechäfte mit NFC Lesegeräten aus. Zwar noch nicht zur Zahlungsabwicklung. Aber da ist der Weg ja nicht mehr so weit. Die google wallet wird wohl in Großbritannien starten. Paypal ist ja gerade in Schweden sehr aktiv.

6. Mehr Realitätsverleugnung

Manche Dinge möchte man ja eigentlich nicht wahr haben. Zum Beispiel die disruptive Kraft des Internets. Da denkt man schnell, dass Menschen immer in eine Filiale möchten, um Bankprodukte abzuschließen und immer einen Menschen von Angesicht zu Angesicht sehen müssen, um Vertrauen aufzubauen. Es ist aber auch nicht so einfach kulturelle Veränderungen anzunehmen. Vor allem wenn in den letzten Jahrzehnten scheinbar alles gleich geblieben ist. Schon die Kutscher konnten sich nicht vorstellen, mal ein Taxi zu fahren. Und je näher die großen Veränderungen kommen, desto stärker umfasst man den Strohhalm der Vergangenheit. Also Augen zu und durch.

7. Mehr Starre

Und wer nicht mehr weiter weiß, der beginnt oft zu erstarren. Ich erwarte deshalb eigentlich weniger Innovation und keine Aufbruchstimmung sondern das Warten auf den Tod. Das klingt jetzt sehr hart. Aber wie bekommt man eine 180 Grad Wende hin und wie reagiert man auf junge, innovative und disruptiv ausgerichtete Unternehmen und deren Tempo. Möglicherweise kommt die Revolution durch Technologie. Zwar ohne Masterplan. Aber hat jeweils eine Revolution solche Veränderungen hervorgerufen, wie wir sie heute erleben. Wir müssen das Internet doch inzwischen als ein Grundbedürfnis und als einen wesentlichen Pfeiler der Demokratie bzw. der Zukunft der Demokratie begreifen. Es ist doch klar, dass Tim Benzko keine Worte dafür hat. Es gibt sie eben noch nicht.

8. Mehr Klagen

Kurz vor der endgültigen Erstarrung kommt häufig noch das Prinzip der Klage. Man versucht die neuen Wettbewerber und die Veränderungen durch entsprechende juristische Maßnahmen in den Griff zu bekommen. Hier sehe ich im nächsten Jahr durchaus noch Einiges auf uns zukommen. Kann aber auch sein, dass dies bis 2013 dauert. Andere Branchen haben diese Phase schon lange erreicht

9. Mehr Politik

Manchmal reicht es auch schon aus eine gewisse Nähe zu Institutionen aufzubauen, welche wesentliche Rahmenbedingungen für Wirtschaft, Staat und Gesellschaft setzen. Insofern werden wir auch in den nächsten Jahren viele politische Aktivitäten und natürlich auch viele neue Verstrickungen und Beeinflussungen erleben. Das könnte noch ein wenig Zeit bringen

10. Mehr Cloud

Cloud Computing wird die Banken umtreiben. Hier liegen doch einige Möglichkeiten für Kosteneinsparungen verborgen und eventuell auch neue Geschäftsmodelle. Allerdings spielt auch hier das Thema Sicherheit eine große Rolle

11. Weniger Filialbesuche

Ich kann mir nicht vorstellen, dass Sie 2012 mehr Besucher in Ihren Filialen erwarten dürfen. Falls ich mich geirrt habe, senden Sie mir eine Mail

12. Mehr Verlust an Vertrauen

Der Vertrauensverlust geht weiter. Ob er Konsequenzen hat, bleibt abzuwarten. Wobei nicht jeder der seiner Bank noch vertraut, ist auch bereit bei dieser Bank zu bleiben. Der Kunde vertraut ja in der Regel ohnehin nur seinem Berater oder Kundenbetreuer und nicht der Bank. Da sich Vertrauen aber insgesamt verändert und sich Vertrauen ja eigentlich auch nie wieder richtig herstellen lässt, wird ehrliche, authentische und Kunden orientierte Arbeit nächstes Jahr sehr hoch auf der Agenda stehen. Veränderung könnte da hilfreich sein.

13.Mehr Non Banks

Noch mehr Finanz Angebote von Unternehmen, die keine Banken sind. Die Telekommunikationsunternehmen könnten beispielsweise im nächsten Jahr Gas geben. Das ein oder andere kleinere Start up könnte in den Markt eintreten. Und die Aktivitäten der großen Internetunternehmen werden auch für Banken spürbarer werden. Ja auch in Deutschland, der Insel der Glückseligen

14. Personal Finance Management

Wenn kleine Apps wie Finanzblick HD schon in der Lage sind einen durchschnittlichen Bankkunden in Begeisterungsstürme ausbrechen zu lassen, ist voraussehbar, dass Personal Finance Management ein Angebot sein wird, über welches sich die Kunden sehr freuen würden. Auch wenn sie dies in Umfragen nicht sagen, weil sie es ja nicht kennen und nicht abschätzen können, welche Vorteile sie dadurch hätten. Die Banken werden sich deshalb damit beschäftigen, sonst kommt ein Anderer und macht es.

Und was habe ich jetzt vergessen? Oder ist das mal wieder vollkommener Quatsch?

Nachtrag

PXT Money nutzt Gamification um MobilePaymen attraktiv zu machen. Aber für Gamification ist es in der deutschen Bankenwelt noch zu früh. Und deshalb waren es nur 12 Erwartungen

Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

  • BioBenni

    Warum gibt es denn 2x Punkt 6 und 2x Punkt 11 ?? Damit die 12 eingehalten wird? Komisch…

    • electrouncle

      Hallo,

      ne das habe ich gar nicht bemerkt. Kommt davon, dass ich immer versuche mehrere Dinge gleichzeitig zu machen.

      Danke für den Hinweis. Werde es bei Zeiten korrogieren

      Vorweihnachtlichen Gruss

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