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Lügen und andere Schlagzeilen

Lügen ist menschlich

Wir wissen: Irren ist menschlich. Lügen ist offensichtlich auch mehr als menschlich. Der Psychologe Robert F. Feldmann hat herausgefunden, dass Menschen in einem 10 Minuten Gespräch durchschnittlich 2 bis drei mal lügen. Männer lügen übrigens vor allem, um sich selber in einem besseren Licht erscheinen zu lassen.

(Bericht zur Studie auf www.orf.at)

Überraschen sollte uns der hohe Anteil der Lügen. Das Lügen institutionalisiert und in nahezu allen Branchen an der Tagesordnung  sind, haben wir in den letzten Jahren durch einige spektakuläre Fälle erleben dürfen. Selbst hohe Politiker schreckten vor der Lüge nicht zurück. Und dort wo nicht gelogen wird, da wird oft nur die halbe Wahrheit erzählt und schliesslich schwindet mit der institutionalisierten Lüge das Vertrauen.

Lügen zerstört Vertrauen

Zum Beispiel in die Banken. Im Handelsblatt (Print Version)  findet man heute einen  Artikel mit der Überschrift: Kein Ende der Verfehlungen. In dem Artikel geht es darum, dass die Banken an der Verbesserung ihres – man kann fast sagen – ruinierten Rufes arbeiten, aber die Realität diese Versuche sehr schnell einholt, wobei die Manipulationen der britischen Barclays Bank der aktuell spektakulärste aber wohl nicht der einzige Fall der institutionalisierten Lüge in der Bankenwelt ist. Das problematische: Mit solchen Fällen schwindet das Vertrauen in die Institution Bank, was vor allem bei nachwachsenden Verbrauchern verherrende Schäden verursacht, denn in das Vertrauens Vakuum stossen neue Unternehmen und große Marken, die nicht als Banken gegründet wurden. Hinzu kommt, dass diese Verbraucher mit gänzlich anderen Bedürfnissen in die Finanzwelt einsteigen und die Banken in der Regel mit veralteten Lösungen reagieren.

Welcher Payment Anbieter gewinnt unser Vertrauen?

Womit wir bei der nächsten Schlagzeile wären, die heute morgen meine Aufmerksamkeit erzielt hat. Nahezu alle Zeitungen, die ich überflogen habe, berichteten über Mobile Payment. Was in mir die Erwartung schürt, dass ich noch in diesem Jahr erstmals in der Lage sein werde in einem Ladengeschäft mit meinem Mobiltelefon zu bezahlen. Darauf habe ich lange gewartet und ehrlich gesagt quälen mich keine Sicherheitsbedenken. Stattdessen freue ich mich darauf, frage mich allerdings, warum die Banken so zurückhaltend sind und die Kreditkartenanbieter über entsprechende Kooperationen eine Renaissance erfahren. Ob letztendlich doch Apple wieder der große Gewinner sein wird. Ich vermute es, würde mir aber wünschen, dass mal ein anderes Unternehmen uns mit einem überragendem Kundenerlebnis überraschen würde. Die Chance, dass dies eine deutsche Bank sein wird, sehe ich  bei optimistischen 30 Prozent.

 

Und was denken Sie?

Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

  • ...

  • Seni Kleeh

    Habe auch keine Sicherheitsbedenken. Mich wundert es nicht, dass man nur abwartet, vielfach ist Zahlungsverkehr ein Verlustgeschäft – m. W. resultiert bei wenigen Bankengruppen daraus ein positives Provisionsergebnis. Eher langfristig bei der Kundenbindung wird man es „quittiert“ bekommen.

    • electrouncle

      Hallo,

      das gilt, wenn man Zahlungsverkehr in zu engen Grenzen denkt, was die Banken heute überwiegend tun. Nur wie will man den Kunden überhaupt noch erreichen?

  • Martin Burch

    Da ist die Entwicklung ausserhalb von der ersten Welt sehr viel weiter…

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