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Listenmonat: Brauchen Banken (1) einen Inkubator?

Der Otto Versand hat einen, die Telekom und nun auch Rewe. Einen Inkubator. Mit diesem Inkubator wird eine Einrichtung oder Institution geschaffen, die junge Gründer – wir sprechen also von startups – auf dem Weg in die Selbstständigkeit unterstützen. Die genannten Unternehmen agieren also als Wirtschaftsförderer. Natürlich im eigenen Interesse.

Rewe möchte – so Rewe Chef Alain Caparros gegenüber der Wirtschaftswoche – die DNA des E-Commerce Geschäftes im Konzern aufbauen. Der Online Bereich wird unabhängig von den bestehenden Konzernstrukturen arbeiten.

Warum Inkubatoren helfen könnten

Etablierte Unternehmen haben in der Regel das Problem keinen intensiven Veränderungswunsch zu hegen, weil es sich im Schloss noch ganz gut lebt. Im angelsächsischen Raum spricht man deshalb vom „The castle and the sandbox“. Die Etablierten benötigen einen Spielplatz oder eine Sandkiste in der Innovation stattfinden kann. Zum Beispiel einen Inkubator, der zusätzlich die Möglichkeit bietet die Innovationskraft nicht im eigenen Haus schöpfen zu müssen, sondern auf junge, aufstrebende und ideenreiche Gründer zurückgreifen zu können, die noch nicht satt sind.

Wär das auch etwas für Banken?

Da Innovation auch in der Bankenbranche eher von außen kommt und die im Innenraum andere Sorgen haben, nämlich zum Beispiel die Regulierung und vielleicht auch SEPA, müssen auch Banken auf Outside Innovation bauen. Sie brauchen vielleicht auch einen Inkubator?

Einige Banken sind schon so weit und investieren in Fin Tech Startups. Das hat vielfältige Vorteile, zum Beispiel auch das Start ups unbehelligt von der Vergangenheit und organisatorischen und regulatorischen Einschränkungen entwickeln können. Mit ihren Finanzspritzen stärken die Banken diese jungen Unternehmen. Was sinnvoll ist,  da die meisten jungen startups auf der Basis der aktuellen regulatorischen Bedingungen  ohne eine Kooperation mit Banken kaum langfristige Marktchancen haben werden.

Und dann wäre da noch die Kultur, die einen den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen lässt. Man schaue nur einmal auf den Auftritt von Holvi (keine Bank) auf der letzten Finovate.

http://www.finovate.com/europe13vid/holvi.html

Was lernt man?

Wenn man nicht aus der Bankenbranche kommt, betrachtet man banking aus ganz anderen Augen. Während Banken immer dem Prinzip „banking as you now it“ folgen oder vielleicht sogar folgen müssen. Erst wenn Banken die Lasten und vor allem das Denken (aus) der Vergangenheit abwerfen können, wenn nichts mehr heilig ist bzw. richtig oder falsch ist, dann kann die Innovationsreise beginnen.

Aber zurück zur Frage: Wäre ein Inkubator oder ein Sandkasten eine gute Idee, vielleicht sogar der letzte Ausweg?

Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

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