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Liebe Haspa

heute schon mal gegoogelt? 4-mal finde ich unter den ersten 10 Sucheinträgen Informationen zu Ihrem Versuch mit „Neuromarketing“ Kunden dazu zu bewegen  Produkte und Dienstleistungen zu erwerben, die sie vielleicht gar nicht brauchen. Ich frage mich warum man als Unternehmen so handelt. Muss man so handeln? Kaufen Menschen sonst grundsätzlich nichts? Oder sind Ihre Produkte und Dienstleistungen einfach nur austauschbar, nutzlos und schlecht?

Euren twitter Account habt Ihr ja zum Glück geschützt und auch auf der Facebook Seite passiert  schon seit längerer Zeit nicht sehr viel. Vielleicht konnte die Nutzer „Neuromarketing – technisch“ nicht eingeschätzt werden.Ich  dass Sie in Sachen Suchmaschinenoptimierung ähnlich gut geschult sind, denn dort suchen jeden Tag viele Menschen auch in Hamburg nach Finanzprodukten und müssen dann diese nicht gerade positiven Beiträge lesen. Das nenne ich Image Schaden. Was das wohl kostet?

Man muss Ihnen aber auch ein wenig dankbar sein, denn  jetzt können wir mal wieder sehr schön sehen, wie schnell Medien und auch das Internet auf solche Ereignisse reagieren. Der Verbraucher ist sensibel geworden und die klassischen Medien freuen sich sowieso über jede schlechte Nachricht aus der Bankenbranche.

Der Ruf der Branche ist  ohnehin nicht besonders gut und da kommt man schonmal in Versuchung  nach der Prämisse zu handeln: Ist der Ruf erst ruiniert, dann…… Ab er nein, das ist sicherlich nur ein Versehen und eine Ausnahme. Ein übereifriger Mitarbeiter wird…

Das Problem an der Angelegenheit ist  vor allem auch die Informationspolitik. Wer weiss, vielleicht finden Kunden die Verwendung  von Neuromarketing sogar nützlich, wenn man Ihnen zumindest vorher sagen würde, dass man solche Methoden einsetzt.

Steht auf den neuen Produktbeipackzetteln eigentlich auch etwas über diese Art der Kundenanalyse drin?

Mir tun jetzt in erster Linie die vielen guten Bankberater leid, die am Montag von Kunden mit der Frage konfrontiert werden, ob denn ihre Bank auch Neuromarketing einsetze. Genau das habe ich nämlich vor einer Woche in einem Supermarkt erlebt. Dort wurde der arme Marktleiter von einer aufgebrachten Kundin gefragt, welche persönlichen Daten er denn von ihr habe und nutze und was er mit diesen mache. Da war doch was! Genau easy cash!

Ob Neuromarketing im Bankenbereich überhaupt funktioniert? Ich fürchte Ihr seid vielleicht auch nur dem falschen Berater aufgesessen. Ich stelle mir gerade vor wie ein Genießertyp mit einem Latte Macciato und  der Bewahrertyp mit einem alten Filter Kaffee zu emotionalen Entscheidungen bewegt werden soll.Oder verstehe ich das Neuromarketing Prinzip einfach nicht. Grundsätzlich frage ich mich aber auch wie die Mitarbeiter, die ja zu Bewahrertypen erzogen wurden sind, die ganzen anderen Typen überhaupt bedienen sollen. Wahrscheinlich müssen Sie immer mal wieder im Handbuch spicken und können sich gar nicht mehr auf das Wesentliche konzentrieren.

Nun ja ich denke aus Schaden wird man klug. Und Ihr habt ja auch schon reagiert. Was man auch mal loben muss. Mit dem Social Media Engagement würde ich jetzt aber noch ein wenig warten.

Ihr verwirrter Verbraucher

Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

  • Tweets that mention Liebe Haspa | Finance 2.0 -- Topsy.com

    […] This post was mentioned on Twitter by Boris Janek, Boris Janek and Boris Janek, Erol Kazan. Erol Kazan said: Boris Janek(@electrouncle) mit einem interessanten Blog über die Haspa, die mit Neuromarketing für Schlagzeilen sorgt http://bit.ly/bbRl96 […]

  • Redaktion

    Sehr schön, wie auch die klassischen Medien ihr Fett wegkriegen, weil sie auf jedes Skandälchen springen, als wärs der Weltuntergang. 5 Sterne für diesen Seitenhieb.
    Nebenbei bemerkt glaube ich nicht, dass die Haspa die einzige Bank ist, die so handelt (mittlerweile ja handelte) – leider!

  • Warum bitte empört man sich so über das Psychomarketing der HASPA? « Blick Log

    […] hat das Institut damit der eigenen und anderen Branchen einen Bärendienst erwiesen, denn nun, so formulierte es Broris Janek, werden sich viele Berater fragen, ob denn ihre Bank auch Neuromarketing einsetze. Ich sehe schon […]

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