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Kettenreaktion

Finanzkrise

Wenn man morgens das Radio einschaltet, dann wird meistens im ersten oder zweiten Satz das Wort Finanzkrise ausgesprochen. Das geht nun schon seit 3 Jahren so. Zumeist geht es dann darum, dass Banken und Staaten gerettet werden müssen. Erst waren es die Banken, dann die Staaten. Jetzt sind es wieder die Banken. Und was wird aus den Menschen?

Internet

Auch über das Internet wird viel gesprochen. Mit immer größerem Tempo verändert es Wirtschaft und Gesellschaft. Was vor mehr als 20 Jahren als beinahe unbedeutende Spielerei begann, treibt heute die Politiker und Wirtschaftsbosse vieler Staaten um, weil die Verhältnisse offensichtlich nicht mehr so bleiben, wie es sich die politischen und wirtschaftlichen Eliten wünschen.

Themen wie Privatheit, Sicherheit und Datenschutz machen die Runde. Deutsche Politiker möchten das Internet in den Griff bekommen und scheuen sich dabei nicht, demokratische Prinzipien über Bord zu werfen. Die Betreiber von sozialen Netzwerken wollen unsere Daten und viele von uns verteidigen naiv die Rechte von großen und mächtigen corporativen Akteuren, die zwar soziale Netzwerke bereitstellen aber nur wenig an sozialen Veränderungen interessiert sind. Auf der anderen Seite soll Facebook und Co. verboten werden, was Staaten offensichtlich dürfen: Auf unsere Daten zuzugreifen. Und nicht nur das. Staatliche Institutionen dürfen offensichtlich sogar unsere Computer manipulieren

Geht es wirklich um Datenschutz?

Thilo Weichert mahnt Facebook Nutzer ab

Welcher Hohn:

Der Bundestrojaner sendet Daten in die USA

Auf der einen Seite haben wir also Staaten, die von Datenschutz sprechen, aber eigentlich nur das Monopol über die Daten ihrer Bürger beanspruchen. Auf der anderen Seite haben wir Unternehmen, die und zu Produkten machen möchten und dazu eben unsere Daten benötigen. Und wo bleiben die Menschen?

Das Fernsehen

Dort spricht man viel über die Finanzkrise und auch über das Internet. In zahllosen Talkshows reden uns hoch bezahlte Talk Show Profis um den Verstand.  Zusätzlich langweilt man die Zuschauer mit verdummenden Sendungen. Im Fernsehen wird Meinung gemacht. Wo bleibt der kulturelle und politische Auftrag des Zwangs finanzierten öffentlich rechtlichen Fernsehens. Kritische Berichterstattung: Fehlanzeige. Über das Internet wird in der Regel nur aus der Sicht eines Konkurrenten berichtet, der aber durch die Zwangsfinanzierung eigentlich keinen Konkurrenten fürchten muss. Dabei werden der GEZ zukünftig Rechte eingeräumt, die wenig mit unserem erlernten demokratischem Verständnis zu tun haben.

Auszug aus dem neuen Rundfunk Staatsvertrag:

Kann die zuständige Landesrundfunkanstalt den Inhaber einer Wohnung oder einer Betriebsstätte nicht feststellen, ist der Eigentümer (…) verpflichtet, der Landesrundfunkanstalt Auskunft über den tatsächlichen Inhaber der Wohnung oder der Betriebsstätte zu erteilen.“ Wenn der Vermieter dazu nicht bereit ist, droht ihm ein Zwangsgeld.

Wollen wir Menschen das so?

Social Media

Wir brauchen keine Welt in der Unternehmen Social Media nutzen. Genauso wenig benötigen wir soziale Netzwerke deren einziges Ziel darin besteht, immer größer und mächtiger zu werden, uns als ihr Produkt zu begreifen und unsere Daten zu nutzen, um mit Werbung ihren Gewinn zu maximieren und so noch mächtiger zu werden.

Was wir brauchen sind Menschen, die soziale Medien und soziale Netzwerke nutzen, um sich wieder miteinander zu verbinden und ihre über Jahrhunderte entstandene Trennung von der realen Welt wieder zurückzugewinnen. Je vidualiserter und vermeindlich freier wir geworden sind, desto abhängiger wurden wir in Wirklichkeit von Organisationen, Institutionen und Staaten.

Banken

Korrektur:  Auch Banken könnten einen Unterschied machen. Zum Beispiel die Genossenschaftsbanken. Wollte Friedrich Wilhelm Raiffeisen eine Bank gründen? Die genossenschaftliche Bewegung entstand aus einem menschlichen Anliegen. Menschen, die miteinander lebten und arbeiteten, die reale Dinge füreinander machten. Die sich kannten und voneinander abhängig waren. Für diese Menschen hatte Friedrich Wilhem Raiffeisen eine Idee. Eine lokale Idee. Eine Idee für den Alltag der Menschen für das reale menschliche Miteinander. Hilfe zur Selbsthilfe ohne spekulative Interessen. Realwirtschaft statt Spekulationswirtschaft. Und hier könnten Banken einen Unterschied machen.

Kettenreaktion

Die Finanzkrise, das Internet, das Fernsehen, Social Media und die Banken. Menschen erkennen an vielen Orten dieser Welt, dass da was schief läuft. Und Menschen finden zusammen, weil sie erkennen, dass die sogenannten politischen und wirtschaftlichen Eliten entweder nicht mehr in der Lage oder nicht mehr daran interessiert sind den Gesellschaften, Kulturen und vor allem den Menschen zu dienen. Es entwickeln sich Bewegungen. Menschen beginnen zu handeln. Nur so entsteht Social Business und nur hierfür macht Social Media wirklich Sinn. Oder?

Schöne Woche noch. Vielleicht doch mit einem Summen auf den Lippen;

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Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

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