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In Mode: Firmenkunden Communities

Online Angebote für Firmenkunden?

Vor 2 oder 3 Jahren hat mir mal ein schlauer Banker auf einem Vortrag mit dem Thema „Social Media für Firmenkunden“ entgegengehalten, dass Firmenkunden kein Social Media nutzen und wohl auch keine Zeit dafür haben, und das Firmenkunden, die über das Internet nach Finanzprodukten und insbesondere Finanzierungsmöglichkeiten suchen würden, für seine Bank keine adäquaten Kunden seien, weil diese wohl kurz vor der Pleite stehen oder keine Bank finden würden, die bereit sei in deren – dann wohl sehr schlechten – Businessplan zu investieren. 

Macht es also keinen Sinn seine Online Angebote für Firmenkunden auszuweiten. Soll der – möglicherweise ja auch zur Spezies Mensch gehörende – Firmenkunde als digitaler Kunde vernachlässigt werden?

Firmenkunden Communities

Nun nicht alle Unternehmen sind der Meinung meines schlauen Bankers. Schon vor Jahren hat American Express seine Community für kleine Unternehmen mit dem Namen openforum ins Leben gerufen. Dort wird Unternehmern in allen Fragen des unternehmerischen und auch persönlichen Alltags weiter geholfen und natürlich können sich die Mitglieder der Community auch untereinander weiter helfen. Zusätzlich gibt es auch spezielle Angebote, vor allem Rabatte und Veranstaltungen zur Stärkung kleiner Unternehmen wie z.B. den „Small Business Saturday“

Nun hat auch die Royal Bank of Scotland eine solche Community gegründet. Der Name bizcrowd steht allerdings für einen etwas anderen Ansatz, denn Bizcrowd (@bizcrowd) ist eigentlich ein kostenloses Tool, welches Unternehmern die Möglichkeit bietet seine Bedürfnisse in Sachen Produkte, Services etc. Online zu stellen, um dann über das Netzwerk mit Anbietern dieser Leistungen in Verbindung gebracht  zu werden. Kunden der RBS und des Kooperationspartner Natwest bekommen zusätzlich spezielle Angebote.

Mehr Infos zu dieser Community finden Sie im Blog von Christophe Langlois Visible Banking:

uk-banks-launch-social-media-community-for-small-business-suppliers

Auch die Barclays Bank hilft neuerdings kleinen Unternehmen mit einer eignen Small Business Community. Der Ansatz: Barclays-Connector ist ein online-Business-Community, die dabei hilft neue Netzwerke aufzubauen, Informationen und Erfahrungen zu teilen und auf Ausschreibungen oder Projekte zu bieten. Die Verbesserung der Unternehmens Reputation und die Gewinnung neuer Kunden und Lieferanten soll ebenfalls ein USP der Plattform sein.

Nicht genug schlaue Banker?

Jetzt frage ich mich natürlich wieso es außerhalb von Deutschland offensichtlich nicht genug schlaue Banker gibt, die solche Ansätze zu verhindern versuchen? Oder sind diese Versuche in sich wandelnden Zeiten vielleicht gar nicht so dumm. Denken wir nur mal an die Volksbanken Raiffeisenbanken. War da nicht mal eine Zeit, in der die Banken Marktplätze für die regionale Wirtschaft darstellten und neben dem Bankschalter auch Raiffeisen Märkte vorhanden waren?

Und könnte man kleinen Unternehmen nicht noch so viel mehr praktische Hilfestellungen und Tools anbieten und damit diese Kunden langfristig an die eigene Bank binden? Oder ist diese Investition der Mühe wirklich nicht wert?

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