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Hohe Zeit für Innovations und Transformations Zentren

Dürfen Banken sich weiter in Sicherheit wiegen? Sind die Banklizenz oder mehr als 30 Millionen Kunden ein beruhigender Grund zu der Annahme, dass der Bankenbranche oder einzelnen Banken nicht das widerfährt, was den Unternehmen der Musikbranche, der Zeitungsbranche und nun auch der Bücherbranche schon so arg zusetzte?

Darf man über Fidor, crowdfinance, Social Banking Unternehmen wie Lendstar, Pocket United, kleine Payment Anbieter wie izettle usw. müde lächeln und Ihnen dauerhaft nicht vielversprechende Geschäftsmodelle unterstellen? Oder muss man auf der anderen Seite sogar befürchten, dass die EU Finanzregulierung nicht nur die vielen neuen Player stärken wird sondern auch jene großen Banken, welche die Finanzkrise mit verursacht haben?

(Siehe hierzu diesen Artikel von Mark Fehr aus der Wirtschaftswoche)

So viele Fragen. So wenig Antworten. So wenig Mut. Es könnte doch gut gehen, lasst uns warten was passiert, denn die Zeit spricht für uns.

Aber auch wenn wir uns nicht absichtlich für das Warten entscheiden. Es wird nichts passieren, denn im Schloss gibt es keine Innovation. Schlimmer noch wenn sich die Entscheidungsgewalt auf viele Schlösser (einige große und ganz viele kleine) verteilt.

Also was wird gebraucht? Innovations- und oder Transformations Unternehmen, die von außen die Aufgabe bekommen ein Unternehmen oder eine Bank umzugestalten und auf Zukunftsfähigkeit auszurichten.

Einige Beispiele gefällig:

(Alle Beispiele aus dem Blogpost: Which bank demonstrates the most innovation von Chris Skinner)

Das BBVA Innovation Centre. Ein Ort wo aus Ideen echte  Innovationen werden. Hier entstehen Ideen und werden in einem Prozess des erarbeitens und erprobens zu Prototypen entwickelt, die dann wiederum analysiert und bewertet werden, bevor sie zu Produkten oder Angeboten der BBVA werden. Sozusagen ein institutionalisierter Design Thinking Ansatz. Mit Ergebnissen: Die BBVA hat beispielsweise als erste europäische Bank Personal Finance Management eingeführt.

http://www.youtube.com/watch?v=nVI7DoBNtvQ

Das Innovation Centre arbeitet zusätzlich mit großen Technologie, Universitäten und Beratungspartnern zusammen, die nicht aus der Organisation kommen. A piece of Open Innovation

Capital One sieht sich selber als Labor für amerikanische Bank Innovation. Das Unternehmen verhält sich eher wie ein Technologie Unternehmen. Im Jahr 2011 entstand die neue Einheit: Capital One Labs, die in einem eigenen inspirierenden Gebäude sitzt. Innerhalb des Unternehmens arbeiten in der Regel Teams mit jeweisl 3 Personen zusammen. Ein Business Analyst, ein Techniker und eine Designer. Jedes Team arbeitet an einem speziellen Projekt und muss innerhalb von 6 Monaten konkrete Resultate erzielen.

Darüber hinaus werden regelmäßig Meetings oder Hackathons mit externen durchgeführt. Zum Beispiel mit Studenten.

https://capitalonelabs.com/

Citi hat inzwischen verschiedene Innovation Labs. Das erste wurde 2009 in Irland entwickelt, welches auch mit der irischen Regierung zusammen arbeitet. Kürzlich wurde eine 24 Millionen Dollar schweres Innovationsprojekt für eine intelligente Payment Lösung der nächsten Generation  angekündigt. Damit wurden allein in Irland bereits 100 Millionen Dollar in Forschung und Entwicklung investiert. 100 Mitarbeiter sind dort mit dieser Thematik befasst.

ING betreibt in Amsterdam das sogenannte Customer Experience Center (ICEC), welches für Mitarbeiter unterschiedlicher Branchen, vor allem natürlich Banken zugänglich ist. Hier werden in erster Linie von der Bank entwickelte Innovation gezeigt oder es werden Zukunftsvisionen vorgestellt und zur Diskussion gestellt. Ähnlich wie das GAD Innovationsforum in Münster

Hilfe von außen

Die Unterstützung von außen ist darüber hinaus wohl dringend erforderlich. Kann man mit start ups zusammen arbeiten und in diese investieren. Auch diese Frage sollte schnell auf die Tagesordnung kommen. Im Ausland hat man diese Notwendigkeit offenbar bereits erkannt. Im Bankstil Blog gibt es einen ebenfalls sehr interessanten Artikel dazu:

Wie FinTech Start-Ups das Banking verändern – Leumi, Elevator, Innovation Lab, SixThirty u.a.

Besonders das Beispiel der israelischen Leumi Bank scheint nachahmenswert. Zusammen mit Elevator hat man ein Programm aufgesetzt, das Unternehmen unterstützt, die IT Lösungen für das Banking entwickeln. Vor allem das Nutzererlebnis und der Prozess stehen dabei im Mittelpunkt.

Hohe Zeit

Ich denke es ist an der Zeit, das deutsche Banken hier ebenfalls aktiv werden. Dabei ist aber der Ausbruch aus den alten Strukturen zwingend erforderlich. Denn wieso sollte man etwas reparieren, was anscheindend nicht kaputt ist. Ich glaube das ist von Alf

Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

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