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Genobarcamp 11

Genobarcamp 11: Warum Startups nicht nur eine Bankenveranstaltung bereichern

Sidesteps und Gleichheit

Wenn alle(s) gleich (sind) ist, dann wirkt ein winziger Sidestep wie eine Revolution. Mut und ein wenig Weitblick sind die Essenzen für einen Sidestep.

Insofern hat die FinTech Bewegung ihr banales Fundament wohl  in der Gleichheit der Banken, die sich in Produkten, Services, Marketing und Kommunikationsinstrumenten und sogar  Menschen wiederspiegelt. In meiner Kindheit galt der Bankmitarbeiter noch als Beamter. Er war – mit wenigen Ausnahmen – kein wirklicher Beamter. Aber die Bank ruhte und ruht auch heute noch in der Kultur der Bürokratie. Alles baute auf Hierarchie auf, wurde durch IT Systeme abgebildet, verfestigt und sogar verstärkt und spiegelte sich letztendlich in Produkten und Services wieder, die ebenfalls von Hierarchie und Machtungleichheiten durchzogen sind.

 

Keine Antwort in der Vergangenheit

Jede noch so banale Startup Idee wirft die Frage auf: Warum Banken darauf nicht schon selber gekommen sind? Und sie zeigt gleichzeitig die Hilflosigkeit auf Herausforderungen zu reagieren geschweige denn zu agieren. Sie erkennen nicht einmal, das die vielen neuen Mini und Mikro Geschäftsmodelle, mögen Sie aus der Brille der Vergangenheit auch noch so unscheinbar erscheinen, das alte Bank Betriebsmodell systematisch zerlegen (Unbundling of banks). In digitalen Märkten gilt das Prinzip  “ too big to fail“ jedoch nicht.  In einem neuen Buch mit dem Titel „Bye Bye Banks“  von James Haycock und Shane Richmond wird dieser Prozess mit den Begriffen „Displaced“, „Diminished“, „Disintermediated“ beschrieben. Insofern darf man keine  Idee eines FinTech Startups belächeln und sei sie auch noch so klein, technologisch unscheinbar bzw. kopierbar.

Meiner Meinung nach finden Banken in ihrer (alten) Welt keine Antworten auf die Fragen der Zukunft. Banken und viele andere etablierte Unternehmen sind in einer Ökonomie und entsprechenden betriebswirtschaftlichen Prozeduren verhaftet, die im aufziehenden“Second Machine Age“ der exponentiellen und elastischen Unternehmen nicht mehr funktionieren können.   In den Büchern „The Exponential Organization“ von Samir Ismael oder „The Elastic Enterprise“ von Nicholas Vitalari und Haydn Shaughnessy ist diese neue Ökonomie hinreichend beschrieben. Unternehmen wie Apple, Facebook, Google, Alibaba, General Electric, Autodesk, Github etc. sind einige  lebenden Beispiele dieser Ökonomie. Elastic Enterprises sind Exponential Enterprises!

 

Startups auf dem GENObarcamp

Auf unseren genossenschaftlichen Barcamps gibt es deshalb  eine startup Session, die den Blick nach außen öffnet.  Im Inneren findet man keine Lösung. Neue Ideen sind nicht die Quintessenz.  Startups entwickeln gänzlich neue Kulturen. Sie denken anders, sie handeln anders, sie sind anders und sie werden niemals so werden wie die großen, etablierten Player der alten Ökonomie, auch dann nicht wenn sie wachsen und gedeihen.

Der Blick auf andere Banken hilft nicht mehr: Wenn wir mit startup Gründern sprechen, dann lernen wir mehr von ihnen als diese von uns lernen können.

Deshalb bin ich natürlich dankbar, dass auch in diesem Jahr 7 startup Unternehmen bzw. startup Ideen den Weg auf das 11. genobarcamp gefunden haben:

 


 

Figo (Finance API)

Optiopay (Online Zahlungsmethoden und – Gutscheine)

Fino Digital (Kontowechselservice)

Strival (Bildungsfinanzierung per Crowdinvesting)

Greenvesting (Crowdinvesting für grüne Energie)

Pey (bitcoin Zahlungssysteme)

Tabbt (Social Payment ohne Geld)


 

 

Und so war es auch

Auch das 11. GENObarcamp in Montabaur war ein voller Erfolg mit vielen enthusiastischen Menschen, die offen waren für neue Ideen und neue Wege. Die sich untereinander austauschten, voneinander lernten, neue Projekte planten und miteinander feierten. Eine Gemeinschaft, die das Spiel verändern und neu spielen möchte und dabei Menschen besser, stärker und glücklicher macht. Und darum wird es auch beim 12. GENObarcamp im April gehen, für das ich  mir wieder einige Startups als Gäste wünsche. Wer sein Startup also auf dem 12. GENObarcamp präsentieren möchte, kann mir eine Mail senden.

 

Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

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