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Genobanken sollten jetzt crowdfunding nutzen

Crowdfunding als Chance beim Schopfe packen

 

Langsam nimmt die crowdfunding Bewegung innerhalb der genossenschaftlichen Bankengruppe fahrt auf. Neben der Volksbank Bühl sind nun auch die Volksbanken in Kaiserlautern und im Mindener Land gestartet:

 

http://vobakl.viele-schaffen-mehr.de

http://vb-ml.viele-schaffen-mehr.de/

http://volksbank-buehl.viele-schaffen-mehr.de/

 

Das crowdfunding zur Genossenschaftsidee wie der Deckel zum Topf paßt, wurde hier schon hinlänglich dargestellt und begründet. Crowdfunding ist darüber hinaus die Chance zur Erneuerung der genossenschaftlichen Bankengruppe. Es ist aber auch eine Chance, die man schleunigst beim Schopfe ergreifen sollte, bevor die digitale Transformation wie ein Wirbelsturm durch die Gruppe fegen wird und kein Stein mehr auf dem anderen bleibt.

 

Reise in die digitale Welt

 

Für die Reise in die digitale Welt bleiben den Genossenschaftsbanken – aufgrund einiger guter Jahre – vielleicht noch vier oder 5 Jahre, allerdings sollte man am Ende dieses Zeitraumes bereits am Ziel und nicht am Startpunkt der Reise sein. In den nächsten Jahren werden Niedrigzinspolitik, regulatorische Anforderungen und die immer noch zu hohen Kosten für die Bereitstellung der Leistung weiter an den Kräften der Genossenschaftsbanken zerren. Hinzu kommen der technologische Wandel und die damit einhergehenden rasanten Veränderungen der Verbraucher Erwartungen, die auf wenig innovative und anpassungsfähige Unternehmensstrukturen und -kulturen treffen.   Die genossenschaftliche Bewegung war eine  grass roots Bewegung . Von der Idee bis zur Verbreitung sind 20 bis 30 Jahre ins Land gezogen. Sie wurde wie Rom also nicht in einem Tag erbaut. Die treibende Kraft war dabei das Prinzip der “Hilfe zur Selbstfhilfe” ergänzt um das Prinzip der Subsidarität, welches die Entfaltung der individuellen Fähigkeiten, Selbstbestimmung und Eigenverantwortung in den Mittelpunkt stellt. Entstanden sind daraus regionale Vereine – keine Banken – bei denen sich Menschen gegenseitig durch Einlagen und Auslagen unterstützten. Erst durch Industrialisierung und Massenproduktion und sich daraus entwickelnde rechtliche Rahmenbedingungen entstanden dann Genossenschaftsbanken, die zwar noch auf der Grundidee basieren, die sich anderen Bankmodellen aber immer stärker annäherten und nun gezwungen sind, jene Mehrwerte wieder auszugraben, mit welchen sie sich eindeutig von den Konkurrenten unterscheiden und die Chancen der Digitalisierung der Bankbranche nutzen können. Diese Ausgrabungen werden von der digitalen Revolution und begabten modernen Goldgräbern – wir nennen sie fintech startups – begünstigt. Man braucht ihnen nur zu- und abzuschauen, was Genossenschaftsbanking 2.0 sein könnte.

 

Die Digitalisierung ist eine Chance

 

Ich spreche von Chancen und nicht von Risiken, denn Technologie führt uns wieder zurück zu alten sprich menschlicheren Marktbedingungen, Regeln und Werten, die jedoch nur nutzbar sind, wenn man frühzeitig damit beginnt neue Geschäftsmodelle und Strukturen zu entwickeln und alte Zöpfe entsprechend abzuschneiden oder weniger radikal, einfach nicht mehr nachwachsen lässt.   Dabei müsste die Genossenschaftsbank weniger Bank und wieder mehr Bewegung sein. Als Bewegung scheint mir die Besinnung auf das Prinzip “ Bank als Plattform” empfehlenswert. Die Bank stellt also in erster Instanz eine Plattform zur Verfügung – die getreu dem Prinzip Verantwortung für das regionale Zusammenleben und die Wirtschaft übernehmen zu wollen – mehr bieten muss, als Finanzprodukte. Als Plattform organisiert sie Kommunikation, Austausch und Beziehung. Sie ist Enabler. Der Mensch ist ein ganzheitliches Wesen und Finanzfragen sind von anderen Lebensfragen nicht zu trennen. Es geht also um das finanzielle Wohlbefinden oder die finanzielle Gesundheit.

 

Banking (wieder) als Plattform begreifen

 

Crowdfinance (Funding und Investing) und p2p banking sind Bewegungen, welche auf genossenschaftliche Prinzipien setzen und damit redundante Intermediäre, die das Vertrauen der Menschen mißbraucht haben angreifen. Ein interessaanter neuer Herausforderer ist zum Beispiel das Unternehmen Puddle: Pool Money with people you trust! Klingt das nicht nach Genossenschaftsbank bzw. banking as a platform https://www.puddle.com/

Also!

Warum soll man sich mit seinen eigenen Argumenten schlagen lassen. Es ist hohe Zeit selbst wieder Bewegung zu werden.

  • Crowdfinance und p2p finance setzen auf das Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe
  • Sie bringen Menschen zusammen
  • Sie fördern die Selbstbestimmung und Eigenverantwortung der Menschen
  • Sie helfen Menschen dabei ihre individuellen Fähigkeiten einzubringen und aufzubauen
  •  Sie helfen menschliche Ziele zu verwirklichen ohne die Menschen zu sehr in eine Abhängigkeit zu treiben
  • Sie sind Ausgangspunkt für Ideen und Veränderung
  •  Sie ermöglichen die Stärkung der Region und die Investition in die regionale Wirtschaft
  •  Sie sorgen dafür das Geld regional und nicht global arbeitet, also eher menschlichen Bedürfnissen als purer ausbeuterischer Geldvermehrung dient

 

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Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

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