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Gedanken und Ideen zum Finanzblog Award 2013

Am Montag wurde im Rahmen der republica der finanzblog award 2013 verliehen.

Der Gewinner: Wirtschaftswurm

Weitere Preisträger: Mr. Market

Menschen,zahlen, sensationen

Sonderpreise gingen an Economics Intelligence und Social Banking 2.0

Ich gratuliere den Gewinnern. Besonders für Social Banking 2.0 hat mich die Auszeichnung sehr gefreut.

Eine gute Sache

Der finanzblog award wird jedes Jahr von der comdirect Bank verliehen. Blogs können sich selber bewerben. Vergeben wird der Preis von einer Jury. Eine – wie ich finde – lobenswerte Initiative. Fragt sich nur, ob sich Finanzblogs von Banken bewerten und belohnen lassen sollten oder ob damit nicht die Unabhängigkeit der Blogs und Blogger verloren geht.

Diese Frage wurde auf der zur Award Verleihung gehörenden Podiumsdiskussion auch betrachtet, zumal die comdirect offenbar auch darüber nachdenkt Finanzblogger durch andere Maßnahmen noch stärker zu unterstützen. Diese Maßnahmen wären dann möglicherweise auch dazu geeignet, die Arbeit der Blogger zu professionalisieren, um damit für Internetnutzer und Finanz Interessierte einen größeren Wert bieten zu können. Aber ist das wirklich notwendig und gewünscht?

Ich betreibe meinen Blog nebenbei und habe auch keinerlei Absicht hieraus meine Hauptbeschäftigung zu machen, zumal ich das Schreiben nirgendwo gelernt habe. Ich würde wohl verhungern. Mir macht es einfach Spaß. Ein Sponsoring durch irgendeine Bank würde daran nichts ändern. Mein Blog kostet auch kaum Geld sondern nur Zeit, Mühe und manchmal auch Überwindung . Ich würde deshalb auf ein solches Sponsoring verzichten. Nebenbei gesagt wäre mir eine Unterstützung durch eine andere Banken Gruppe viel lieber. Wobei die comdirect natürlich nichts dafür kann, dass Banken, die ich für viel eher geeignet halten würde, sich mit der Online Community zu solidarisieren, dies noch nicht realisiert haben. Es wäre möglicherweise ohnehin besser, wenn andere Branchen die Finanzblogger fördern würden – wenn dies überhaupt erforderlich ist. Vielleicht Unternehmen aus der IT –Branche. Ich für meinen Teil fände es super, wenn die Mode – oder Musikbranche meinen Blog unterstützen würde. Dass Kleidung ein Problem der Blogger Community ist, konnte man auf der republica sehr deutlich sehen. Als Veranstalter sollte man immer einen Dresscode vorgeben, sonst lässt sich vor allem der deutsche Mann derart gehen, dass so manches Auge Tränen weint.

Aber zurück zum Thema

Auf der republica wurde auch über Erwartungen an die Finanzblogs gesprochen. Ich glaube, dass es gar keine Erwartungen gibt. Deutschland ist nicht gerade ein Blogger Land und der normale Internetnutzer geht nicht zu google, um Finanzinformationen oder Finanzwissen in Blogs zu finden. Insofern dürfen diese auch gerne speziell und kompliziert bleiben. Für die Einfachheit sind die Banken und Finanzanbieter zuständig. Ich bin nämlich der Meinung, dass Finanzprodukte und finanzielle Zusammenhänge durchaus einfach sein könnten. Das ist nur noch nicht im Interesse der sogenannten Eliten.

Die Vermittlung von Finanzkompetenz und auch Spaß an der Sache muss durch Familien, Schulen, andere Bildungseinrichtungen und auch die Finanzunternehmen vermittelt werden, dann brauchen sich Moderatoren solcher Diskussionsrunden auch nicht kokettierend als Finanz Dummies darzustellen, weil es auf solchen Veranstaltungen möglicherweise nicht opportun ist, sich als interessiert an Finanzfragen und -themen zu outen. Es wäre doch sehr einfach Finanzwissen tiefer ins Leben zu integrieren, vielleicht sogar so tief, wie es für die Bedeutung des Themas angemessen wäre, denn letztendlich treffen wir ständig Entscheidungen, die finanzielle Auswirkungen haben.

Es wäre doch nicht schlecht, wenn die Mehrheit der Menschen genauso geübt im Umgang mit Finanzen wie im Umgang mit Facebook wäre. Wenn schon Drohnen ganz selbstverständlich über das Gelände der republica gleiten – schade dass ich keine Drohnenklatsche dabei hatte – dann könnten wir doch auch mal mehr über Geld sprechen und wissen. Wenn wir etwas verändern wollen, dann müssen wir auch dahin gehen, wo Veränderung Auswirkungen hat. Beschäftigt euch mit der Finanzbranche, gründet Unternehmen und vielleicht sogar Finanzunternehmen, dann kann Veränderung gelingen.

Vorschläge

1. Lasst uns im nächsten Jahr eine Subkonferenz mit der Finanzbranche machen. Ich wäre bereit diese Konferenz mit zu organisieren.

Im letzten Jahr hat smava auch noch einen Blog Award vergeben, hier konnten die Leser abstimmen, was mir  – ehrlich gesagt – wesentlich besser gefallen hat. Auch die Tatsache, dass mit smava eher ein Unternehmen aktiv war, welches die klassische Finanzbranche verändern wollte. Die Direktbanken und noch dazu eine Direktbank, die zu einem staatlich gestützten Unternehmen gehört, sind ja inzwischen schon Establishment und verfolgen einen Banking Ansatz, der uns wohl kaum in eine bessere Finanzwelt führt.

2. Lasst uns also im nächsten Jahr einen Preis ins Leben rufen, bei dem die Leser und Online Nutzer entscheiden. 

Diesen vergeben wir dann im Rahmen einer Subkonferenz der republica. Die Preisgelder werden von Nicht Banken vergeben. Da werden sich doch Sponsoren finden lassen.

3. Zusätzlich machen wir einen Start up Wettbewerb auf dem junge Unternehmer ihre Ideen vorstellen können.

Dafür haben sie jeweils sieben Minuten Zeit und dürfen keine Power Point Folien verwenden (wie zum Beispiel auf der finovate). Die Sieger bekommen ein Startkapital. Das kann dann gerne von einer oder mehreren Banken vergeben werden und da wäre es dann natürlich nicht schlecht, wenn es sich um Ideen handeln würde, welche die Finanzwelt verändern, verbessern oder vielleicht auch einfach nur unterhaltsamer machen möchten. (die Idee ist übrigens von meinem geschätzten Kollegen Franz Welter von der Volksbank Bühl)

4. Und noch eine Idee, die sich jetzt direkt an alle Finanzblogger richtet. Lasst uns doch einen eigenen Award ins Leben rufen, mit dem wir Ideen, Menschen und Unternehmen aus der Finanzbranche auszeichnen.

Denn warum soll sich die neue Welt von der alten Welt bewerten und unterstüzten lassen? Dann ändert sich doch nie was

Vorschlag Nummer 5. Das geht jetzt direkt mal an die Banken. Wie wäre es mit einer Blogger Versicherung oder einem Fonds, der Blogger vor Abmahnungen schützt oder ihnen die Möglichkeit bietet, gegen Abmahner vorzugehen bzw. Abmahner ganz einfach abschreckt, weil die Solidarität einen Finanztopf füllt, der in der Lage ist, Abmahnungen zu einem schlechten Geschäft werden zu lassen. Bald kommt doch das Leistungsschutzrecht. Das wäre dann wirklich mal ein nützliches Angebot.

Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

  • Die Sache mit den Wirtschafts- und Finanzblogs #rp13 | Die Börsenblogger

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  • finanzenlounge

    Viele gute Ideen, vielleicht etwas zu konventionell, was die Kleidung betrifft. Dafür unkonventionell die Musilk- und Modeindustrie ins Boot zu holen.
    Widerspruch zu Ihrer Meinung:“ Insofern dürfen diese auch gerne speziell und kompliziert bleiben. Für die Einfachheit sind die Banken und Finanzanbieter zuständig. Ich bin nämlich der Meinung, dass Finanzprodukte und finanzielle Zusammenhänge durchaus einfach sein könnten.“ Finanzielle Zusammenhänge einfach darstellen, erinnert mich etwas zu sehr an Adam Smith. Zumindest dann, wenn finanzielle Zusammenhänge als Folge von volkswirtschaftlichen Zusammenhänge gesehen werden. Ich verstehe vollauf den Wunsch vieler Anleger nach Einfachheit. Denn dies kennen Sie aus vielen Produktbereichen. „Warum funktioniert ein Auto, aber nicht meine Geldanlage?“ Eine einfache Antwort könnte lauten: Das Auto basiert auf Physik. Wirtschaft dagegen hängt mit Psychologie, Soziologie und mehr zusammen. Da sind stabile Systeme wohl seltener.
    Aber diesen Wunsch teile ich mit Ihnen: „Es wäre doch nicht schlecht, wenn die Mehrheit der Menschen genauso geübt im Umgang mit Finanzen wie im Umgang mit Facebook wäre.“

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