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Gastbeitrag: Warum Nichtbanker sich mit Geldautomaten beschäftigen

von Matthias MD Pohle

Banking ist nicht mehr länger nur ein Thema von Banken. Das ist möglicherweise die für Banken problematischste Folge, welche Finanzkrise, Social Media und die technologische Entwicklung mit sich gebracht haben. Auf einmal beschäftigen sich Menschen und Unternehmen mit Banking, die bisher kaum eine Beziehung zu Banken hatten. Zum Beispiel Venessa Miemis, die sich in in ihrem herausragenden Blog emergent by design unter anderem mit der Zukunft des Bankings und des Geldes beschäftigt und im Rahmen dieses Projektes auch schon auf der SIBOS aufgetreten ist, wo sie ihre Sicht der Finnanzbranche darstellen konnte. Die Sicht eines Digital Natives.

zum Beispiel hier

Oder auch Matthias M D Pohle, der als Manager bei der swisscom arbeitet. Er betreibt die sehr spannende Facebook Seite Business Creativity und hat dort vor einigen Wochen aufgerufen Ideen für die Weiterentwicklung des Geldautomaten auszutauschen. Ich habe in einem älteren Blogbeitrag bereits darüber berichtet.

Rework ATM

Ich habe Matthias gebeten mir in einigen kurzen Sätzen darzustellen, wieso er sich mit der Neuerfindung des Geldautomaten beschäftigt, obwohl er eben nicht für eine Bank arbeitet, auch wenn man natürlich vermuten darf, dass gerade Telekommunikationsunternehmen zukünftig intensiver im traditionellen Bankenmarkt aktiv werden werden. Hier seine Gedanken und vielen Dank dafür.

Warum Nichtbanker sich mit Geldautomaten beschäftigen

Ich arbeite bei der swisscom in der Produktentwicklung. Die Buasiness Creativity Seite betreibe ich jedoch privat. Die Wortschöpfung stammt von einer Vorlesung, die ich in 2005 an der FH Coburg gehalten habe, nachdem ich dort 2004 absolvierte. Ich kombiniere Kreativitätstechniken mit Methoden aus der Betriebswirtschaft, aber auch der Konstruktionslehre im Maschinenbau, Softwareanalyse, etc. Das ganze nennt sich dann „Fusion-Modeling“ oder eben Business Creativity. Mit der Seiteauf Facebook will ich die Leute für Innovation begeistern und inspirieren. Daher poste ich auch sehr viele Beispiele, die ich sehe und kreativ finde. Ich finde Innovation einfach eine einzigartige Möglichkeit für Firmen sich am Markt zu differenzieren. Hat man ein Produkt/Service das der Kunde unbedingt will und (noch) keiner der Wettbewerber hat; dann braucht man sich als Unternehmen keine grossen Sorgen um Marken- oder Kostenführerschaft zu machen. In unserer zunehmend standardisierten Welt brauchen wir einfach immer wieder neue Innovationen. Es gibt immer andere die schneller, besser und günstiger produzieren…

Auf die Idee mit der ATM Challenge bin ich zufällig gekommen. Ein Bekannter beschwerte sich über Bancomaten. Aus dem Pain heraus sind mir die ersten Ideen gekommen was man an einem Geldautomat neu, anders, besser machen könnte. Ich bin ein Ideenmensch, habe einige kleine schwarze Notizbücher voll mit Ideenskizzen. Aber ich wollte auch schauen welche Ideen andere haben; ganz im Sinne von Open Innovation und Crowdscourcing. Also hab ich kurzerhand die ATM Challenge gestartet; rein aus der Freude am Spass etwas neues zu gestalten und mit anderen Ideen zu crunchen. Aber vielleicht wird es zukünftig auch ein Thema sein daraus ein Business zu machen. Dann könnten Firmen Problemfelder, Opportunities und Challenges ausschreiben, die dann durch die Community bearbeitet und Ideen generiert werden. Aber das ist Zukunftsmusik.

Auch das Banking der Zukunft ist für mich Zukunftsmusik. Ich kenne es nicht, aber ich freue mich drauf. In meiner Vorstellung wird in einigen Jahren der Grossteil alles Finanztransaktionen elektronisch abgewickelt über mobile payment. Es wird noch Geldscheine geben, aber sie werden nicht mehr so häufig gebraucht. Damit wird es aber auch weniger Geldautomaten brauchen. Aber die Frage aus Sicht der Banken ist doch folgende „Wir interagieren heute mit unseren Kunden, wenn Sie am Geldautomat stehen und wir haben die Standorte der Geldautomaten als strategisches asset. Was können und wollen wir in Zukunft mit diesem Asset machen wenn es keine Geldautomaten zum Bargeldabheben braucht?!“ Bei Telekomfirmen kam eine ähnliche Frage auf als Telefonzellen aufgrund von Mobiltelefonen immer mehr verschwanden.Keiner brauchte mehr eine Telefonzelle. Heute sind sie langsam wieder im Kommen als Stromtankstelle für Elektroautos… Die gleiche Situation wird in einigen Jahr(zehnten) auf die Banken mit Ihren Standorten für Geldautomaten zukommen. Wie können sie weiter mit dem Standort Wertschöpfung betreiben, wenn es kein oder nicht mehr so viel Bargeld braucht. Die Zukunft bleibt spannend.

Gastbeitrag von Matthias MD Pohle

Matthias M.D. Pohle

Dipl. Betriebswirt FH

Manager Swisscom Switzerland Ltd.

https://www.facebook.com/businesscreativity

Dem kann man nur zustimmen, die Zukunft bleibt spannend und braucht mehr Ideenmenschen, die eine andere vielleicht sogar eine bessere Welt wollen. Sind auch Sie so ein Ideenmensch? Dann freue mich auf Ihren Gastbeitrag in meinem Blog oder ihren Kommmentar.

Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

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