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Gastbeitrag: Unser Banksystem im Wandel – Zwischen gestern und morgen

Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Gastbeitrag von Daniel Stein. Gastbeiträge müssen nicht der Meinung des Blog Autoren entsprechen. Dies gilt insbesondere für in  Gastbeiträgen ausgeprochene werbliche Verweise oder Produktempfehlungen. Finance20 ist werbefrei.

Unser Banksystem im Wandel: Zwischen gestern und morgen

Die Zukunft der Finanzinstitute ist kaum absehbar. Es sind jedoch einige Entwicklungen zu erkennen. Der Konkurrenzdruck steigt immens, da die Globalisierung für offenere Märkte und mehr Wettbewerb und insbesondere das Internet für mehr Transparenz sorgt. Dadurch müssen Banken und Co. zum einen kostengünstiger arbeiten und zum anderen auch Ihre Angebotsvielfalt erhöhen, um weiterhin Ihre Kunden halten zu können oder aber neue zu gewinnen.

Wie werden Privat- und Geschäftskunden in Zukunft beraten??

Hierbei wird zuerst auf den Privatkundenbereich eingegangen, da er alle betrifft. Eine bereits heute erkennbare Entwicklung ist, dass sich die Banken mehr und mehr aus dem ländlichen Raum zurückziehen. Das liegt zum einen an der demographischen Entwicklung, zum anderen am steigenden Kosten- und Konkurrenzdruck. Wenn die Dorfbevölkerung zurückgeht und gleichzeitig durch die Globalisierung immer mehr ausländische Banken den deutschen Markt betreten muss man sich auf die lukrativen Geschäftszweige konzentrieren. Schon heute trifft man in kleineren Städten und Dörfern wenn überhaupt Sparkassen und Raiffeisenbanken an. Bei diesen wiederum werden die Öffnungszeiten von Jahr zu Jahr verkürzt, was langfristig auf eine Schließung dieser Filialen hindeutet. Aufgrund dieser Entwicklungen und auch aus Bequemlichkeit und Effizienzgründen werden mehr und mehr Bankgeschäfte online abgewickelt. In größeren Städten werden sich wohl auch in Zukunft weiterhin große Banken mit Privatkundengeschäft finden, alleine schon zu Werbezwecken. Auf dem Land jedoch werden die Banken nach und nach aus dem Stadtbild verschwinden und dem Online-Banking weichen.

Business-Banking und vermögende Kunden

Für vermögendere Kunden und Geschäftskunden gelten dieselben Rahmenbedingungen, jedoch andere Gesetze. Auch hier müssen die Banken auf die Effizienz achten, jedoch ist ein vermögender Kunde oder eine mittelständische Firma weitaus rentabler zu betreuen als ein Auszubildender im ersten Lehrjahr. Hier wird die persönliche Betreuung länger anhalten und mit bspw. individuell vereinbarten Sprechzeiten gelöst werden. Schon heute gibt es bei vielen Banken eine Unterscheidung zwischen normalen, vermögenden und Geschäftskunden. Diese Differenzierung wird aufgrund des Kosten und Leistungsdrucks wohl verschärft werden.

Weitere Folgen des Konkurrenzdrucks

Ein Unternehmen, das ohne Ausnahme den Testsieger in jeder Kategorie stellt ist nahezu ausgeschlossen. Jede Bank hat Produkte, mit denen Sie Kunden gewinnt, um dann andere, gewinnbringende Produkte zu verkaufen. Die Transparenz steigt jedoch und die Kunden verstehen mehr und mehr, wie sie über den Tisch gezogen werden. Ein neutraler Makler mit einer Vielzahl an Angeboten wäre hier eigentlich die optimale Lösung. Aber gerade im Finanzbereich ist der Verdrängungswettbewerb sehr groß. Tagtäglich werden Kunden abgeworben und den Großteil der Zeit verbringt so mancher Makler mit Kundenrückgewinnung, Kundengewinnung und sehr viel Überzeugungsarbeit. Die Banken wiederum verfügen bereits über diese Kunden, jedoch nicht über die Produkte, diese Kunden langfristig zu halten. Eine sinnvolle Kombination könnte hier Abhilfe verschaffen. Die Bank könnte Makler beschäftigen, die dann eine Vielzahl an Versicherungslösungen, Geldanlageprodukten und vor allen Dingen eine sinnvolle Beratung. Wie sich Makler und Bank die Gewinne aufteilen ist dann Verhandlungssache. Auch hier werden natürlich Online-Plattformen einen Teil der Kunden gewinnen, allerdings dürfte hier die Beratungsqualität zu niedrig sein, so dass die Makler-Bank-Lösung mittelfristig höhere Marktanteile gewinnen dürfte. Das Internet wäre hierbei dann der Türöffner und Informationsgeber. Weitere Innovationen bleiben natürlich abzuwarten, wer hätte bspw. vor 20 Jahren an Online-Banking gedacht? Vielleicht werden wir bald alle unseren Bankberate auf Abruf per Video-Kommunikation kontaktieren können. Dreißig Minuten je Monat sind frei und alles darüber hinausgehend wird in Rechnung gestellt. Vielleicht werden die Vergleichsportale auch von der Beratungsqualität her besser und ermöglichen eine Interaktion mit dem potentiellen Kunden. Die Tendenz ist jedoch eindeutig: Mehr Transparenz und mehr Online-Präsenz werden das Gesicht der Finanzwelt in Zukunft prägen.

Welche weiteren Folgen ergeben sich hierbei für Geschäftskunden?

Auch im Bereich Firmenfinanzierung, Business-Kundenberatung etc. wird die vermehrte Transparenz und der Wettbewerbsdruck dazu führen, dass sich die Geschäftskunden günstigere Wege suchen werden als eine einzige Hausbank. Dabei spielt auch wieder das Internet eine wichtige Rolle. Hierbei ist es jedoch mit reiner Informationsweitergabe nicht getan. Geschäftskunden erwarten mehr von einem Portal, als reine Informationen. Eine Online-Beratung, weiterführende Gespräche auf persönlicher Ebene und intensiver Austausch sind hier Voraussetzung für einen Vertragsabschluss. Ein Beispiel für diese Art der Beratung ist www.finaboo.de. hier kann eine Geschäftskunde eine kostenlose Erstberatung anfordern, Angebote über die Plattform von verschiedenen Banken und anderen Geldgebern erstellen lassen und sich schließlich den Kontakt zum passendsten Anbieter herstellen lassen.

Fazit

Die Welt rückt enger zusammen und bietet immer mehr Möglichkeiten. Das gilt auch für den Finanzbereich. Die Leistung und vor allen Dingen die Leistung je Preis wird aufgrund des Kosten- und Konkurrenzdrucks steigen müssen. Dabei können Online-Plattformen eine bedeutende Rolle spielen. Wie persönlich dabei die Beratung trotz oder gerade wegen der Online-Kommunkation wird bleibt abzuwarten.

Über den Autor

Daniel Stein

Geschäftsführer

Stein Private Banking, Mainz

http://finaboo.de/

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Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

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