title

Blog

Gastbeitrag: Nachbericht zur Next Finance in Frankfurt

Dies ist ein Gastbeitrag von Christine Fettich. 

Am vergangenen Donnerstag lud SinnerSchrader zum 10-jährigen Jubiläum des Frankfurter Büros und zur NEXT Finance ins neue Büro im Frankfurter Ostend ein – und Dank des von @electrouncle verlosten Tickets war ich mit dabei.

Leider ging wohl das Einladungskonzept anscheinend nicht richtig auf, da die Räumlichkeiten – übrigens neu und sehr schön clean – hauptsächlich von SinnerSchrader Mitarbeitern aufgefüllt werden mussten.

Der Inhalt der Vorträge wurde leider zum Ende hin immer schwächer, aber die Keynote von Chris Skinner war definitiv ein Highlight.

Highlight Chris Skinner Keynote

Auf den kurzen Abriss der Entwicklung der Internetgiganten Apple, Amazon, Ebay und Google vom SinnerSchrader Standortleiter Dirk Hibbeler, folgte Chris Skinner mit seiner Keynote „why banking will disappear, but banks will not“.

Der Service wandelt sich seiner Einschätzung nach von „human“, also menschlich, hinzu „self“, also selbstbestimmt. Es geht um die Kunden-„Experience“, also dass der Kunde selbstbestimmt machen kann, was er will, wo er will und wann er will im Bereich Banking. Mit dieser Einschätzung erinnert Skinner stark an Brett King und sein Buch „Bank 2.0“. Skinner sagt vorher: „Branches will disappear because of selfservice (online)“ und hält „augmented service“ für den neusten Trend.

Pelle Braendgaard von Picomoney wies treffend auf die Möglichkeiten hin, die sich durch die relativ leichte Erstellung von virtuellen Währungen ergeben. Ebenfalls berichtete er von open universal transaction standards, die jeden in die Lage versetzen könnten, genauso sicher wie Banken, Transaktionen durchführbar zu machen. Zudem zeigte er interessante Beispiele zu Crowdfunding, die jedoch ein wenig an smava und kiva erinnerten.

Was können Banken tun?

Zum Schluss gab er konkrete Hinweise, wie Banken ihren Status sichern können:

  • Das Kerngeschäft sollte ins Web migriert werden, nicht nur kleine Funktionalitäten
  • Das Risiko sollte (online) minimiert werden, z.B. durch den Verzicht auf Kreditkarten
  • 100% der vorhandenen Infrastruktur sollte verwendet werden, dabei kann man von Google lernen
  • Um Sabotageversuche (va durch die IT-Abteilung) bei Innovationen zu verhindern, sollten man sich Support vom Vorstand holen
  • Innovationen, die nicht in die eigene Kernkompetenz fallen, sollte man sich einkaufen

Google Wallet

Nach einer kurzen Kaffeepause erklärte Salvatore Pennino, Produkt Manager bei Google, das Prinzip von Google Wallet, ließ sich jedoch nicht auf Nachfragen zur Monetarisierung ein. Er präsentierte die 3 Hauptfunktionalitäten: Transaktionsfunktion, Google Offers (lokale Angebote) und ein Bonusprogramm für Käufer á la Payback.

Nur eines stellte er hinsichtlich der Monetarisierung klar: Google wird nicht durch Provisionen Geld verdienen und plant auch nicht die Banken zu ersetzen. Meiner Einschätzung nach, möchte Google an den „offers“ verdienen als auch an der Erstellung von Konsumentenprofilen zur Marktforschung. aber die Zeit wird dies zeigen…

Seine Tipps für Unternehmen:

  •  „Integrieren sie online“
  • „Test and learn“ (Neues ausprobieren und verbessern)
  • „Seien Sie opportunistisch/kooperativ“ (d.h. Partner suchen)
  • „Seien Sie schnell und risikobewusst“ (d.h. Nicht jeden Trend mitgehen, aber dennoch Dinge schnell umsetzen)

Paypal

Auf Pennino folgte Matthias Setzer von PayPal, der kurz die Geschichte von PayPal zusammenfasste und dann mit interessantem Zahlenmaterial aufwartete: Monatlich werden 55.000 Transaktionen über PayPal durchgeführt von denen 15.000 mobil erfolgen, Tendenz steigend. Und das, obwohl die meisten Shopping-Seiten nicht für die mobile Nutzung optimiert sind. Seine Folgerung daraus: „ecommerce ist tot“ und xcommerce (Shopping über alle Kanäle) lebt.

Fred Schuster von der Deutschen Bank versuchte die Implementierung von Design Thinking als Neuerung darzustellen, was es auch ist, wenn man die Tatsache anerkennt, dass Banken nicht die schnellsten bei der Einführung neuer Prozesse sind.

Friendsurance

Als smarte Alternative zu schwerfälligen und vor allem teuren Versicherungen präsentierte Sebastian Herfurth friendsurance, eine Versicherung unter Freunden, die bei auszuzahlenden Summen bis 250€ sinnvoll scheint. Topargument hier: Betrugsfälle nehmen ab, denn „Freunde betrügen ihre Freunde nicht“. Um herauszufinden wie der mögliche Kunde tickt, nutzt mein bei friendsurance Personas, in diesem Fall „Anna“, deren Hauptaussage war: „Ich hasse Versicherungen.“ Die Gründe dafür umgeht friendsurance geschickt durch Ersparnismöglichkeiten für die Kunden und Vereinfachung des Versicherungsprozess.

Zu guter Letzt zeigte Ralf Weitz von ImmobilienScout24 wie erklärungsbedürftige Produkte (hier Immobilienfinanzierungen) dennoch online platziert werden können.

Er hielt fest, dass der Kunde entscheidet, wer sein Finanzierungspartner sein soll, da er recherchieren und vergleichen kann. Seine Folge daraus war, dass man dorthin muss, wo die Kunden sind: Ins Web. Ein Praxisbeispiel dafür ist Meine-baufinanzierung.de

Anschließend lud SinnerSchrader zum kleinen Get together mit interessanten Gesprächen und warmen Imbiss in den Hof.

Fazit

Alles in allem war es eine kleine feine Veranstaltung, die jedoch thematisch hätte mehr bieten können.

 Zur Autorin

„Christine Fettich ist ein Digital Native und ein Kind der Medienbranche, das von seiner Arbeit unter anderem als Jr. PR Manager bei amiando und als Mitarbeiterin im Trademarketing bei Condé Nast Digital Germany geprägt wurde. Aktuell ist sie in der Finanzbranche tätig und beschäftigt sich eingehend mit dem Thema Social Media im Bereich Investor Relations, dem sie auch ihren Blog  http://social-media-for-ir.tumblr.com widmet.“

Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

  • Johannes Korten

    Sehr treffend zusammengefasst. Danke dafür. Sollte es eine Wiederholung geben, bedarf es einer deutlichen qualitativen Steigerung bei den Sprechern.

Post A Comment

 

Lesen Sie den vorherigen Eintrag:
Banker schaut auf dieses Video

Wieder einmal ein schönes Video, welches kurz und knackig zusammenfasst, wie das Internet Branche um Branche disruptiv verändert. Diesmal geht...

Schließen