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Gastbeitrag: Innovationstätigkeit- und fähigkeit -Teil 1

Zeitalter der Innovation?

Es vergeht kein Tag an dem ich nicht das Wort „Innovation“ über meine Lippen kommt. Alles scheint sich zu verändern. Überall beschäftigt man sich damit, wie man auf Veränderungen innerhalb unserer Umwelt reagieren kann. Man stellt sich die Frage, ob es nicht besser wäre sich sowohl beruflich als auch privat auf ständige Veränderungen einzustellen. Wenn – was man auch überall lesen kann – Innovation überlebenswichtig für Unternehmen wird, dann kann man diese auch nicht mehr bestimmten – dafür zuständigen- Abteilungen oder Mitarbeitern überlassen – sondern muss sie im Alltag integrieren, damit Sie überall stattfinden kann und auch gefunden werden kann, ohne dass wirklich gesucht wird.

Nextmind

Mit frischen Ideen und Innovationen beschäftigt sich regelmäßig der Blog Nextmind. Hier haben sich einige Innovation Thought Leaders zusammen getan und schreiben spannende und inspirierende Artikel rund um das Thema Innovation. Ich freue mich deshalb sehr, dass sich mit Dr. Andreas Eckstein einer der Autoren bereit erklärt hat mir einen Gastbeitrag für meinen Blog zu Verfügung zu stellen.

Dr. Andreas Eckstein

Ist Präsident des Verbandes Europäischer Zukunftsforschung e.V.  Er hat Betriebswirtschaft an den Universitäten Würzburg, Osnabrück studiert und einen Master of International Business an der University of South Carolina erworben. Dr. Andreas Eckstein promovierte über die internationale Expansion mittelständischer Unternehmen an der Universität Göttingen bei Prof. Dr. W. König.
Seit 2006  ist er bei der Hannover Rückversicherung AG tätig. Schwerpunkte:
– Strategieentwicklung
– Business Development

Der hier gepostete Artikel wurde am 18. März dieses Jahres bereits im Blog Nextmind veröffentlicht. Die weiteren drei Teile werden  in den nächsten Wochen erscheinen

Innovationsfähigkeit und – tätigkeit Teil 1

von Dr. Andreas Eckstein

Innovationen

Die Innovationstätigkeit hat in den letzten Jahren eine gesteigerte Aufmerksamkeit erfahren. Dies ist einerseits darauf zurückzuführen, dass das Innovationspotenzial von KMU häufig unter- und die Innovationskraft von Großunternehmen relativ überschätzt wurden (Vgl. Zimmermann (2002): Zur Entwicklung der Innovationstätigkeit von kleinen und mittleren Unternehmen, S. 40 ff).

Andererseits hat die Notwendigkeit veränderte technologische und nachfrageseitige Anforderungen in einem zunehmend härteren Wettbewerb zu bewältigen, dazu geführt, dass der Neuerungsgrad von Produkten, Prozessen und Dienstleistungen für Unternehmen an Bedeutung gewonnen hat.

Dass Innovationen für Gesellschaft, Politik und Wirtschaft eine herausragende Stellung besitzen, ist keine neue Erkenntnis. Schon am Anfang des letzten Jahrhunderts verwies der österreichische Nationalökonom Joseph Schumpeter auf ihren gesamtwirtschaftlich und gesellschaftlich wichtigen Charakter als Treibkraft wirtschaftlicher Entwicklung. Nach Schumpeter kennzeichnet das Wesen des erfolgreichen Unternehmers, dass er Bestehendes durch neue erfinderische Kombinationen von Ressourcen und Fähigkeiten (Innovationen) ersetzt und dadurch neue Wertschöpfungspotenziale erschließt (Vgl. Schumpeter (1934): Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung, S. 93 ff).

Impulse zur Innovation

In Zeiten zunehmender Sättigungserscheinungen und scharfer Konkurrenz auf wichtigen Weltmärkten scheinen die Schaffung neuer erfolgreicher Produkte sowie die Verbesserung von Prozessen für immer mehr Unternehmen eine wichtige Rolle einzunehmen. An dieser Stelle werden die wichtigsten Innovationsgründe betrachtet:

Aufgrund der Tatsache, dass eine Vielzahl (zunehmend internationaler) Konkurrenten mit ähnlichen Produkten auf den wichtigsten Märkten agiert, besteht ein Anreiz zur Innovation in der Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit. Da die Position im Wettbewerb sowohl durch neues technologisches Wissen („technology-push“) als auch sich wandelnde Kundenanforderungen („demand-pull“) beeinflusst wird, bildet häufig eine Kombination aus Technologiedruck und Nachfragesog den Impuls zur Suche nach Möglichkeiten, um die Wettbewerbsposition zu stärken.

Häufig führen die Kundenwünsche dazu, dass Unternehmen nach neuen Problemlösungen suchen und gewünschte Leistungen entwickeln. Zur Suche nach innovativen Lösungen dienen sowohl von vorhandenen Kunden geäußerte Bedürfnisse als auch von neuen Kunden initiierte Anfragen. Vor allem kleinere Unternehmen meiden ohne diesen Schub vom Markt die Risiken und die hohe Ressourcenbindung, die mit der Suche nach innovativen Problemlösungen einhergehen.

Häufig sind die Abnehmer der Leistung nicht nur einmalige Auslöser von Innovationen. Viele Unternehmen suchen die Kommunikation mit Kunden auf breiter Basis, um sie in den Prozess der Findung und Ausgestaltung neuer Ideen einzubeziehen. Dabei spielen insbesondere Anregungen der Leitkunden („lead-user“), die oft über herausragende Produktkenntnisse und direkte Kontakte zum Unternehmen verfügen, eine wichtige Rolle.

Die Beschränkung der Ideensuche auf die Wünsche der Abnehmer kann jedoch dazu führen, dass die aktive Suche nach Problemlösungen eingeschränkt wird, weil die Kunden ihre Änderungswünsche an Produkten orientieren, die sie bereits kennen. Daher bildet die Suche nach neuen Verwendungsmöglichkeiten einen weiteren Innovationsanstoß. Solche Chancen sind häufig abseits der eigenen Branche zu suchen und folglich schwerer zu entdecken. Ein hierzu erforderliches systematisches „Markt- und Technologiescreening“ erfordert zumeist relativ hohe personelle und finanzielle Kapazitäten. Zudem ist die aktive Suche oft langwieriger und teurer als die Reaktion auf veränderte Kundenwünsche (Vgl. Arthur D. Little/BDI (2004): Innovation Excellence Studie, S. 34). Jedoch lassen sich die so entwickelten Neuerungen zumeist nicht nur an einen Kunden, sondern an mehrere Gruppen verkaufen.

Dr. Andreas Eckstein
Präsident Verband Europäische Zukunftsforschung e.V.
Berliner Allee 12a
30175 Hannover
eckstein@vez-online.de

Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

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