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Finterview: Voola

Thomas Müller war einer der Teilnehmer der letzten Startup Session auf dem GENObarcamp in Bühl. Er ist Co Founder von Voola, der ersten Suchmaschine für Finanzprodukte. Eigentlich komisch, dass wir so lange auf eine spezialisierte Suchmaschine dieser Art warten mussten. Seit einigen Wochen ist Voola nun Online. Zum Start hat man sich mit dem hochkomplexen und für Laien bisher wenig verständlichen Derivate Markt abgearbeitet und das Ergebnis ist beeindruckend. Hier nun die üblichen Fragen und die einzigartigen Antworten.

 

1. Bitte stellt kurz euer Produkt vor?

VOOLA ist die erste Suchmaschine für Finanzprodukte in Deutschland. Bei VOOLA findet  der Nutzer zum Beispiel für seine persönliche Renditeerwartung, Risikopräferenz oder zu einem konkreten Anlagehorizont das passende Wertpapier. Anstelle von aufwendigen Suchfiltern und jede Menge Unterseiten, suchen Nutzer bei VOOLA schnell und einfach aus nur einem einzigen Eingabefeld. Nutzer können außerdem nach in Echtzeit berechneten Kennzahlen wie Rendite, Discount oder Hebel suchen und damit sehr genau aus der eigenen Anlagevorstellung heraus, ein Finanzprodukt finden und handeln. Für Nutzer ist der Zugang zu VOOLA kostenlos. Wir verstehen uns insgesamt als Anbieter von Suchtechnologie im Finanzbereich.

 

2. Warum habt Ihr VOOLA gegründet?

Aus über einer Millionen Finanzprodukte das passende Wertpapier zu finden, ist nicht leicht. Deshalb beschäftigen wir uns seit drei Jahren mit diesem Problem. Heutzutage nutzt fast jeder Suchmaschinen um passende Flüge, Reisen oder Produkte und Dienstleistungen zu finden. Für den Finanzmarkt war das allerdings aufgrund der großen Datenmenge und hohen Komplexität noch nicht in dieser Form möglich. VOOLA füllt diese Lücke auf. Unterschiedliche Produkttypen mit vielfältigen Ausstattungsmerkmalen ohne einheitliche Namen stellen für viele Anleger eine zusätzliche Hürde dar.
Diese können Anleger mit VOOLA nun ganz einfach nehmen und produktübergreifend anhand von Kennzahlen wie Rendite und Ausstattungsmerkmalen wie Laufzeit suchen und diese sogar miteinander kombinieren.

 

3. Welches Kundenproblem möchtet Ihr lösen? Euer USP?

Die Suche nach Finanzprodukten, einfach, schnell und geräteübergreifend.

 

4. Wie finanziert sich VOOLA heute?

Bisher ist VOOLA komplett selbst finanziert. Außerdem haben wir mit der HypoVereinsbank onemarkets bereits den ersten Kunden gewinnen können.

 

5. Bitte beschreibt kurz Euer Geschäftsmodell?

Wir bieten Banken die Möglichkeit ihre Finanzprodukte auf Basis spezifischer  Suchanfragen zu platzieren und einer handelsaffinen Zielgruppe anzubieten  So können wir eine hohe Relevanz der Produktwerbung zum Suchverhalten des Nutzers erreichen. Zusätzlich lizensieren wir unsere Suchtechnologie, damit Emittenten, Broker, Direktbanken und andere Finanzunternehmen ihre eigenen Angebote und Services verbessern können, egal ob bei internen oder externen Lösungen.

6. Wie setzt sich Euer Team zusammen?

Martin Donath, ist bei uns für die Technik zuständig, das Herzstück von VOOLA. Martin beschäftigt sich schon länger mit sehr großen Datenmengen und hat sich auf High Performance Computing spezialisiert. Roman Przibylla, hat Erfahrung im Finanzbereich und stellt VOOLA eher strategisch auf. Mit meiner Erfahrung in den Bereichen Quality Assurance und User Experience verbinde ich die kaufmännische und die technische Seite unseres Unternehmens miteinander, kümmere mich um das operative Geschäft und behalte den Nutzer im Fokus. Zudem haben wir mit Fabian Jager und Patrick Ohler, den Gründern von wer-kennt-wen.de, zwei erfahrene Advisors mit an Bord, die VOOLA  bereits seit der ersten Stunde begleiten. Zusätzlich arbeiten wir mit einigen Freelancern zusammen, die uns hin und wieder unterstützen.

 

7. Kurze Antwort: Banken lieber disruptieren oder integrieren (Enabler)?

Integrieren!

 

8. Was könnt Ihr besser als Banken?

Ich denke, es geht nicht immer um besser oder schlechter, sondern um Fokussierung.
Wir haben uns auf die Suche nach dem passenden Wertpapier und Suchtechnologien im Allgemeinen spezialisiert. Die Aufgabe von Banken liegt ganz wo anders. Unserer Meinung nach kann man in gemeinsamer Zusammenarbeit, mit der Flexibilität und der Fokussierung eines Startups und der jahrelangen Erfahrung der Banken, am besten den neuen, digitalen, Anforderungen und Wünschen der Kunden nachkommen.

 

9. Wo seht Ihr die größten Herausforderungen in der Zukunft? Für Euch und die Finanzbranche?

Die größte Herausforderung für VOOLA in der Finanzbranche liegt neben der technischen Komponente auch darin, die kritische Masse mit dem Angebot zu erreichen.
Für die Finanzbranche ist die größte Herausforderung das verloren gegangene Vertrauen der Anleger in den Kapitalmarkt wieder zurück zu gewinnen. Neben den regulatorischen Maßnahmen des Gesetzgebers und den Bemühungen zu mehr Transparenz der Emittenten, muss Anlegern einfach die Möglichkeit gegeben werden, die Vielzahl an unterschiedlichen Finanzprodukten schnell und einfach zu durchsuchen.
Denn Transparenz beginnt schon bei der Suche nach dem passenden Wertpapier.
Die Finanzbranche muss somit auf die steigenden Kundenerwartungen eingehen, daher gehört VOOLA als FinTech Unternehmen ganz klar zu den Enablern und nicht zu den Disruptoren.

 

10. Seid Ihr mit der Entwicklung Eures Unternehmens im Plan?

Absolut. VOOLA ist ein technisch anspruchsvolles Produkt, welches wir erst nach einer einjährigen Testphase geöffnet haben. Wir haben vorab viel Zeit in die Entwicklung gesteckt, das kommt uns nun zugute. Wir können sehr flexibel auf Feedback reagieren und wollen nun sukzessive weitere Neuerungen bringen und die Suchmaschine weiter ausbauen.

 

11. Habt Ihr vielleicht einen Tipp für andere Gründer

Setzt Prototypen als MVP ein um schnell wichtiges Feedback von potentiellen Kunden zu erhalten. Baut frühzeitig Kontakte und Vertrauen innerhalb der Branche auf. Und gerade wenn es um den Bereich FinTech geht, setzt euch mit der Regulation auseinander.

 

+1. Eine Zusatzfrage. Wofür würdet Ihr persönlich (die Gründer) alles stehen und liegen lassen?

Für einen Einblick in den Suchalgorithmus von Google.

 

Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

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