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FINTERVIEW: RIOPO

FINTERVIEW: RIOPO


FINTERVIEW: RIOPOViele Menschen bevorzugen offenbar nach wie vor den Kontakt zu einem Berater, um zum Beispiel eine Entscheidung fürdie Wahl einer Versicherung zu treffen. Das gilt übrigens auch für mich, allerdings kommt mein Berater zu mir nach Hause und gewinnt neben Kompetenz  durch Sympathie. Diese besondere Beziehung zu Menschen bei der Finanzberatung – die eigentlich auch etwas gutes ist – macht sich das Insuretech Unternehmen RIOPO zunutze. Ich sprach mit dem Gründer David Warmuth

 

 


 

Warum habt Ihr Riopo gegründet?

Grundsätzlich war der Gedanke, mit einer eigenen Idee an den Start zu gehen und etwas Eigenes zu schaffen, schon während meines Studiums immer wieder ein Thema. Im Rahmen einer erfolglosen Recherche zu einer Bachelorarbeit kam mir zusammen mit einem Freund die Idee, eine solche Plattform wie Riopo zu bauen. Darauf basierend habe ich beschlossen, einen derartigen Dienst selbst auf die Beine zu stellen. Fleiß, Antrieb und der Wille, immer mehr zu schaffen, fehlt mir nicht. Daher stecke ich jede freie Minute in Verbesserungen und Vermarktungen von Riopo.

 

Welches Kundenproblem möchtet Ihr lösen?

Das Internet bietet hinsichtlich der Versicherungssuche sehr viele Möglichkeiten. So kann man gängige Vergleichsportale besuchen und günstige Direktversicherungen ohne direkten Ansprechpartner abschließen. Doch für Individuen, die einen Versicherungsvertrag mit einem Ansprechpartner für Fragen oder im Schadensfall präferieren, hat bislang die Möglichkeit gefehlt, mit einem Versicherungsgesuch oder -vergleich in Eigeninitiative viele Versicherungsvermittler (sowohl gebundene Vertreter als auch Mehrfirmenvertreter oder Makler) auf einmal über das Internet zu erreichen. So war die Alternative, Vermittler per Telefon zu kontaktieren oder persönlich im Büro anzutreffen. Folglich war ein Vergleich verschiedener Angebote nur mit viel Aufwand möglich.

Hier möchte Riopo (Research Insurance Online Purchase Offline) ansetzen, um zwei Ziele zu erreichen: Zum einen soll den Versicherungssuchenden ermöglicht werden, kostenfrei und anonym Versicherungsvermittler verschiedener Gesellschaften ohne viel Aufwand über das Internet zu erreichen. Zum anderen soll der Prozess der Kundenakquise für Versicherungsvermittler über das Internet um eine einfache und sinnvolle Option erweitert werden.

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Was ist Eure Value Proposition?

Der Nutzen für den Versicherungssuchenden, der einen Vertrag mit Ansprechpartner präferiert, ist, dass er sich Zeit, Wege und Nerven bei der Einholung von Versicherungsangeboten und dem anschließenden Vergleich spart. Insbesondere bei Abschluss hat der Anfragende keinen Direktversicherer, sondern einen echten Ansprechpartner, der bei Fragen oder im Schadensfall unterstützt. Auch wenn ein Individuum bereits einen Versicherungsvertrag besitzt, diesen allerdings als zu teuer empfindet, kann er auf Riopo von Vermittlern unterschiedlicher Gesellschaften unverbindliche Angebote einholen.
Der Vermittler erhält eine Alternative zum unsicheren Kauf von Leads. Auf Riopo kann er Anfragen zur Versicherungssuche oder zum Versicherungsvergleich mit unverbindlichen Angeboten beantworten.

 

Wie finanziert sich Riopo heute?

Aktuell ist Riopo noch komplett inhaberfinanziert. Der Dienst ist seit dem 01.11.2016 online und konnte bereits Umsätze durch den Vertrieb von Premium-Accounts für Vermittler einnehmen. Die Ausgaben für das Betreiben der Webseite, Werbemaßnahmen oder die Programmierung von Apps sind dadurch abfangbar.

 

Bitte beschreibt kurz Euer Geschäftsmodell?

Riopo ist eine Plattform, auf dem sich zwei Parteien treffen: Ein Versicherungssuchender und ein Vertreter oder Makler von Versicherungen. Der Suchende gibt an, welche Versicherungsart er vergleichen oder suchen möchte. Aufgrund eines vorgefertigten Formulars, den der Suchende ausfüllen muss, sehen Vermittler, welche Klauseln dem Suchenden für das jeweilige Produkt wichtig sind, und können darauf basierend individuelle, unverbindliche Angebote abgeben. Der Suchende kann die Angebote vergleichen, mit dem Vermittler des besten Angebots Kontakt aufnehmen und bei diesem offline abschließen. Riopo stellt folglich eine Online-Vergleichsplattform dar. Der Abschluss und die spätere Beratung im Schadenfall finden hingegen bei einem IHK-verifizierten Versicherungsvertreter /-makler statt.

Wir verdienen an der Premiummitgliedschaft, die ein Vermittler erwerben kann, um mehr Vorteile bei der Neukundenakquise gegenüber den Basis-Vermittlern zu erhalten. Hier sind vor allem Geschwindigkeit und lukrative Versicherungssparten die entscheidenden Vorteile.

Wie setzt sich Euer Team zusammen?

Riopo wird von dem Gründer und Geschäftsführer David Warmuth betrieben. Der Aufbau des Dienstes basiert allerdings auch auf der Mithilfe von einigen Gönnern und Freunden, die unentgeltlich bei Themen wie Marketing und Know-How zur Seite stehen.

 

Kurze Antwort: Versicherer lieber disruptieren oder integrieren (Enabler)?

Versicherer lieber integrieren (unterstützen) – das ist unser Ansatz. Das Know-How und die Vertriebskraft von Versicherungsberatern wollen wir nutzen, um den Vermittlern auch online einen Vertriebsweg zu ermöglichen.

 

Was könnt Ihr besser als Versicherer?

Wir bieten einen Marktplatz, auf dem sich mehrere Vermittler treffen und gemeinsam um Kunden buhlen. Wir stehen in keiner direkten Konkurrenz zu Versicherern.

 

Wo seht Ihr die größten Herausforderungen in der Zukunft? Für Fintech und die Finanzbranche?

Die größten Herausforderungen für den Betrieb, die stetige Verbesserung sowie Marketing-Aktivitäten liegen momentan im Faktor Zeit. Da der Gründer hauptberuflich in der Finanzberatung tätig ist, kann nur in der Freizeit an dem Dienst gearbeitet werden. Regulatorisch sehen wir für den Dienst als Vermittlerplattform keine zukünftigen Hindernisse.

 

Wie erfolgt eure Marktbearbeitung/-eroberung?

Wir haben realisiert, dass die Nutzergewinnung von Versicherungssuchenden am effektivsten im regionalen Umfeld erfolgt. Hier sind Werbemaßnahmen laufend geplant, die natürlich in einem späteren Stadium national ausgeweitet werden sollten. Die Vermittler erreichen wir durch Berichterstattung, die bereits auf fachkundigen Portalen und in Magazinen stattgefunden hat, bereits auf nationaler Ebene.

 

Welche Pläne habt Ihr konkret  für 2017

2017 soll das Jahr der Generierung von Bekanntheit durch teilweise bereits durchgeführte Marketing-Aktivitäten werden. Außerdem nimmt Riopo an einigen Gründerwettbewerben teil. In diesem Jahr sollen zudem zwei Apps für iOS und Android gelaunched werden.

 

Wer sind Eure Wettbewerber?

Hier muss man natürlich klar die großen Vergleichsportale wie Check24 und Verivox nennen, obwohl deren Business-Konzept eigentlich ein ganz anderes ist. Diese sind Makler und verdienen Provision an dem Vertrieb von Versicherungsprodukten. Wir stellen nur die Plattform und verdienen an den Vermittlern, die über uns Kunden kennenlernen können. Wir sind also an Beratung und Vertrieb der Versicherungsprodukte nicht beteiligt.

Ein weiteres InsurTech namens Passt24 hat ein ähnliches Geschäftsmodell wie Riopo. Sie adressieren auch Versicherungssuchende, die offline bei Vermittlern abschließen wollen. Der entscheidende Unterschied ist, dass die Administration von Passt24 Anfragen an bestimmte Vermittler weiterleitet und die Empfänger selbst bestimmt, während auf Riopo jeder Vermittler, der sich registriert hat, ein Angebot abgeben kann. Auf diese Weise wird sich Passt24 mit der Provision an abgeschlossenen Verträgen finanzieren. Für die Betreiber von Riopo kommt eine Provisionsbeteiligung nicht in Frage.

 

Welche Auswirkungen wird die PSD2 Richtlinie auf die Finanzbranche haben? Erwartet Ihr Euch davon Vorteile?

Die PSD2-Richtlinie betrifft unser Business-Case in keiner Weise, weder positiv noch negativ.

 

 

Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

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