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FINTERVIEW. Payfriendz

Eine neue Rubrik. Eher ein neuer Name für meine Interviewreihe „6 Fragen mit Zusatzfrage“, in der ich immer mal wieder interessante Menschen aus der Finanzbranche befragt habe. Nun werde ich von Zeit zu Zeit diesen standardisierten Fragebogen an Fintech- Unternehmen und Unternehmer senden. Ich führe sozusagen ein FInterview. Wer gerne teilnehmen möchte, kann mir gerne eine Mail senden.

 

Payfriendz im financezweinull Interview

 

 

 

 

 

Den Anfang macht Andreas Rührig von Payfriendz

 

1. Bitte stellt kurz euer Produkt vor!

 

Payfriendz ist eine Smartphone App die zunächst mobiles Bezahlen und unkomplizierten Geldtransfer unter Freunden ermöglicht. Das Prozedere ist sehr einfach. Man kann sein Payfriendz Konto einfach per Kreditkarte oder Banküberweisung um einen gewünschten Betrag aufladen. Danach steht dieser zu freien Verfügung und kann direkt und in Echtzeit an Kontakte aus dem eigenen Telefonbuch oder optional an bereits bei Payfriendz registrierte Facebook Freunde verschickt werden. Da Payfriendz eine P2P-Anwendung ist, transferiert sie nicht zwischen zwei Girokonten, sondern direkt von Endgerät zu Endgerät. Außerdem kann das Payfriendz Guthaben flexibel per integrierter MasterCard online ausgegeben werden, also in Online Shops oder für Dienstleistungen und Tickets zum Beispiel. Man könnte sich also nach dem Geldtransfer direkt einen Flug buchen. Diese Funktion wird in Zukunft erweitert, so dass man über sein Geld nicht nur online verfügen kann, sondern auch über die NFC Schnittstelle an allen Terminals, die diese Technologie anbieten. Als Backup wird es zudem noch eine MasterCard aus Plastik geben, mit der man dann überall bezahlen kann.

 

2. Warum habt Ihr Payfriendz gegründet?

 

Wir haben Payfriendz aus der Idee heraus gegründet dem Endkunden echten Mehrwert im Umgang mit Geld zu bieten. Wir sind der festen Überzeugung, dass es nicht reicht und wenig lösungsorientiert ist, das alte Bankenkonzept in ein neues Gewand zu packen. Die Payfriendz Idee geht viel weiter. Payfriendz soll eine innovative und vor allem nutzerfreundliche Anwendung sein, nicht auf der Stelle treten.

 

3. Welches Kundenproblem möchtet Ihr lösen? Euer USP?

 

Durch Payango kennen wir den internationalen Finanzmarkt schon lange und sehr gut. Es war nur eine Frage der Zeit bis unsere Smartphones auch ins Banking eingreifen. Wir wollten ein Produkt schaffen, das dem Kunden zum einen Spass macht, und zum anderen kinderleichte und schnelle Geldtransfers unter Freunden ermöglicht. Wir machen es nicht so wie die Banken, die ihr „veraltetes“ Konzept in eine App packen und sagen es sei neu. Mit Payfriendz versendet man Geld so einfach wie mit einer Textnachricht.

 

4. Wie finanziert sich Payfriendz heute?

 

Wir werden wie viele StartUps durch Investoren finanziert.

 

5. Bitte beschreibt kurz Euer Geschäftsmodell?

 

Wir haben sowohl transaktionsbasierte Einnahmequellen (z.b. bei Transfers in eine andere Währung oder bei Nutzung unserer MasterCard) aber in Zukunft setzen wir auch auf Partnerschaften die unseren Kunden Mehrwerte bieten (z.B. Versicherungen, Kredite, Shopping Angebote) über die wir dann mit einem Share ebenfalls verdienen.

 

6. Wie setzt sich Euer Team zusammen?

 

Wir sind eine bunte Mischung an Leuten aus den unterschiedlichsten Ländern, die sich aus Spezialisten für IT, Produktdesign, Finanzen und Marketing zusammen setzt.

 

7. Was könnte Ihr besser als Banken?

 

Ich glaube im Wesentlichen verstehen wir es besser, uns auf den Kunden einzulassen. Der jetzige Zeitgeist (einfach, schnell, dynamisch) wird von den Banken nicht gelebt, das können die auch gar nicht. Wir versuchen diesen Zeitgeist mit unserer App so gut wie möglich abzubilden und haben eben auch die Möglichkeiten dazu, da wir uns nicht wie Banken mit Altlasten herumschlagen müssen.

 

8. Wo seht Ihr die größten Herausforderungen in der Zukunft? Für Euch und die Finanzbranche?

 

Ich glaube, dass sich die Finanzbranche so wie wir sie jetzt kennen, grundsätzlich verändert wird. Ohne den Kunden geht das aber nicht. Man muss Produkte schaffen, die dem Kunden Spaß machen, aber gleichzeitig die regulatorische Seite beachten. Ich sehe die Herausforderung einmal beim Kunden, der über Jahre verinnerlichte Abläufe neu lernen muss (von Cash zum Handy) – aber auch auf der regulatorischen Seite. Dort müssen Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit man für den Kunden auch Produkte schaffen kann, die nützlich sind.

 

9. Eine Zusatzfrage. Wofür würdet Ihr persönlich (die Gründer) alles stehen und liegen lassen?

 

Situationsbedingt gibt es hierauf viele Antworten, aber ohne groß nachzudenken, würde ich für die Geburt meines Kindes alles stehen und liegen lassen… Dies sollte für alle Gründer gelten.

 

Mehr über meinen Interviewpartner:

 

Andreas Rührig (BizDev/Marketing)

Andreas Rührig ist seit über 15 Jahren Entrepreneur und Business Angel in der Internet-, E-Commerce-, Mobil- und Finanzbranche. Er gründete, investierte und veräußerte bislang acht Startups: Gamez.de (Deutschland, erfolgreich veräußert), Uni.de (Deutschland, erfolgreich veräußert), Gameloft (Frankreich, IPO), Wazap (Japan, erfolgreich veräußert), kikin (USA), Yukoono (Deutschland), Kokobuy (USA /Japan) & Payango (Deutschland). Aktuell agiert er als Investor und Gründer für Payfriendz.

 

 

Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

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