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Finterview: Neo Trading

Neon Trading ist ein neues Startup, welches der jungen Generation den Aktienhandel näher bringen muss. Theoretisch sinnvoll, wenn man die Zinsentwicklung der konservativen Anlageprodukte betrachtet, in welche der deutsche Sparer in der Regel investiert. Neben den potentiell höheren Zinsen führt der Aktienhandel aber auch zu mehr Beschäftigung und Kompetenz mit Finanz- und Wirtschaftsthemen (natürlich auch eher theoretisch) und er könnte zudem eine Basis für das Verstehen unseres zukünftigen Lebens sein, denn auch dies wird mehr auf Optionen und deren Auswahl und weniger auf Sicherheit beruhen. In jedem Fall wieder ein spannendes Finterview mit einem der Startups aus der Comdirect Startup Garage.

 

Warum habt Ihr Neon Trading gegründet?

Es gibt viele Motive, die jeden Gründer antreiben. Man ist überzeugt von seiner Lösung, erkennt eine Marktlücke oder hat einfach nur ein geiles Team beisammen. Bei uns war es eine Mischung aus allem. Vor allem aber haben wir erkannt, dass das Investieren in Aktien oder die Geldanlage im Allgemeinen momentan zu komplex ist. Wir glauben, dass es auch anders und besser gehen muss. Diese Einsicht hat zu unserem ersten Prototypen geführt, den wir von dort immer weiter entwickelt haben.

 

Welches Kundenproblem möchtet Ihr lösen?

Viele junge Menschen trauen sich nicht an das Thema Kapitalmarkt heran. Sie haben die Befürchtung, die Finanzmärkte nicht oder falsch zu verstehen und lassen ihr Geld lieber auf einem Tagesgeldkonto, wo es kaum Zinsen gibt. Es gibt kein verständliches Produkt, dass es ermöglicht, als Einsteiger erste Erfahrungen mit Aktien zu sammeln und sich Wissen anzueignen. Darüber hinaus sind viele der derzeitigen Lösungen nicht mobil sondern ausschließlich stationär. Unsere App ermöglicht es, erste Schritte am Kapitalmarkt zu tätigen und nicht sofort von der Komplexität der Produkte oder zu vielen Informationen erschlagen zu werden. Trotzdem erklären wir dem Nutzer alles, was er für eine sichere Anlageentscheidung wissen muss.

 

Was ist Eure Value Proposition?

Wir überschütten niemanden mit komplexen Features, die er nicht braucht. Wir ermöglichen einen einfachen Zugang zum Kapitalmarkt. Wir stellen die Informationen verständlich dar. Wir bieten Live-Daten. Wir sind mobil.  Alles für sich genommen ist keine Neuerung. Die Kombination jedoch schafft ein ganz neues Erlebnis der Anlage in Wertpapiere.

Wir bieten eine verständliche und übersichtliche Möglichkeit immer und überall live an den Märkten dabei zu sein.

 

Wie finanziert sich Neon Trading heute?

Mit den ersten Prototypen von Neon Trading konnten wir mehrere Hackathons im letzten Jahr gewinnen. Im Rahmen von verschiedenen Accelerator-Programmen (Universität München, Startup-Garage) haben wir die App entschieden weiterentwickeln können und so eine erste Beta gestartet. Im nächsten Schritt testen wir das Produkt im Rahmen von Deutschlands größtem mobilen Börsenspiel. Insofern konnten wir in kurzer Zeit schnell wachsen und viel auf die Beine stellen, ohne auf viel Kapital angewiesen zu sein.

 

Bitte beschreibt kurz Euer Geschäftsmodell?

In erster Linie geht es uns gerade um das Börsenspiel und die Entwicklung unserer Produktinnovation. Eine konkrete Ausgestaltung des Geschäftsmodells folgt in den nächsten Monaten.

 

Wie setzt sich Euer Team zusammen?

Unser Team vereint verschiedene Erfahrungen aus der Bankenwelt und dem Fintech-Bereich. Christian hat die letzten Jahre im Investment Banking gearbeitet und kümmert sich um den Geschäftsbetrieb. Thomas ist für das Backend und somit die Integration der Finanzdaten zuständig. Er hat selbst die letzten Jahre im Fintech Bereich gearbeitet. Marco ist iOS Developer und hat die UI/ UX entworfen und so Neon Trading ein Gesicht gegeben.

 

Kurze Antwort: Banken lieber disruptieren oder integrieren (Enabler)?

Am Ende ist die Frage: Kann man es besser, schneller oder günstiger machen als die derzeitigen Banken? Wie immer, ist es von Fall zu Fall unterschiedlich, ob dies Sinn macht. In unserem Falle steht vor allem das Produkt und der Kunde im Fokus. Daher scheint eine Partnerschaft für beide Seiten von Nutzen zu sein.

 

Was könnt Ihr besser als Banken?

Für uns ist Fintech kein Kampf der Welten, in dem man die Bank neu erfinden muss, um sie besser zu machen. Es geht vielmehr darum die gewandelten, oder bisher unerreichten Bedürfnisse der Kunden anzugehen. Über 90% der Menschen zwischen 14 und 30 Jahren sind nicht am Kapitalmarkt investiert, obwohl vielen der langfristige Nutzen (bspw. Altersvorsorge) klar ist. Insofern scheint es schon Verbesserungspotential zu geben. Wir glauben, dass wir genau dieses Problem lösen können und so einen nachhaltigen Mehrwert stiften.

 

Wo seht Ihr die größten Herausforderungen in der Zukunft? Für Euch und die Finanzbranche?

Die Digitalisierung ist in vielen Märkten noch im vollen Gange, gerade in der Finanzindustrie. Nur wer es schafft den Kunden auch auf den neuen Kanälen zu erreichen wird langfristig am Markt bestehen. Für uns als Fintech ist dies kein Problem. Andersherum sind wir auf die Bank-Expertise der Branche angewiesen. Die größte Herausforderung ist die Verbindung beider Seiten zu einem besseren Produkt für den Kunden. Dazu kommt noch die strenge, aber wichtige Regulierung im Finanzbereich, die immer eine große Hürde darstellt.

 

Wie erfolgt Eure Marktbearbeitung/-eroberung?

Unser oberstes Ziel ist es junge Menschen mit keiner oder erster Kapitalmarkterfahrung im Rahmen des Börsenspiels anzusprechen und von Ihnen zu lernen. Wir sind gespannt auf das Feedback, und werden auf dieser Grundlage unser Produkt nachhaltig weiterentwickeln.

 

Welche Pläne habt Ihr konkret für 2016

Verschiedene Startups haben komplizierte Bankprodukte über einen einfachen Zugang wieder attraktiv gemacht. Doch für Depots und Geldanlage fehlt dieser einfache Weg noch. Unser Ziel ist es, Wertpapierdepots und Geldanlage für eine junge Kundengruppe interessant zu machen.

 

Wer sind Eure Wettbewerber?

Es gibt zur Zeit eine Vielzahl von Unternehmen, die Anlageprodukte für die junge Generation anbieten. Über die Vor- und Nachteile von sog. Robo-Advisorn (die, die Anlage der persönlichen Ersparnisse dem mathematischen Algorithmus anvertrauen) oder spielerischen Ansätzen wie BUX, kann man sich streiten. Fest steht jedoch, dass der Markt in Bewegung ist und sich was tut. Ob der Königsweg für Einsteiger jedoch über CFDs oder echte Aktien erfolgt, muss sich noch zeigen.
13. Wie kam es zur Zusammenarbeit mit der Startup-Garage der Comdirect?

Im Dezember konnten wir den Bankathon in Frankfurt mit unserer Idee gewinnen, was uns gleichzeitig den Platz in die Startup-Garage ermöglicht hat. Zusammen mit einem der führenden Online Broker in Deutschland unser Produkt voranzutreiben, ist eine große Chance, die wir sehr gerne nutzen.

 

Mehr über Neon Trading

Internetseite von Neon Trading

Neontrading auf Twitter

Artikel bei Plusvisionen

 

Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

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