title

Finterview: Ginmon

Sicher, rentabel, einfach. So steht es auf der Online Präsenz von Ginmon. In einigen Artikeln über Ginmon fällt häufig die Aussage: Intelligente Geldanlage. Nun hat Intelligenz heutzutage immer mehr mit der Intelligenz von Computern zu tun und damit mit Logarithmen. Der Kunde greift auf eine einfache und benutzerfreundliche Anwendung zu und im Hintergrund arbeitet die „Intelligenz der Maschine“. Geld anlegen nach einfachsten Prinzipien, ein Modell, dass sich nicht nur bei Startups immer größerer  Beliebtheit erfreut.

 

Raphael Vosen (Co Founder)  und Lars Reiner (Founder) im Finterview

 

 

Warum habt Ihr Ginmon gegründet?

LR: Ich habe vor meiner Zeit bei Ginmon in einer großen deutschen Bank gearbeitet und dort immer wieder erleben müssen, dass in der Bankenwelt neue Kundenbedürfnisse häufig ignoriert werden und auf Marktentwicklungen erst viel zu spät eingegangen wird. Deswegen haben wir dann den Entschluss gefasst, mit Ginmon selbst neue Lösungen im Bereich der persönlichen Finanzen zu entwickeln.

 

Welches Kundenproblem möchtet Ihr lösen?

RV: Seit ich nach dem Studium vor ein paar Jahren in meinem ersten Job angefangen habe, stellte sich bei mir selbst ebenfalls die Frage, was ich mit meinem übrigen Geld am Monatsende mache. Und ich weiß, dass es vielen Menschen dabei ähnlich geht. Bei den unzähligen Angeboten verliert man leicht den Überblick. Und nach so vielen Geschichten zu dubiosen Angeboten und Betrugsfällen haben die meisten einfach das Vertrauen verloren. Dieses Vertrauen wollen wir zurückgewinnen. Und den Menschen dabei zeigen, das eine rentable Geldanlage kein Hexenwerk ist – wenn man es richtig macht.

 

Was ist Eure Value Proposition?

RV: Wir möchten unsere Kunden dazu ermutigen, eine Geldanlage an den Aktienmärkten zu erwägen. Nur dort kann man direkt am Wachstum der Wirtschaft partizipieren. Aktien als Geldanlage sind, richtig eingesetzt, auch deutlich besser als ihr Ruf. Wir setzen auf die Sicherheit einer möglichst breiten Streuung – in die gesamte Weltwirtschaft. So investiert man in mehr als 10.000 Unternehmen auf allen Kontinenten. Und erzielt gleichzeitig ein Vielfaches an Rendite im Vergleich zu Tagesgeld oder Sparbuch.

 

Wie finanziert sich Ginmon heute?

LR: Wir waren von Anfang an absolut überzeugt von unserer Idee. Deswegen haben wir Ginmon zu Beginn komplett durch Eigenmittel finanziert, kurz darauf jedoch noch zusätzliches Mezzaninkapital aufgenommen. Da wir unser Geschäft natürlich noch weiter expandieren und unser Team vergrößern wollen, sind wir aktuell auf der Suche nach einem starken Partner als Investor. Erste Erträge konnten wir bereits im zweiten Quartal erzielen, was uns natürlich auch sehr stolz macht.

 

Bitte beschreibt kurz Euer Geschäftsmodell?

RV: Grundsätzlich verdienen wir an einer Servicegebühr, die der Kunde uns zahlt. Ein Teil ist dabei vom Erfolg der Anlage abhängig – so sind auch wir motiviert, das beste für den Kunden herauszuholen. Wir verzichten auf jegliche Provisionen oder Rückvergütungen und nutzen für unsere Anlagestrategien lediglich kostengünstige Indexfonds. Aufgrund der hohen Skalierbarkeit unserer Onlineplattform können wir eine Servicegebühr anbieten, die die Kosten herkömmlicher Bankprodukte um ca. 60% unterbietet.

 

Wie setzt sich Euer Team zusammen?

LR: Wir sind 2014 mit drei Gründern gestartet und aktuell bereits auf über 10 Leute angewachsen – neben uns beiden haben wir mit Uli auch noch einen erfahrenen Anlageberater mit an Bord. Unsere Plattform entwickeln wir mit unserem eigenen Entwickler-Team komplett selbst. Und auch im Marketing hilft uns bereits zusätzliches Personal dabei unser Wachstum voranzutreiben. Vielseitige Praktika bieten wir natürlich ebenfalls an.

 

Banken lieber disruptieren oder integrieren (Enabler)?

LR: Aktuell arbeiten praktisch alle FinTechs mit einer Partnerbank zusammen – aus regulatorischen Gründen macht dies auch definitiv Sinn. Generell kooperieren wir mit Banken dort wo es Sinn macht. Jedoch gibt es Bereiche, in denen sich unsere Ziele auf neuen Wegen einfach schneller und effizienter erreichen lassen. Dieser Wettbewerb wird hoffentlich in absehbarer Zeit die Prozesse und IT-Landschaften der Banken umkrempeln und so letztendlich auch den Kunden zugute kommen.

 

Was könnt Ihr besser als Banken?

RV: Da wir noch ein kleines Unternehmen sind, können wir natürlich äußerst schnell und flexibel auf Neuerungen reagieren. Wir denken ganz anders und können unser Angebot voll auf den Kunden ausrichten. Wir müssen nicht auf interne Politik Rücksicht nehmen und werden nicht durch einen eingefahrenen Konzern-Trott ausgebremst. Und nicht zuletzt haben wir eine ganz andere Motivation, da wir unser eigenes Unternehmen führen und keine Angestellten mehr sind.

 

Wo seht Ihr die größten Herausforderungen in der Zukunft? Für Euch und die Finanzbranche?

LR: Unsere größte Herausforderung besteht darin, in Deutschland kurzfristig ein Umdenken in der Bevölkerung auszulösen. Die Zeiten, in denen Banken und Berater hohe Gebühren gegenüber Endkunden durchsetzen konnten, sind definitiv vorbei. Allerdings fehlt es in einigen Teilen der Bevölkerung immer noch an Offenheit für neue Firmen und Geschäftsmodelle. Mit dem Problem haben aber nicht nur wir, sondern alle jungen Fintech-Unternehmen zu kämpfen. Letztendlich ist es aber keine Frage “ob”, sondern nur “wann” dieses Umdenken auch in weiten Teilen der Bevölkerung stattfindet.

 

Wie erfolgt eure Marktbearbeitung/-eroberung?

RV: Wir setzen zu Anfang natürlich sehr stark auf unser persönliches Netzwerk sowie Events und Konferenzen im FinTech und Startup-Bereich, um unsere Idee weiterzuverbreiten. Dazu pflegen wir einen intensiven Austausch mit der Presse. Zudem bauen wir aktuell auch unser Online-Marketing weiter aus, um die Vorteile unseres Angebots in der breiteren Masse bekannt zu machen.

 

Welche Pläne habt Ihr konkret für 2015?

Aktuell arbeiten wir an verschiedenen zusätzlichen Funktionalitäten sowie neuen Partnerschaftsmodellen. Mit GinmonPlus bieten wir beispielsweise eine Zusammenarbeit für unabhängige Finanzberater an. Auf unserer Plattform veröffentlichen wir zudem laufend neue Features, die die selbstbestimmte Geldanlage noch einfacher und besser machen. Da unser Team stetig wächst werden wir dieses Jahr letztendlich auch noch einmal umziehen – bleiben unserem Standort Frankfurt jedoch treu.

 

Wer sind Eure Wettbewerber?

RV: Die etablierten Banken bieten keine vergleichbaren Rundum-Lösungen für eine effiziente Geldanlage an. Es gibt allerdings ein paar junge FinTechs, die ebenfalls im Bereich der Geldanlage in Konkurrenz zu den Banken treten. Der Markt ist letztendlich groß genug für mehrere Unternehmen im diesem Bereich. Schon jetzt zeigt sich allerdings, dass wir mit unserem konsequenten wissenschaftlichen Robo-Advisory Ansatz einen echten Nerv im Markt treffen.

 

Habt Ihr vielleicht einen Tipp für andere Gründer?

LR: Ein Tipp an alle Gründer ist, so schnell wie möglich ein MVP (Minimum Viable Product) zu veröffentlichen und dann den Markt mit einem Live Produkt zu testen. Und bei Schwierigkeiten in der Entwicklung den Kopf nicht hängen lassen – das gehört dazu!

 

Eine Zusatzfrage. Gibt es ein Musikstück, dass Euch bei der Arbeit motiviert?

RV: Ich kann mich am besten bei sommerlich stimmungsvollen Songs konzentrieren – aktuell “Are You With Me” von Lost Frequencies.

LR: Ich höre bei der Arbeit am liebsten die Spotify PlaylistDeep Focus”, das hilft extrem gut bei der Konzentration.

 

Mehr Infos zu Ginmon

https://www.ginmon.de/

http://www.deutsche-startups.de/2015/01/12/ginmon-spart-zeit-bei-der-geldanlage/

http://paymentandbanking.com/2015/02/08/no-21-vorstellung-fintech-startup-ginmon/

 

Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

Post A Comment

 

Lesen Sie den vorherigen Eintrag:
Wealth Management 2020 – so geht´s digital und kundenzentriert

  Fintechs lösen Kundenprobleme Die Entwicklung im Fintech-Bereich gewinnt immer mehr an Fahrt und verändert die Finanzbranche grundlegend. Digitalisierung und...

Schließen