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Finterview: Friendsurance

Friendsurance ist ein First Mover im alternativen Versicherungsmarkt. Erst in diesem Jahr kommt der Insurancetech Bereich in Fahrt, überall auf der Welt entstehen neue Insurance Tech Startups und auch die Investoren haben dieses neue Spielfeld entdeckt. Im Finterview mit Tim Kunde, Geschäftsführer und Mitgründer von Friendsurance stecken damit auch einige wichtige Tipps für alle Gründer , die den schwierigen Versicherungsmarkt betreten möchten.

 

 

Warum habt Ihr Friendsurance gegründet?

Im Versicherungsbereich mangelt es an digitalen Innovationen. Das hat uns gereizt.

 

Welches Kundenproblem möchtet Ihr lösen?

Viele Kunden haben Versicherungen, die sie nie oder nur selten in Anspruch nehmen. In der privaten Krankenversicherung und im Kfz-Bereich gibt es bereits Bonusprogramme, die umsichtiges Verhalten mit Prämien belohnen. In den meisten anderen Versicherungsbereichen mangelt es aber noch an vergleichbaren Modellen.

 

Was ist Eure Value Proposition?

Unser Versprechen: Wir machen Versicherungen kundenfreundlicher, damit mehr Zeit und Geld für die schönen Dinge im Leben bleiben.

 

Wie finanziert sich Friendsurance heute?

Friendsurance wird durch verschiedene private und institutionelle Investoren der Internetszene finanziert, darunter das Beteiligungsunternehmen der Otto Group Eventures, die German Startups Group und Horizons Ventures, die private Investmentgesellschaft des Hongkonger Geschäftsmanns Li Ka-Shing. Erst kürzlich haben wir ein neues Investment in Höhe von 15,3 Millionen US-Dollar bekannt gegeben.

 

Bitte beschreibt kurz Euer Geschäftsmodell?

Wir haben ein Peer-to-peer-Versicherungsmodell entwickelt, das Schadensfreiheit mit jährlichen Beitragsrückzahlungen belohnt. Dabei werden Versicherte mit derselben Versicherungsart online zu kleinen Gruppen zusammengeschlossen. Von den gezahlten Versicherungsbeiträgen fließt ein Teil in einen Rückzahlungstopf. Wenn im Laufe eines Jahres kein Schaden passiert, bekommt jeder im darauffolgenden Januar einen Teil aus dem Topf wieder. Möglich ist dies für Versicherungen, die neu über unsere Plattform www.friendsurance.de abgeschlossen werden, und auch als Ergänzung für laufende Verträge, ohne dass dabei Zusatzkosten entstehen.

 

Bislang erhielten über 80% der Nutzer eine Beitragsrückzahlung. Im Sachversicherungsbereich beträgt die Rückzahlung durchschnittlich ein Drittel der eingezahlten Beiträge. Unser „Schadensfrei-Bonus“ schafft aber nicht nur Mehrwert für Versicherte, sondern auch für die Versicherungsunternehmen, mit denen wir kooperieren. Diese profitieren von einer gesteigerten Kundenzufriedenheit und Kundenbindung. Gleichzeitig sparen sie Kosten, denn der Schadensfrei-Bonus schafft positive Anreize gegen Versicherungsbetrug.

 

Mit unserer Idee haben wir bereits eine sechsstellige Kundenzahl und rund 70 Versicherungspartner überzeugt. Bemerkenswert in diesem Zusammenhang ist auch, dass unsere Idee weltweit bereits über ein Dutzend Nachahmer gefunden hat und so ein eigenes Segment für Peer-to-peer-Versicherungen entsteht.

 

Wie setzt sich Euer Team zusammen?

Wir haben inzwischen über 80 Mitarbeiter aus 18 Nationen – die meisten davon in den Bereichen Customer Support, IT und Marketing.

 

Versicherungen lieber disruptieren oder integrieren (Enabler)?

Der Ansatz im Produkt ist disruptiv, in der Zusammenarbeit mit Versicherungsunternehmen sind wir aber sehr offen und bieten ihnen an, an unserem Wissensvorsprung teilzuhaben.

 

Was könnt Ihr besser als Versicherungen?

Nach unserer Einschätzung gibt es eine Menge, was Versicherungsunternehmen und klassische Makler von Insurtechs lernen können. Dazu gehören vor allem kundenzentrierte Innovationsstrategien, kontinuierliche Nutzertests, eine iterative Arbeitsweise und digitalisierte Prozesse.

 

Wo seht Ihr die größten Herausforderungen in der Zukunft? Für Euch und die Finanzbranche?

Langfristig werden sich – egal ob Insurtech oder klassische Marktteilnehmer – nur diejenigen behaupten können, die sich konsequent an den Kundenbedürfnissen orientieren.

 

Wie erfolgt eure Marktbearbeitung/-eroberung? Welche Pläne habt Ihr konkret für 2016?

Wir wollen auf dem deutschen Markt weiter wachsen und international expandieren. Erstes Expansionsziel für 2016 ist Australien.

 

Wer sind Eure Wettbewerber?

Auf dem deutschen Markt gibt es niemanden, der etwas Vergleichbares anbietet.

 

Welches Fintech Unternehmen oder welche Versicherung beeindruckt euch aktuell?

Spannend finden wir zum Beispiel Cuvva und Baught by Many

 

 

 

Mein Gesprächspartner

Tim Kunde

Tim Kunde

 

Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

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