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Finterview: Firstwire

Finterview: Firstwire

Finterview: Firstwire

Das Spektrum neuer Finanzdienstleistungen wird immer größer.  Interessante Erkenntnis am Rande: Immer mehr Gründer kommen aus Banken bzw. großen Finanzunternehmen und geben dafür erfolgreiche Karrieren zugunsten unternehmerischen Risikos und vielleicht auch mehr Freiheiten und Möglickeiten auf. In meinem heutigen Finterview spreche ich mit Michael Dreiner und Johannes Haidl. Beide sind Gründer von firstwire, demersten webasierten Marktplatz für professionelle Kapitalmarktteilnehmer, der Kreditgeber- und -nehmer sowie Käufer und Verkäufer miteinaner verbindet.

Warum habt Ihr firstwire gegründet? 

MD: Im herkömmlichen Vermittlergeschäft, das wir als langjährige Berater für institutionelle Investoren, u.a. bei Goldman Sachs, erlebt haben, treffen immer die gleichen Player zusammen – stets abhängig vom Bankvermittler und seinem Kundenportfolio. Das wollten wir ändern. Wir bringen Angebot und Nachfrage im Primär- und Sekundärmarkt enger miteinander zusammen – ohne den „Filter“ eines klassischen Vermittlers. firstwire.market macht genau das: Mit unserer digitalen Handelsplattform schaffen wir einen neuen Markt und mit ihm eine neue Community, die direkt miteinander verhandelt.

 

Welches Kundenproblem möchtet Ihr lösen?

MD: In der Zeitrechnung vor firstwire lief das Geschäft so ab – zum Beispiel bei einem Schuldscheindarlehen: Der Verkäufer rief bei seinem Sales-Kontakt in der Bank an. Dieser suchte in seinem Netzwerk einen Käufer, um die Transaktion zwischen Käufer und Verkäufer zu vermitteln. Das Problem: Dieser Prozess war absolut intransparent. firstwire ändert das. Wir schaffen einen neuen Markt und bringen Käufer und Verkäufer direkt miteinander zur Transaktion zusammen. Es gibt nur noch direkte Informationen über Preis, Marge, Bedürfnisse etc.

 

Was ist Eure Value Proposition?

MD: Unser Credo ist „Your Market. Your Community.“ Das bedeutet, der Kunde selbst entscheidet welche Informationen er teilt, um seine Transaktionen zu finden bzw. anzubieten. Die Plattform, auf der das geschieht, heißt firstwire.market. Wir sind der „Möglichmacher“.

 

Wie finanziert sich firstwire heute? 

JH: Wir finanzieren uns über Menschen, die an ein zeitgemäßes Produkt im neuen Finanzzeitalter glauben und uns als „Business Angel“ unterstützen. Erste Transaktionen wurden bereits erfolgreich durchgeführt und es stehen weitere in diesem Quartal an.

 

Bitte beschreibt kurz Euer Geschäftsmodell?

JH: In der firstwire-Community verhandeln professionelle Kapitalmarktteilnehmer direkt miteinander – ohne zwischengeschalteten Bankvermittler. firstwire verdient ausschließlich bei erfolgreicher Transaktion der Partner.  Eine Grundgebühr gibt es nicht.

 

Wie setzt sich Euer Team zusammen?

MD: Wir sind 15 Enthusiasten aus den Bereichen Kundenbetreuung, Technologie, Marketing, Geschäftsentwicklung, Service und Recht, die jeden Tag an der Weiterentwicklung der firstwire-Community arbeiten.

 

Kurze Antwort: Banken lieber disruptieren oder integrieren (Enabler)?

MD: Für unsere Kunden sind wir „Möglichmacher“ und das können auch Banken sein. firstwire disruptiert die Vermittler und bringt alle Marktteilnehmer in einer ständig wachsenden Community miteinander in Verbindung.

 

Was könnt Ihr besser als Banken?

MD: Transparenz und Community-Building. firstwire.market als webbasierter Primär- und Sekundärmarktplatz für Darlehen vergrößert den institutionellen Kapitalmarkt für Käufer und Verkäufer und macht ihn erstmals transparent für alle Teilnehmer.

 

Wo seht Ihr die größten Herausforderungen in der Zukunft? Für Fintech und die Finanzbranche?

MD: Die Zeit der intransparenten Prozesse ist vorbei. Die Banken werden in diesem Geschäftsumfeld obsolet. Der Trend zur Transparenz ohne Vermittler ist nicht aufzuhalten. Das gute daran ist, dass sich heute alle Beteiligten als wirkliche Partner fühlen und auch so behandelt werden. Der Markt wird größer und schneller. Die Eintrittsbarrieren werden für alle Marktteilnehmer deutlich gesenkt.

 

Wie erfolgt eure Marktbearbeitung/-eroberung?

JH: Der erste Schritt ist unser großes, persönliches Netzwerk aus langjährigen Kontakten. Unser Team baut daraus eine tragfähige Community. Parallel erhöhen wir über gezielte PR und Social Media die Bekanntheit von firstwire und schaffen Nachfrage für ein neues Angebot im Finanzmarkt.

 

Welche Pläne habt Ihr konkret für die nächsten 12 Monate?

MD: Aufbau und Ausbau von Kundensegmenten, Weiterentwicklung unserer Plattform und der Zusatzservices. Internationalisierung unserer Community.

 

Wer sind Eure Wettbewerber?

MD: Da firstwire.market auf eine völlig neue Art und Weise den Markt erschließt, haben wir derzeit keine direkten Wettbewerber. Indirekte Wettbewerber sind Banken, vor allem Investmentbanken, die mit einem immer gleichen und eingeschränkten Portfolio und Kundenstamm als Vermittler auftreten.

 

Welche Technologie ist momentan besonders interessant für Euch?

MD: firstwire.market ist eine Real-Time-Web-Applikation. Sie ermöglicht Online- Verhandlungen in Echtzeit. Das ist der Kern, aber auch die technische Innovation von firstwire.market. Wir verwenden dazu Websocket-Technologie wie sie z.B. auch von WhatsApp verwendet wird. Bei firstwire ist der Anwendungsbereich jedoch komplexer. Wir beleuchten und bewerten regelmäßig Trends. Derzeit vor allem Blockchain-Technologie ebenso wie Bot-Systeme, Fuzzy Logic und Sprachsteuerung. Für alle Technologien und Trends gilt in unserem Geschäft: Die Datensicherheit steht immer an erster Stelle.

 

Mehr zu meinen Finterview Gesprächspartnern

Michael Dreiner: Der gelernte Diplom-Kaufmann war bei führenden Investmentbanken tätig, davon neun Jahre in der Beratung verschiedener institutioneller Investorengruppen bei Goldman Sachs. Mit über 15 Jahren Erfahrung, insbesondere bei der Durchführung komplexer und strategischer Transaktionen, ist er als CEO der firstwire GmbH verantwortlich für die strategische Ausrichtung des jungen FinTech-Unternehmens.

 

Johannes Haidl: Nach über 10 Jahren Berufserfahrung im Investmentbanking mit Schwerpunkt Strukturierung und Umsetzung von strategischen Transaktionen im Spannungsfeld Kapitalmarkt-, Bilanz- und Steuerrecht ist Johannes Haidl seit 2012 beratend tätig als zugelassener Rechtsanwalt und Steuerberater. Bei firstwire steuert er als CFO die rechtlichen und finanziellen Angelegenheiten.

 

Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

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