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Finterview: Dwins

Finterview DWINS


Das letzte Finterview des Jahres 2016. Boris Janek und Interviewpartner Alexander Michel von DWINS wünschen Euch allen einen guten Rutsch und ein erfolgreiches Jahr 2017.

Erfolg soll dabei alles sein, das Euch glücklich macht, aber dabei anderen  nicht schadet. Vielleicht auch ein gutes Motto für das Banking und Fintech Jahr 2017.


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Warum habt Ihr dwins gegründet? 

Ein eigenes Unternehmen zu gründen ist ein Abenteuer und eine Herausforderung zugleich. Wir sind dieses Abenteuer bewusst eingegangen, um uns von den hierarchischen und politischen Herausforderungen eines Großkonzerns, die wir zu genüge während unserer Zeit bei der Postbank kennen gelernt haben, loszusagen. Gleichwohl sind wir sehr dankbar für die großartige Ausbildung, die wir dort genießen durften. Als Startup können wir uns voll und ganz auf den Kunden konzentrieren und starten auf einer grünen Wiese. Dabei fühlen wir uns an der Schnittstelle zwischen Strategie und operativer Umsetzung sehr wohl und arbeiten mit Begeisterung an der Realisierung unserer Vision: Finanzen leicht und einfach zu gestalten.

 

Welches Kundenproblem möchtet Ihr lösen?

Seien wir mal ehrlich. Wer hat wirklich Lust sich nach der Arbeit oder am Wochenende mit Finanzen zu beschäftigen? Mit Sicherheit nicht viele. Finanzen sind ein langweiliges, komplexes, aber notwendiges Thema. Mit unserer Lösung nehmen wir den Kunden genau diesen Ärger ab. Auf Basis von Transaktionsanalysen bauen wir um bestehende Bankverbindungen ein digitales Ökosystem auf. Innerhalb dieses Ökosystem geben wir dem Kunden eine Übersicht und Kontrolle über all seine Finanzen und erstellen auf Basis von Transaktionsdaten einen digitalen Vertragsordner. Abgerundet wird dieses Ökosystem mit intelligenten und personalisierten Empfehlungen sowie Mehrwertdiensten bei wichtigen Lebensereignissen.

 

Was ist Eure Value Proposition?

Wir sind Experten in der Analyse von Bankdaten und bieten Banken mit unserer Smart Analytics Toolbox ein Produkt, das sie nutzen können, um ein actionbasiertes digitales Ökosystem aufzubauen. So kann die Bank dem Kunden nicht nur eine Übersicht über seine Finanzen geben, sondern unterstützt auch mit konkreten Spartipps oder mit hilfreichen Checklisten, um wichtige Lebensereignisse spielend leicht zu managen. Insbesondere die Mehrwertdienste bei Lebensereignissen bieten den Banken Potential für Cross- und Up-Selling. So können wir beispielsweise über die Transaktionsdaten erkennen, dass der Kunde seinen ersten Job begonnen hat und ihm Empfehlungen geben, welche Versicherungen er als Berufseinsteiger braucht. Für Banken stellt das im aktuell schwierigen Marktumfeld eine rettende neue Ertragsquelle dar.

 

Wie finanziert sich dwins heute? 

Wir sind seit der ersten Stunde eigenkapitalfinanziert und bereits im zweiten Jahr profitabel. Unser Geld verdienen wir mit dem Produkt- sowie dem Projektgeschäft mit etablierten Groß- und Direktbanken.

 

Bitte beschreibt kurz Euer Geschäftsmodell?

Wir bieten unsere Smart Analytics Toolbox als B2B2C Lösung für Banken an und verdienen neben Setup-Kosten an einer transaktionsbasierten Gebühr pro Analyse.

 

Wie setzt sich Euer Team zusammen?

Unser Team setzt sich aus ehemaligen Bankern und Beratern sowie Softwareentwicklern und insbesondere Datenanalysten zusammen. Wir alle teilen die intrinsische Motivation Finanzen leichter und besser zu machen sowie die Begeisterung und den Enthusiasmus für Innovationen im Retailbanking.

 

Kurze Antwort: Banken lieber disruptieren oder integrieren (Enabler)?

Wir enablen Banken ein eigenes digitales Ökosystem aufzubauen.

 

Was könnt Ihr besser als Banken?

Wir haben eine klare Vision wie das digitale Ökosystem im Retailbanking in der Zukunft aussehen wird und haben zudem die richtigen Rahmenbedingungen, um diese Vision und unsere Hypothesen schnell und einfach im Markt zu verproben. Dabei profitieren wir von unseren flachen Hierarchien, kurzen Entscheidungswegen und unseren hoch-agilen Projektmethoden. Mit diesen Stärken agieren wir für die Tanker der deutschen Bankenwelt als wendiges Speedboat, das den besten Kurs für die Zukunft validiert und die operative Umsetzung neuer Strategien beschleunigt.

 

Wo seht Ihr die größten Herausforderungen in der Zukunft? Für Fintech und die Finanzbranche?

Der Kunde wird in Zukunft nur noch einen Touchpoint für all seine finanziellen Angelegenheiten haben. Das Wettrennen hierfür hat bereits begonnen und sowohl Fintech Unternehmen als auch etablierte Banken stehen gleichermaßen vor der Herausforderung dieses Rennen zu gewinnen. Diejenigen, die dieses Rennen gewinnen, werden die Beziehungen zum Kunden über Online- und Mobile Banking Applikationen dominieren und eine attraktive Positionierung als persönlicher Finanzassistent mit zahlreichen Ertragsströmen etablieren können. Das Vertriebspotential erstreckt sich hierbei von klassischen Finanzprodukten bis hin zu Produkten „beyond Banking“ (z.B. Stromvertrag oder BahnCard50).

 

Wie erfolgt eure Marktbearbeitung/-eroberung?

Wir sind innerhalb der Bankenbranche sehr gut vernetzt und bauen hierüber auch unsere Kundenbeziehungen auf. Unser bestehendes Netzwerk erweitern wir darüber hinaus auch über verschiedene Veranstaltungen. Beispielsweise haben wir im Oktober als Team beim API/Open Hackathon der Deutschen Bank teilgenommen und den 30.000€ dotierten ersten Preis gewonnen. Ansonsten lernen wir unsere Kunden über bankrelevante Veranstaltungen oder Empfehlungen kennen.

 

Welche Pläne habt Ihr konkret für 2017?

Wir werden mit einem relevanten Player den Start eines digitalen Ökosystems auf Basis eines Girokontos verkünden und dieses sukzessive um einen intelligenten und personalisierten Finanzassistenten erweitern.

 

Wer sind Eure Wettbewerber?

Um ehrlich zu sein beschäftigen wir uns sehr wenig mit unseren Wettbewerbern. Wir haben nicht mal genug Zeit unsere Homepage neu zu gestalten (lacht). Wir fokussieren stattdessen 100% unserer Zeit auf die Qualität unserer Datenanalysen und die Umsetzung unserer Ideen. Letztlich sind es die Innovationen, die einen Leader von einem Follower unterscheiden und das gilt nicht nur für uns als FinTech Startup sondern auch für alle etablierten Banken.

 

Mein Gesprächspartner war Alexander Michel Gründer von DWINS.

DWINS gewinnt den ersten Preis beim deutsche Bank API Hackathon

 

 

 

Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

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