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Finterview: Community Life

Nach einer kurzen Urlaubsunterbrechung geht es nun mit einem Finterview weiter. Wir schauen erneut auf die Versicherungsbranche, die nun auch  – etwas später als die Banken -immer stärker in den Sog der Digitalisierung gerät. Meine Fragen beantwortet haben die beiden Geschäftsführer Claudia Lang und Stefan Keck.

 

Community Life kann man sich ohne nervigen Papierkram online versichern – ganz einfach und zu fairen Bedingungen. Zunächst mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung und einer Risikolebensversicherung. Weitere Produkte sollen folgen.

 

Warum habt Ihr Community Life gegründet?

 

Wir haben über Jahrzehnte in leitenden Position bei internationalen Versicherungen Erfahrungen gesammelt. In den letzten Jahren haben wir eine große Veränderung durch das Internet festgestellt. Viele Kunden wünschen sich nun auch bei Versicherungen die digitale Bequemlichkeit, Verständlichkeit und Transparenz. Technologisch und rechtlich kann man heute diese Wünsche erfüllen und vieles komplett online anbieten. Aber die etablierten Unternehmen tun sich aus den unterschiedlichsten Gründen schwer damit. Als Neugründung können wir ungehindert auf die Wünsche des digitalen Kunden eingehen.

 

Welches Kundenproblem möchtet Ihr lösen? Euer USP?

 

Die meisten Versicherungen kriegt man bisher vor allem über Versicherungsvertreter oder -makler vor Ort. Der Weg führt also über einen persönlichen Termin, ob man das möchte oder nicht. Viele Kunden kaufen heute aber nicht mehr so. Für die Neuanschaffung eines Fernsehers recherchiert man heute online – und bestellt immer öfter auch dort. Wir bieten diese Möglichkeit nun auch für persönliche Absicherungen. Wer seine Absicherung selbst in die Hand nehmen möchte, hat mit uns einen guten Partner.

 

Wie finanziert sich Community Life heute?

 

Zum Teil aus dem Eigenkapital der Gründer, zum Teil mit Investorengeld.

 

Bitte beschreibt kurz Euer Geschäftsmodell.

 

Wir vermitteln Versicherungen online – fair, transparent und social. Kunden können ohne Medienbruch bei uns recherchieren, ihren persönlichen Preis und die Annahmebedingungen ermitteln lassen. Sie können dann den Vertrag direkt online abschließen und alle Schritte danach online verwalten. Auf Wunsch beraten unsere Mitarbeiter auch. Wir haben aber alle Prozesse so ausgerichtet, dass ein Kunde sich vollständig selbst informieren kann. Beispielsweise haben wir dafür Versicherungsverträge in normaler Alltagssprache statt in Juristendeutsch entwickelt. Und wenn der Kunde es wünscht, werden Beratungsgespräche aufgenommen und in seinem Online-Bereich gespeichert.

 

Wie setzt sich Euer Team zusammen?

 

Wir sind zwölf Kollegen, die sich um Unternehmensentwicklung, IT, Marketing, Kundenberatung und Aufbau der Community kümmern. Die technische Entwicklung übernimmt ein externes Team, das sehr eng mit uns zusammenarbeitet. Die bei uns verkauften Produkte gestalten wir gemeinsam mit unserem Versicherungspartner. Jeder hat seinen Verantwortungsbereich, aber im Zweifel herrscht bei uns Start-up-Geist: Man packt dort an, wo gerade Hilfe notwendig ist.

 

Kurze Antwort: Versicherungen lieber disruptieren oder integrieren (Enabler)?

 

Wir sind ganz klar ein Enabler – für den Kunden. Es kann sein, dass manche Marktteilnehmer unser Geschäftsmodell als „disruptiv“ betrachten. Was aber für uns zählt, ist, ob ein Versicherer hervorragende Produkte für unsere Community entwickelt. Das bedeutet einfach verständlich, absolut fair, preiswert und transparent.

 

Was könnt Ihr besser als Versicherungen?

 

Wir wissen, wie Digital Natives denken. Wir haben keine dreißig Jahre alte, mit heutigen Anforderungen inkompatible IT-Architektur. Wir haben keine Vertriebsorganisation, die sich durch unser Online-Angebot bedroht fühlen könnte. Deshalb sind wir flexibel und können Dinge so machen, wie sie heute sinnvoll sind.

 

Wo seht Ihr die größten Herausforderungen in der Zukunft? Für Euch und die Finanzbranche?

 

Wir selbst müssen sicher noch bekannter werden im Markt. Aber dann ist uns um unsere Zukunft nicht bange. Um die Versicherungsbranche insgesamt machen wir uns größere Sorgen. Eine Branche mit solchen wirtschaftlichen Möglichkeiten sollte bei der Digitalisierung heute schon weiter sein.

 

Seid Ihr mit der Entwicklung Eures Unternehmens im Plan?

 

Wir sind einige Wochen später gestartet als geplant – Qualität war uns wichtiger als Tempo, da im Versicherungsumfeld das Vertrauen der Kunden entscheidet. Mittlerweile holen wir den Rückstand aber wieder auf. Die Kampagnen zum Aufbau der notwendigen Markenbekanntheit laufen und werden fortlaufend optimiert.

 

Habt Ihr vielleicht einen Tipp für andere Gründer?

 

Humor behalten und sich selbst nicht allzu ernst nehmen. Schließlich arbeiten die meisten von uns nicht an Lösungen, die die Menschheit retten könnten.

 

Eine Zusatzfrage. Wofür würdet Ihr persönlich (die Gründer) alles stehen und liegen lassen

 

Einen Zauberstab für die IT-Entwicklung – einmal durch die Luft geschwungen und schon ist das neue Feature fertig.

 

Mehr Informationen zu Community Live

Internetseite von Community Live

Community Live Blog

Gastbeitrag: Was Kunden wollen 🙂

 

Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

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