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Finterview: Cashboard

Nach einigen Tagen Auszeit nehme ich meine Blogger Tätigkeit wieder auf. Nach einigen sehr entspannenden und entspannten Tagen zwischen 1200 und 3500 Metern in den Alpen geht es mit einem Finterview weiter. Robert Henker ist Gründer und CEO von CASHBOARD und war so freundlich an meiner Finterview Reihe teilzunehmen.

Finterview: Cashboard

Warum habt Ihr CASHBOARD gegründet?

Den Ausschlag gab ein Special im Handelsblatt. In ihm ging es um die Frage, warum „die Reichen“ immer reicher werden. Der Hauptgrund sind nicht etwa Verteilungsfragen. Viel entscheidender ist die Art, wie Vermögende ihr Kapital anlegen: Sie investieren breit – in Vermögenswerte wie Aktien, Anleihen und Immobilien, aber auch in Unternehmsanteile. Und sie können so investieren, da sie über die nötige „Masse“ verfügen.
Wollte man diese Anlagestragie früher mit zum Beispiel 5.000 Euro nachbilden, musste man viel Zeit aufbringen und Erfahrung haben und zudem viele Konten bei vielen Anbietern eröffnen, bei denen überall Gebühren fällig werden. Mit CASHBOARD lösen wir genau dieses Problem.

 

Welches Kundenproblem möchtet Ihr lösen?

Mit CASHBOARD richten wir uns vor allem an passive Anleger, also die große Masse der „normalen Sparer“, die nicht über die nötige Zeit und Erfahrung verfügen, wirksame Anlagestrategien zu realisieren. Zurzeit parken diese Anleger 2.000 Milliarden Euro, also 40 Prozent der deutschen Geldvermögen, auf Tages-, Festgeld- und Girokonten unterhalb der Inflationsrate. Mit CASHBOARD bieten wir ihnen nun die Möglichkeit, von wissenschaftlich optimierten Anlagestrategien zu profitieren – ohne hierfür mehr Zeit aufbringen oder horrende Gebühren zahlen zu müssen.

 

Was ist Eure Value Proposition?

Mit CASHBOARD legen Anleger ihr Kapital einfach, gemäß ihrer individuellen Renditeziele und zu fairen Konditionen an. So haben wir beispielsweise Portfolios konzipiert, mit denen Anleger – je nach Risikobereitschaft und basierend auf den Erfahrungen der letzten zehn Jahre – drei, fünf oder sieben Prozent Rendite p.a. erzielen können. Zusätzlich garantieren wir ihnen in jedem Portfolio zwei Prozent Mindest-Zins pro Jahr.
Das Geld liegt sicher auf einem persönlichen Konto und Depot bei unserer Partnerbank eBase, die zur comdirect-Gruppe gehört. Das Konto können unsere Kunden dank Video-Verifikation und elektronischer Unterschrift komplett online eröffnen – ohne den Weg zum Bank- oder Postschalter gehen zu müssen.
Die Nutzung von CASHBOARD ist dabei vollkommen kostenlos. Gebühren für die Kontoeröffnung und -führung übernehmen wir für unsere Nutzer genauso wie Ausgabeaufschläge bei Fonds. Eine Erfolgsprovision von zehn Prozent der erzielten Höchstrendite wird nur dann fällig, wenn sich ein Portfolio wirklich positiv entwickelt hat. Das heißt: Wir profitieren dann, wenn auch der Kunde profitiert.

 

Wie finanziert sich CASHBOARD heute? (Wer hat in Euch investiert? Gibt es bereits Erträge?

Wir haben den Start von CASHBOARD zunächst mithilfe unseres Company-Builders Makers (www.makers.do) und durch Eigenkapital finanziert. Im November 2014 haben wir zudem im Rahmen der NOAH Conference den SevenVenture Pitch Day gewonnen – einen der höchstdotierten Startup-Preise Europas. Wir haben als Erstplatzierter vier Millionen Euro Mediabudget für TV-Werbung bei ProSiebenSat.1 gewonnen. Die ersten Spots werden in diesem Herbst laufen. Einnahmen aus dem operativen Geschäft generieren wir durch die eben schon genannte Erfolgsbeteiligung an den Gewinnen unserer Kunden und aus unserer Kooperation mit Banken und Online-Anlageportalen.

 

Bitte beschreibt kurz Euer Geschäftsmodell?

Wir sind ein digitaler, unabhängiger Anlagevermittler. Wir helfen also Anlegern Finanzprodukte zu finden, die zu ihren persönlichen Renditezielen passen, und vermitteln Anbietern von Finanzprodukten so Neukunden. Von den Anbietern erhalten wir Provisionen, die wir in Form von zwei Prozent Zinsen pro Jahr an unsere Nutzer weitergeben. Umsätze durch eine prozentuale Erfolgsbeteiligung erzielen wir zudem, wenn sich die Portfolios unserer Nutzer positiv entwickeln.

 

Wie setzt sich Euer Team zusammen?

Wir sind ein komplementäres Team mit vielen Jahren Erfahrung in der Finanzbranche. Mein Bruder Stephan Henker, Marius Schulze und ich haben schon 2010 unser erstes FinTech-Unternehmen gegründet und sind damit so etwas wie Pioniere einer heute boomenden Branche. André Holdschick ist Anfang 2014 als Mit-Gründer zum Team dazugestoßen, als wir mit der Vorbereitung von Cashboard begonnen haben.
Stephan hat mehr als zehn Jahre Erfahrung als aktiver Trader und Finanzmakler.
Marius ist seit Mitte der 2000er als Manager und zuletzt Unternehmer im Online-Marketing aktiv.
André und ich haben uns in der Beratung bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG kennengelernt. Davor habe ich als MBA an der Business School ECSP Europe in Paris graduiert und an der Deutschen Börse und EBS einen Abschluss als zertifizierter Portfoliomanager erworben.

 

Banken lieber disruptieren oder integrieren (Enabler)?

Ganz klar: Integrieren, denn unsere Partnerschaft mit der European Bank for Financial Services (ebase) ist ein wichtiger Stützpfeiler unseres Geschäftsmodells. Über uns eröffnen Anleger bei der ebase ein kostenloses Konto und Depot. Diese Partnerschaft bietet unseren Nutzern Sicherheit und schafft Vertrauen.

 

Was könnt Ihr besser als Banken?

Wir profitieren von unserem Wesen als Start-up – und das auf vielfache Weise: Wir sind nicht nur schneller und dynamischer, wenn es darum geht, Prozesse anzupassen und kundenfreundlicher zu gestalten. Auf uns lastet auch kein enormer, durch eine Vielzahl an Mitarbeitern und Filialen verursachter Kostendruck. Wir können unseren Nutzern deshalb faire, an ihren Interessen orientierte Konditionen bieten. Wir haben das einzige kostenlose Anlagekonto in Deutschland.

Hierzu zählt auch und dies ist vielleicht unser größtes Plus, dass wir unabhängig sind: Wir sind nicht darauf angewiesen, ein bestimmtes Produkt von einem bestimmten Anbieter zu verkaufen, sondern ermöglichen unseren Nutzern die für sie am besten passenden Angebote auf einem Konto zusammenzuführen.

 

Wo seht Ihr die größten Herausforderungen in der Zukunft? Für Euch und die Finanzbranche?

Die gesamte Finanzbranche ist gerade in Bewegung. Während Banken, klassische Anlagevermittler und -berater durch die Finanzkrise an Vertrauen eingebüßt haben, eröffnen digitale Technologien ganz neue Möglichkeiten – für Banken genauso wie für Startups. So wie die Digitalisierung die Medienbranche und den Handel revolutioniert hat, stellt sie auch alle Player der Finanzbranche vor die Herausforderung, schnell digitale Technologien zu nutzen, um die Interessen von Anlegern bestmöglich zu erfüllen. Startups sind hier naturgemäß im Vorteil – sie sind einfach schneller und flexibler. Wir freuen uns, den Wandel hin zu einer digitalisierten Finanzbranche mitzugestalten.

 

Wie erfolgt eure Marktbearbeitung/-eroberung?

Wir setzen auf einen Mix aus klassischer Werbung, Kommunikation und Online-Marketing – mit den Zielen, die Markenbekanntheit sukzessive zu steigern und Vertrauen aufzubauen. Einige Anleger haben noch Vorbehalte gegenüber der Online-Geldanlage, die wir selbstredend ernstnehmen und auf die wir durch eine transparente Kommunikation über verschiedene Kanäle reagieren. Ein Stück weit sind wir zurzeit also noch Evangelisten in eigener Sache.

 

Welche Pläne habt Ihr konkret  für 2015?

Für 2015 und die nächsten Jahre steht vor allem eins auf unserer Roadmap: Wachstum. 2015 werden wir CASHBOARD weiter am Markt positionieren – mithilfe neuer, zusätzlicher Mitarbeiter, dem Fokus auf Kundenzufriedenheit und nicht zuletztlich durch eine TV-Kampagne, die voraussichtlich im Herbst startet. Wenn alles so läuft, wie wir es uns vorstellen, dann werden wir mit CASHBOARD 2016 auch ins Ausland expandieren. Es gibt einige Märkte, die wir zurzeit analysieren, und schon heute kommen einige unserer Kunden aus anderen Ländern Europas – aus Österreich beispielsweise oder der Schweiz.

 

Wer sind Eure Wettbewerber?

Unsere Wettbewerber sind andere Anlageportale – die Klasse der „Robo-Advisor“. Während die anderen aber nur eine Anlageklasse (ETFs oder Fonds) und meist auch nur eines Anbieters verkaufen, sind wir die einzige unabhängige Plattform bei der Nutzer Zugang zu einer Vielzahl Anbieter und Produkte erhalten. Zudem punkten wir durch unsere Konditionen:  Während alle anderen eine feste Management-Gebühr abrechen – egal, ob der Kunde gewinnt oder verliert – zahlen wir zwei Prozent Mindestzins. CASHBOARD ist für Anleger vollkommen kostenlos. Wir berechnen nur dann eine Gewinnbeteiligung, wenn sich das Konto des Kunden wirklich positiv entwickelt hat.

 

Habt Ihr vielleicht einen Tipp für andere Gründer?

Gründer sollten eine gesunde Balance zwischen der Arbeit im Büro und Networking finden. Sicher gibt es viele Dinge, die einen an den Schreibtisch binden. Auch ein intern sehr gut funktionierndes Start-up kommt aber nicht ohne Kontakte zu Partnern und Investoren aus. Sicher kann man telefonieren oder Mails austauschen. Das ersetzt aber nicht das direkte Gespräch unter vier Augen. Das bedeutet nicht, auf jedes Meetup in Berlin zu rennen, aber ich kann jedem empfehlen, auf guten Konferenzen und ausgewählten Networking-Events aktiv den Dialog zu suchen und Botschafter in eigener Sache zu sein.

 

Eine Zusatzfrage. Gibt es ein Musikstück, dass Euch bei der Arbeit motiviert?

Die Tote Hosen – An Tagen wie diesen

 

Weitere Informationen zu Cashboard

Internetseite von Cashboard

Blog von Cashboard

Pressemitteilung von Ingenieur.de zur erfolgreichen Seed Finanzierung

 

Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

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