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Finterview: Bergfürst

Heute im Finterview: Dr. Guido Sandler, Gründer & CEO von BERGFÜRST. Die Immobilien-Crowdinvesting-Plattform BERGFÜRST wurde 2011 von Dr. Guido Sandler (Gründer und Vorstand der Berliner Effektenbank AG und der E*Trade Bank AG) und Dennis Bemmann (Mitgründer von StudiVZ) gegründet. BERGFÜRST ist die erste Investing-Plattform in Deutschland, die sich mit dem Thema Immobilien befasst hat. In meinem Interview wollte ich u.a. mehr über das Investitionsangebot der Plattform, das Besondere an ihrem Geschäftsmodell und auch über die Zukunftspläne von BERGFÜRST erfahren.

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Warum habt Ihr BERGFÜRST gegründet?

BERGFÜRST ist angetreten, eine neue Anlegerkultur in Deutschland zu etablieren. Wir wollen Emittent und Investor so direkt wie möglich miteinander verknüpfen und die Transaktionskosten für alle Beteiligten dramatisch senken. Damit dies möglich ist, bieten wir die dazu passenden Produkte an: Angebote, die so transparent und leicht verständlich sind, dass jeder Investor sie erfassen und eine sinnvolle Risikoeinschätzung vornehmen kann.

 

Was ist Eure Value Proposition?

BERGFÜRST ist eine Immobilien-Crowdinvesting-Plattform. Bei uns können Anleger Direktinvestments in einzelne Immobilien tätigen, ohne die üblichen renditeschmälernden Faktoren wie Agios, Verwaltungs- oder Provisionskosten. Unsere Nutzer stellen den Immobiliengesellschaften über die Plattform Mezzanine Kapital zur Verfügung. In dieser attraktiv verzinsten Anlageklasse konnten sich bislang nur institutionelle Großinvestoren engagieren, da nur sie die erforderlichen Finanzierungsvolumen aufbringen konnten. BERGFÜRST öffnet diese Assetklasse nun auch für Privatinvestoren. Über die Plattform stemmen viele Anleger gemeinsam die benötigte Finanzierungsumme und jeder einzelne kann von den Zins-Konditionen professioneller Großanleger profitieren. Und das kostenfrei für unsere Anleger! Dazu stellt BERGFÜRST, als einziger Anbieter in Deutschland, einen Sekundärmarkt zur Verfügung, auf dem man seine Investments laufzeitunabhängig, im Rahmen von Angebot und Nachfrage, handeln kann.

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Wie finanziert sich BERGFÜRST heute?

Wir erhalten von den Emittenten eine Beratungsgebühr, die sich am Platzierungserfolg bemisst. Ferner erhalten wir eine jährliche Verwaltungsgebühr dafür, dass wir die Plattform betreiben und die Kommunikation zwischen Emittent und Privatanleger abwickeln. Die genauen Konditionen werden bei jeder Emission im Einzelnen und detailliert offen gelegt, so dass auch hier vollständige Transparenz herrscht. Den Unternehmensaufbau haben neben den Gründern, Dennis Bemmann und Guido Sandler die Berliner Volksbank und Nikolas Jeissing, der Geschäftsführende Gesellschafter von Engel & Völkers Commercial, Berlin finanziert.

 

Bitte beschreibt kurz Euer Geschäftsmodell?

Zentral für unser Geschäftsmodell ist das Thema Mezzanine Immobilien-Finanzierungen. Immobilien werden typischerweise größtenteils mit Fremdkapital über eine Bank finanziert. Aufgrund von gesetzlichen und regulatorischen Vorgaben dürfen Banken Immobilien-Projekte jedoch nur zu maximal 60 % – 70 %, also bis zur Beleihungswertgrenze, finanzieren. Deshalb setzen viele Immobiliengesellschaften für die verbleibenden 30 % – 40 % auf weitere Investoren, die einen Teil des Eigenkapitals (sog. Mezzanine-Kapital) zur Verfügung stellen. Hier kooperieren die Gesellschaften bisher in erster Linie – wie zuvor beschrieben – mit institutionellen Großanlegern. Dank Immobilien-Crowdinvesting können nun auch Kleinanleger Mezzanine-Kapital vergeben und von den marktüblichen Zinsen in diesem Bereich profitieren. Aktuell können wir unseren Kunden so Zinssätze zwischen 3,5 % und  7 % p.a. anbieten.

 

Kurze Antwort: Banken lieber disruptieren oder integrieren (Enabler)?

Ich denke, dass die Zeit reif ist für die Disruption der tradierten Bankenwelt. Das heißt jetzt nicht, dass Fintechs Banken ersetzten. Wir beschleunigen längst überfällige Veränderungen deutlich. Wenn beide Seiten schlau sind in Kooperation und nicht in Konfrontation.

 

Was könnt Ihr besser als Banken?

Wir sind sehr schlank aufgestellt und 100% digital – deshalb fallen bei uns sämtliche Gebühren weg, die der bürokratische Überbau einer Bank so mit sich bringt. Mit der „Gunst der späten Geburt“ haben wir den Vorteil, unsere IT von Grund auf zu aktuellen Standards modern gebaut zu haben. Banken sind hier kaum mehr bewegungsfähig und erstarrt. Ein riesen Wettbewerbsvorteil für uns.

 

Welche Pläne habt Ihr konkret für 2016?

Wir wollen in allen Bereichen weiterhin stark wachsen – was unsere Kundenbasis angeht, die Zahl der Emittenten, die Immobilienarten und auch bezüglich der Regionen, die wir abdecken. Und wir wollen uns bei den Standorten auch nicht allein auf Deutschland beschränken. Ein weiteres, spannendes Thema für uns sind Kooperationen. Da führen wir Gespräche mit unterschiedlichen Partnern – unter anderem auch mit klassischen Banken, die das Thema FinTech zunehmend interessiert.

 

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Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

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