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Finterview 2016/1: eToro

Die Finterview Serie wird auch im Jahr 2016 fortgesetzt. Den Anfang macht Nadav Avidan. Er ist Head of Communications bei eToro.  eToro ist ein fintech startup der ersten Stunde. Gegründet 2006 hat das Unternehmen eine gänzlich neue Finanzlösung entwickelt und ist heute der weltweit führende Anbieter im Social Trading. Das heutige Finterview ist deshalb ein wenig anders, da eToro bereits einen Weg gegangen ist, der den meisten anderen Fintech startups, die ich hier interviewt habe, erst noch bevor steht.

 

Finterview 2016/1: eToro

 

Was ist und macht eToro?

eToro ist das weltweit führende Social Trading Netzwerk. Wir revolutionieren die Art auf die Menschen online mit Wertpapieren handeln und ermöglichen unseren Nutzern, miteinander zu kommunizieren, sich gegenseitig zu folgen und Investmententscheidungen zu kopieren. So können sie besser informierte Investments treffen und sich das Wissen und die Erfolge anderer zunutze machen.

 

Wie unterscheidet sich eToro von den Angeboten herkömmlicher Banken und anderer Social Trading Plattformen?

Traditionelle Personal Finance basiert in der Regel auf Vermittlern zwischen dem Privatanleger und dem Finanzmarkt – zum Beispiel Bankern oder der Depotverwaltern von Investmentfonds. Man benötigt viel Vertrauen in die Vermittler, weil sie in einer Black Box operieren und sich die Interessen nicht immer zu 100% decken. eToros Plattform bietet die Transparenz, die Personal Finance verdient und stellt Chancengleichheit für die Investmentcommunity her.

eToro kombiniert Verlässlichkeit und Professionalität mit einem Web 2.0 Ansatz, der sich vom Angebot unserer direkten Konkurrenten unterscheidet. Wir bieten unseren Nutzern ein innovatives Interface, das leicht zu bedienen ist, sodass sie sich umgehend Handelsgeschick aneignen können. Außerdem legen wir großen Wert auf unsere Community mit Chats, Foren und Contests.

eToro ermöglicht es, die Investmententscheidungen der anderen Mitglieder live und in Echtzeit nachzuvollziehen. Mit dem Einblick in die Aktivitäten, das Portfolio und den Risikofaktor anderer Nutzer kann man entscheide, die anderen zu „kopieren“, um ein „Menschen-bezogenes“ Portfolio aufzustellen.

Die aktivsten und erfolgreichsten Händler unserer Community werden zudem mit monetären Vorteilen belohnt. eToros Popular Investors Programm bietet unseren Mitgliedern größere Transparenz und mindert das Risiko, „here today, gone tomorrow“-Investoren zu kopieren.

 

Welche Zielgruppe spricht eToro an? Kann ich auch als Laie mit eToro starten?

eToros Zielgruppe deckt einen großen Teil der Tradingcommunity ab – von professionellen Händlern bis hin zu Leuten, die sich hauptsächlich für Personal Finance interessieren. Unsere Plattform spricht auch besonders Anfänger an, da wir uns sehr um ihre Bedürfnisse kümmern. Wir präsentieren Trading auf kreative und visuelle Weise, damit sich Neulinge keine Gedanken darüber machen müssen, möglicherweise von zu komplizierten Tradinginstrumenten verwirrt zu werden. Außerdem werden unsere Mitglieder über die Risiken des Tradings informiert und wir haben Risikomanagementfeatures implementiert, damit Neulinge keine unnötigen Risiken eingehen.

 

Gibt es kulturelle Unterschiede im Hinblick auf die Nutzung von eToro? Gibt es Märkte, in denen eToro besser angenommen wird und welche, in denen die Verbraucher skeptischer sind?

eToro ist auf allen Märkten sehr erfolgreich. Wir merken aber, dass wir auf einigen Märkten wie z.B. in Großbritannien weniger Zeit brauchen, Menschen für unsere Plattform zu interessieren. Dies liegt unter anderem daran, dass sie mit eigenverantwortlichen Investitionen am Wertpapiermarkt eher vertraut sind. In anderen Märkten wie z.B. Deutschland gibt es eine weniger ausgeprägte Investmentkultur in der breiten Öffentlichkeit, also ist müssen wir hier wesentlich grundlegender informieren. Durch die Verbreitung von mobilen Bezahlungsdienstleistungen und einem zunehmenden Trend hin zur Selbstbestimmung auch in persönlichen Finanzangelegenheiten, sehen wir mittlerweile aber auch hierzulande hohe Adaptionsraten. Tatsächlich ist Deutschland momentan einer unser stärksten Märkte und wächst weiter.

 

Wie entwickelt sich die Kundenzahl sowie die Zahl der Trades und Einlagen insgesamt und wie sind die Zahlen in Deutschland?

Seit unserem Start im Jahr 2007 wurden auf unserer Plattform von fünf Millionen registrierten Benutzern in 140 Ländern ca. 168 Millionen Abschlüsse gemacht. eToro veröffentlicht keine Zahlen für jedes Land, aber innerhalb von Europa hat Deutschland eine der größten eToro-Communities.

 

Hat das Invest von Commerz Ventures Einfluss auf die Annahme und Bekanntheit des Produktes in Deutschland?

Ein Investor wie Commerzbank ist auf jeden Fall hilfreich für unsere Marke in Deutschland. Zudem sehen wir dieses Investment als ein starkes Zeichen, dass eToro sich als Finanzdienstleister weiterentwickelt. Es zeigt uns, dass traditionelle Kreditinstitute wie die Commerzbank anerkennen, dass wir ein starkes Produkt anbieten, das ihr Serviceangebot ergänzt. Davon profitieren wir natürlich.

 

Wie haben sich die Erfolgszahlen des Startups in den letzten Jahren entwickelt?

Etoro wächst weiter schnell. In den letzten zwei Jahren ist die Anzahl der Nutzer auf mehr als fünf Millionen gestiegen. Wir expandieren fortlaufend in neue Märkte, sind gerade in Russland eingestiegen und haben jetzt den chinesischen Markt im Blick. Also werden wir in fünf Jahren nicht nur ein eToro mit mehr Anwendungsfunktionen und Tradingmöglichkeiten sehen, sondern auch eine viel reifere Plattform mit einer wirklich globalen Zielgruppe auf allen Kontinenten.

 

Wie sehen Eure Ziele für 2016 aus und welche neuen Features dürfen wir erwarten?

Das neue eToro, das gerade auf der Web Summit Konferenz in Dublin vorgestellt wurde, ist bahnbrechend für die Finanzindustrie, da es die Art, wie Millionen von Menschen weltweit ihre persönlichen Finanzen regeln, revolutionieren wird. Unser Ziel ist es, unseren Konkurrenten immer einen Schritt voraus zu sein, wofür wir laufend das Nutzererlebnis durch neue Features verbessern. Der Schlüssel zum Erfolg des Konzepts Social Trading wird sein, den Menschen online die gleichen Möglichkeiten wie bei traditionellen Händlern zu bieten. Dazu gehören Finanzinstrumente, Analyseanwendungen sowie Zugang zu verschiedenen Märkten und Produkten. Auch 2016 werden wir da sehr aktiv sein.

 

Eure Plattform wurde kürzlich vollkommen überarbeitet. Was sind hierfür die Gründe?

Wir haben die Plattform komplett verändert, um OpenBook und Webtrader in einer einheitlichen User-Experience auf dem neuen eToro zusammenzuführen. Mit beidem waren wir zuletzt sehr erfolgreich, aber unser Ziel ist es den Nutzern die bestmögliche Erfahrung zu bieten. Es war für uns ein logischer Schritt, alles auf einer Plattform zu vereinen – Tradinginstrumente, soziale Aspekte und die Möglichkeiten zur Analyse.

 

Welche Rolle werden FinTechs und Banken in der Finanzwelt der Zukunft spielen?

Unser Ziel ist es die Disruption der Tradingwelt. Social Trading auf eToro wird zumindest einen Teil der Dienstleistungen ersetzen, die heute traditionelle Banken und Rentenversicherungen übernehmen. Es wird auch in Zukunft eine Nische für spezialisierte Investmenthäuser für große Assets wie Familienbüros oder institutionelle Investoren geben, aber wir glauben fest daran, dass Social Trading eine Schlüsselrolle im Privatfinanzwesen der Zukunft spielen wird.

 

Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

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