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Finovera und Gedanken zu Banken

Finovera ist wieder ein neues Finance startup mit einer interessanten Idee, auf die auch Banken hätten kommen können.

Was macht Finovera?

Finovera automatisiert das Empfangen, Organisieren und Managen von elektronischen Rechnungen, Kontoauszügen und wichtigen Familien Unterlagen in einer digitalen Dokumentenablage. Auch nicht elektronische Dokumente können digitalisiert und abgelegt werden. Der Zugriff kann natürlich zu jeder Zeit und an jedem Ort erfolgen. Geschützt werden die elektronischen Dokumente durch ein sicheres Passwort.

Die vorhandenen Accounts – Finovera unterstützt aktuell Hunderte – müssen nur mit finovera verlinkt werden. Das Tool baut dann eine Jahresbetrachtung auf und lädt alle zukünftigen Rechnungen automatisch runter, sobald diese zur Verfügung stehen. Die Nutzer werden rechtzeitig über fällige Rechnungen informiert. Über Finovera kann dann mit einem einzigen mouseclick der LogIn in jeden Account erfolgen.

 Weitere Features:

  • Sehr einfache Einrichtung und Pflege
  • Ausgabe Historie und Analyse
  • Notizen zu jeder Rechnung hinzufügen
  • Passwort Aggregation
  • Kostenlos

Auf den ersten Blick sicher keine sensationelle aber zumindest sehr praktische Idee.  Wenn man genauer drüber nachdenkt, wird doch von den meisten Unternehmen und Institutionen noch viel zu viel Papier produziert, dass dann entweder in Aktenordnern oder im Papierkorb landet. Die Digitalisierung von Rechnungen und Dokumenten würde viel Papier sparen und wohl auch das Klima schützen. Ein System wie Finovera entlastet den Menschen zudem von überflüssigen Aufgaben. Er gewinnt ein Stück Zeit in einer sich scheinbar immer schneller drehenden Welt.

Papier Rechnungen und auch Kassenzettel sind eigentlich ein Anachronismus, an welche sich die alte Welt verzweifelt zu klammern scheint. Natürlich spielt hier das Standard Totschlagargument der Sicherheit eine Rolle, als sei Papier beständiger als Daten im Internet oder weniger manipulationsanfällig. Dabei erreicht die Digitalisierung gerade die Stufe in der alles mit allem vernetzt ist und miteinander kommunizieren oder interagieren kann. Der sichere Datenaustausch zwischen Menschen, Geräten, Unternehmen und Institutionen wird eine der Herausforderungen der Zukunft, wahrscheinlich muss man noch die Umwelt dazu nehmen.  Dieser Datenaustausch muss und wird sich mehr und mehr in Echtzeit vollziehen. Das Sibos Projekt: the digital asset grid beschäftigt sich mit diesem Thema. Viele Banken offensichtlich noch nicht.

Dabei sind eigentlich nicht nur die Papierrechungen und -statements ein Anachronismus. Warum kann nicht auf Minuten oder Sekunden Basis abgerechnet werden und dem Nutzer eines Dienstes direkt in Echtzeit angezeigt werden, was etwas kosten wird und wie die Kosten reduziert werden können. Amerikas Movenbank geht diesen Weg. Möglich wäre er noch in ganz anderen Lebensbereichen. Durchaus auch Lebensbereiche, in welchen die Bank einen neuen Dienst anbieten könnte.

Für Banken könnten neue Geschäftsfelderentstehen, denn welche Bank hilft den Menschen heute beim Management der täglichen Ausgaben. Das Angebot von Finovera wäre hier ein erster Schritt. Leider wieder mal ein Angebot, dass nicht von meiner Bank kommt und da stellt sich mir dann noch eine andere Frage:

Warum können sich die Banken nicht  in den Menschen hineinversetzen. Warum wissen sie so wenig über seine wirklichen Bedürfnisse, obwohl sie ihren Kunden ironie an“ doch tagtäglich in der Filiale beobachten und mit ihm sprechen könnten“ ironie aus .Momentan werden Banken offensichtlich auch zu Innovationen getrieben, die dann aus einzelnen technischen Lösungen bestehen, die sie bei irgend einem mehr oder weniger gehyptem startup gesehen haben. Keine Bank hat aber bisher eine vom Menschen und seinen Bedürfnissen ausgehendes Gesamtpaket für das 21. Jahrhundert schnüren können. Es gibt offenbar keine Bewertungsmatrix für technische Entwicklungen, die aus dem Markenkern und den menschlichen Bedürfnissen abgeleitet wird. Der Ford Model T für die Bankenbranche steht noch in keiner Garage. Schade eigentlich

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