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Finovate 2013. Eine kurze Vorschau (Teil 3)

 

Finovate 2013

Seit heute morgen läuft die Finovate in London. Hier also der dritte Teil einer Vorschau, die eigentlich keine Vorschau mehr ist. Deshalb möchte ich vorab auch meine Rangliste der aktuell innovativsten Finanzunternehmen oder Finanzideen darstellen. Dabei nehme ich eine technologische Sichtweise ein. Alle aufgeführten Ideen haben aber das Potential die Finanzbranche elementar zu verändern, wobei diese Veränderungen auch inhaltliche Dimensionen des Bankings erreichen können.

Die Top Finance20 Unternehmen im Februar 2013.

1. Moven (ehemals Movenbank) 

www.moven.com

Moven hat erkannt, dass Banking gerade dann gebraucht wird, wenn Banken in der Regel nicht da sind. Nämlich bei unseren täglichen Finanztransaktionen. Menschen könne      vernünftig mit Geld umgehen, wenn sie bei ihren täglichen Unterscheidungen auf einfache und automatisierbare Unterstützungsleistungen zurückgreifen können. Moven bietet damit Banking für die 90 %, die bei den meisten Banken kaum entsprechend ihrer Bedürfnisse beraten bzw. denen wenig geholfen wird, da sie in der Regel zu den nicht lukrativen Kundengruppen gezählt werden. Moven bietet sowas wie Financial Performance Management. Wenn man will also bereits eine Weiterentwicklung des sich gerade auch hierzulande steigender Beliebheit erfreuenden Personal Finance Managements. Dem Kunden wird also geholfen mehr zu sparen. Sie erhalten besondere Angebote direkt während des Kaufprozesses. Sie erhalten Vorschläge für die richtige Zahlungsweise oder Finanzierung. Immer basierend auf dem Ziel nicht ins Minus zu geraten und irgendwelche Strafzinsen bezahlen zu müssen

2. Simple

www.simple.com

Simple ist offensichtlich noch nicht so weit wie Moven. Hier überzeugt aber vor allem die Vereinfachung des Bankings und der täglichen Entscheidungen. Das Angebot wird die zunehmende Zahl der Smartphone Nutzer und sicherlich auch die jüngeren Menschen stark ansprechen.

3. Go Bank

  www.gobank.com

Auch gobank geht in die Richtung von Moven und Simple und ist zudem der neuste Player in dieser Rubrik der Finanzdienstleister der nächsten Generation. Go Bank agiert ebenfalls überwiegend mobil. Im Gegensatz zu Moven greift gobank aber noch auf über 40.000 Geldautomaten zurück. Verwendet als Basis der Geschäftsbeziehung eine Debit Card. Bietet ein Online Scheckbuch (denn Schecks sind in den USA ja noch von Bedeutung), kann aber auch Geld transferieren an Freunde und ermöglicht die Anzeige des Kontostandes über das einfache ziehen eines Reglers auf dem Smartphone. Überziehungszinsen gibt es bei gobank übrigens auch nicht. Ach ja: Kunden können selbst entscheiden, wie viel ihnen dieser Dienst wert ist

4. Fidorbank

www.fidor.de

Zur Fidorbank muss man der deutschen Online Öffentlichkeit nicht mehr viel erzählen. Chris Skinner – Großbritanniens wichtigster Finanz Blogger – nennt sie „Most innovative bank in the world“. Fidor fehlt es zwar noch an einer überzeugenden mobile Strategie. Zumindest ist sie für Kunden noch nicht sichtbar und auch die User Experience ist nicht so elegant und intuitiv wie bei Moven, Simple oder gobank. Allerdings beschreitet die Bank mit ihrem Community Ansatz und mit den ständigen technologischen Weiterentwicklungen und Produktangeboten einen interessanten und absolut neuartigen Weg, der gerade in der Online Welt immer mehr Interessenten, Mitglieder und Kunden findet. Letzter Meilenstein für mich: Die Teilnahme am Sibos Projekt: The digital asset grid und das entsprechende Angebot der Fidorbank, die demnächst einen Online Tresor zum sicheren Datenaustausch anbieten werden, wenn ich das richtig verstanden habe.

5. Osper

https://meetosper.com/

Über Osper kann man noch gar nicht viel sagen. Bisher gibt es die Bank oder das Angebot nur in Form einer Internetseite auf der man sein Interesse an mehr Informationen bzw.  an der Teilnahme innerhalb der Beta Phase anmelden kann. Der Slogan „Positive Banking for Tomorrow’s Adults“ klingt aber sehr vielversprechend. Das Unternehmen baut die weltweit erste Bank für Kinder: „We’re empowering young people to manage their money responsibly
by building the world’s first children’s bank.“ Und natürlich spielt auch hier das Mobiltelefon als zentrale Plattform des Angebotes eine große Rolle.

Und was passiert auf der Finovate

Ich schreibe, also bin ich nicht da. Die Veranstaltung hat vor wenigen Stunden begonnen. Hier geht es zum twitter Feed. Neben den bereits vorgestellten Unternehmen erscheint mir das Angebot von freeagent.com recht spannend, die eine einfach Online Software für kleine Unternehmen anbieten und diesen dabei bei Aufgaben helfen, die ansonsten umfangreiche Kompetenzen und wohl auch Mitarbeiter erfordern würden, was für viele kleine Unternehmen schon in der Startphase sehr große Aufwände erzeugen kann. Auch hier haben Banken bisher wenig adäquate Angebote anzubieten. Sie schätzen nur ab, helfen aber recht wenig. Es ist davon auszugehen, dass in diese Lücke viele neue Unternehmen stoßen werden. Figo geht ja offensichtlich auch in diese Richtung, wie man im Figo Blog nachlesen kann.

Ebenfalls beachtenswert: Voice Trust. Voice Trust ist in den Bereichen Digital Payment und Biometrische Sicherheitsverfahren unterwegs, die natürlich mit dem fortschreiten des mobilen Internets immer wichtiger werden, da die Verfahren der alten Online Welt zunehmend nicht mehr hinreichend sind. Stimmerkennung ist spätestens seit Siri ein immer wichtiger werdendes Thema, das auch die Bankenbranche weiter bewegen wird.

Last but not least und unter den vielen spannenden Produktideen besonders bemerkenswert. Das openbank Projekt ist auf der Finovate angekommen. Die Bank als Plattform mit offenen Schnittstellen und offenen Transaktionsdaten für prinzipiell Jedermann.  Mit Transparenz gegen die Ursachen der Finanzkrise vorgehen. Eine ganz besondere Herausforderung. Mehr dazu in diesem Video:

Und hier geht es zur Website des open bank projects

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Teil 1 dieses Beitrages

Teil 2 dieses Beitrages

Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

  • Elmar Borgmeier

    Hallo HerrJanek,
    tolle Vorschau! Ich bin diesmal selbst auf der Finovate und starte von hier auch unseren neuen Blog: http://www.NextGenerationFinance.de . Irgendwie passend.

    Credit Agricole war sehr überzeugend mit ihrem App Store (Fremdapplikationen auf Basis ihrer Bank-API).

    Was die intellektuelle Analyse angeht, war Brett King heute wieder ein Highlight – das Smartphone als moderne Repräsentation des „Kontos“, so wie es vorher die Karte und noch früher der Kontoauszug war. Ja, so muss man das denken.

    Ich bin gespannt auf morgen.

    • electrouncle

      Hallo Herr Borgmeier,

      danke für Ihren Kommentar. Ich konnte in diesem Jahr aus verschiedenen Gründen nicht teilnehmen. Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie eine spannende Zusammenfassung Ihrer Eindrücke schreiben auf die ich dann verlinken oder die ich sogar übernehmen könnte. Die Entwicklungen der Crefit Agricole verfolge ich auch schon einige Jahre. Den „App Store“ halte ich für den richtigen Weg gerade für etablierte Banken. Die Commonwealth Bank hat ja ein Zahlungsterminal für FK für das externe Entwickler auch Anwendungen bereitstellen können, Figo geht diesen Weg auch und nur so können etablierte Player technologisch up to date bleiben. Wobei Technologie eben auch immer mehr den eigenen Marktvorteil bestimmt. Man könnte fast sagen: Erst jetzt erreicht Banking die Menschen, sie bisher zwar Kunden sein konnten, aber davon weniger hatten als die Banken selber.

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