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Finanzkrise und mindestens ein „Hallo- Effekt“

Der gr0ße Knall. Ein Fall für Mutti

In den letzten Tagen habe ich einige interessante Veranstaltungen besucht und habe auf dem Weg zu diesen Veranstaltungen auch den ein oder anderen interessanten Artikel gelesen. Auf der bankwirtschaftlichen Tagung der genossenschaftlichen Bankengruppe gab es beispielsweise sehr viele spannende Vorträge u.a. von den Herren Schäuble und Steinbrück. Natürlich spielte in diesem Umfeld die Banken- und Finanzkrise eine wichtige Rolle und beide Redner versuchten, trotz unterschiedlicher Meinungen, den Eindruck zu vermitteln, man habe die Entwicklungen im Griff.

Professor Walter Krämer von der Universität Dortmund ist hier offensichtlich anderer Meinung. Den interessanten Artikel aus der Wirtschaftswoche, möchte ich deshalb meinen Blog Lesern zur Lektüre ans Herz legen.

Irgendwann kommt in Europa der große Knall

So etwas möchte natürlich niemand hören. Nicht einmal Banker. Insofern trafen die beruhigenden Worte von Herrn Schäuble eher den Geschmack des Publikums. Das Angebot der aktuellen Regierung: Wir halten Euch von der Wirklichkeit fern. Mutti wird alles schon richten, wird deshalb ja auch von der Mehrheit der deutschen Wahlbevölkerung gerne angenommen. Besser es bleibt alles so wie es ist, da wissen wir was wir haben. Jeder neue Weg birgt ein neues Risiko, welches wir doch lieber vermeiden wollen.

Aber für die Politik und auch für die Banken gilt das Gleiche wie für uns alle. Alles verändert sich und alles verändert sich immer schneller. Es hilft nicht die Augen zu schließen und abzuwarten. Im Neuland lebt es sich weniger bequem. Dennoch warten wir alle ab, bis es zu spät ist, bis es knallt. Und am längsten warten die, die noch etwas zu verlieren und zu verteidigen haben. Millionen arbeitslose Jugendliche in Europas Krisenstaaten können ein Lied davon singen. Und leider gibt es auch in den nicht Krisenstaaten viel zu viele junge Menschen ohne Perspektive.

Hallo Hello Bank

Bleiben wir aber nochmal kurz bei den Banken. Vielfältige Einflussfaktoren wirken auf die Geschäftsmodelle dieser Unternehmen und dennoch wird den meisten Veränderungen und Einflüssen regungslos zugeschaut. „Wir müssen wieder gestalten“. Das war der bemerkenswerteste Satz in der Rede von Peer Steinbrück auf der BWT und er meinte damit nicht nur die anwesenden Vertreter der Banken sondern sprach ein allgemeines Problem an.

Eine Bank die offensichtlich gestalten möchte und dabei auch auf die Kunden setzt, ist die Hello Bank. Diese Bank hat ganz normale Verbraucher zu einem Co-Creation Workshop nach der Design Thinking Methode eingeladen und diesen live im Internet übertragen. Hut ab: Das ist ganz grundsätzlich die hohe Schule der digitalen Transformation. Wie einzigartig und nah am Kunden das Ergebnis letztendlich sein wird, lässt sich heute noch nicht sagen, denn jedes Projekt nach der Design Thinking Methode endet mit der „What works“ Phase, in der die Design Methode auf den Markt und vor allem die klassische Entwicklungsmethode der meisten Unternehmen trifft. Was bleibt also übrig und wird tatsächlich als Produkt oder Service umgesetzt.

Der Workshop der Hello Bank

Umfassender Artikel über den Workshop vom Teilnehmer und Finanzblogger Lothar Lochmaier

An dieser Stelle möchte ich aber auch mal eine Lanze für die Finanzbranche brechen. Sie verändert sich. Auch ohne externe Berater, Agenturen, Blogger usw. In den einzelnen Banken und Bankengruppen geschieht sehr viel. Auch wenn dies an der ein oder anderen Stelle noch nicht sichtbar wird. Für Außenstehende ist es allerdings auch kaum möglich einzuschätzen wie schwer Veränderung eigentlich ist, weil Banken neben allen kulturellen und strukturellen Problemen einer sehr starken Regulierung und Überwachung durch staatliche Institutionen, Verbraucherschützer oder auch der Medien ausgesetzt sind. Das ist gut so, aber es erzeugt eine Komplexität, die man erst einmal verstehen muss.

In eigener Sache

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Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

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