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Facebook verwirrt mich

Facebook love

Früher liebten alle Menschen Flipper. Heute lieben sie Facebook. Und nicht  nur Menschen lieben Facebook sondern auch immer mehr Unternehmen. Wundern muss man sich darüber nicht, denn Facebook buhlt ja geradezu um die Gunst von Unternehmen, denn die meisten Entwicklungen der letzten Monate dienen vor allem dazu, Unternehmen mehr und attraktivere Möglichkeiten zu schaffen, um auf Facebook ihrer Geschäftstätigkeit nachgehen zu können. Auch das ist wiederum nicht verwunderlich, denn irgendwie muss sich das gigantische weltweite Netzwerk ja finanzieren. Die zahlreichen Möglichkeiten verwirren jedoch offenbar vor allem jene Unternehmen, die ohne Strategie auf die Social Media Bühne treten.

Facebook ist in erster Linie Privatleben

So sehe ich das zumindest und in meinem privaten Facebook Profil stören mich Unternehmen häufig, denn viele Nachrichten wirken indisponiert, wenig inspiriert und allzu oft anbiedernd.

Hinzu kommt, dass, wenn man dann die Seiten der Unternehmen besucht, dort eine gewisse Unübersichtlichkeit exisitert und weiter wuchert:  Vollgepostete Pinnwände, Tabwüsten, Seiten, die auf andere Seiten verweisen, Gruppen und Untergruppen, etc. Manche Unternehmen investieren offenbar soviel Zeit in Ihre Facebook Auftritte, dass sie sich nicht mehr mit ihrer Internetseite beschäftigen können oder geben diese gleich ganz auf.  Die Zahl der Neuerungen, Erweiterungen und Anpassungen von Unternehmensangeboten wirkt mitunter verwirrend und erhöht die Unübersichtlichkeit für Unternehmen. Facebook arbeitet, beim Versuch das gesamte Netz (da schreckt man ja inzwischen auch nicht mehr vor dem Verstoß gegen ungeschriebene Social Media Prinzipien zurück ) zu beherrschen,  in einem Tempo, welches Privatleute und Unternehmen zu überfordern droht:

  • Braucht ein Unternehmen eine Seite oder einen Platz oder Beides?
  • Soll man mit Deals dealen?
  • Braucht ein Unternehmen mehrere Seiten oder sollen auch Gruppen verwendet werden?
  • Wie geht man mit Produkten und Angeboten um?
  • Braucht man viele oder wenig Fans?*
  • Soll man als Unternehmen oder über einzelne Mitarbeiter (also Profile) kommunizieren.
  • Was ist mit den Daten der Fans und darf man diese nutzen?

*Viele Fans schwächen offensichtlich den Dialog, wie diese Studie von emarketer belegt.  Aber auch das ist logisch, und einige Facebook Seiten sind schon eher wieder große Sender statt Dialogräume

In dem Begehren endlich Einnahmen, für das bei Spekulanten und Investoren eher überbewertete Unternehmen, zu generieren, kommen die Interessen der Menschen zu kurz, werden die positiven Elemente der Selbstorganisation und Kollaboration Stück für Stück erstickt. Douglas Rushkoff (lest seine Bücher)  schrieb vor kurzem in einem Artikel für die gdi – impuls: Verkaufe Deine Freunde nicht. Aber genau das möchten Unternehmen und möchte auch Facebook von uns erreichen, denn nur, wenn wir unsere Freunde verkaufen und die Tore zu ihnen öffnen, ist kommerzieller Erfolg für und über Facebook überhaupt möglich.  Facebook und alle anderen sozialen Netzwerke werden immer stärker zum Teil des ökonomischen Systems. Es gibt kaum noch einen Unterschied, weil die Menschen es nicht anders können oder anders wollen. Und Und Unternehmen können offenbar nicht anders sein.

Ihre Meinung ist gefragt. Was denken Sie?

Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

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