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Etwas Neues: Diesmal von Ihrer Bank?

Es gibt sie.

Innovative Banken. Ich meine nicht die ständige Anpassung von Konditionen oder das Angebot neuer – vermeintlich attraktiver – gut verpackter jedoch zersetzender Investmentprodukte. Auch die Möglichkeit, die Banking Pin selbst auszuwählen ist nicht gemeint. Fans und Follower sammeln schon gar nicht.

Gemeint sind Banken, die damit beginnen das Banking in das mobile, komplexe und immer schneller werdende Leben der Menschen zu integrieren. Banken, die verstehen, dass sich eigentlich nur wenige Menschen intensiv mit finanziellen Fragen beschäftigen möchten und können und die verstanden haben, dass es hoffnungslos ist die Menschen umzuerziehen oder an ihre soziale Kompetenz zu appellieren. Banking kann Spaß machen. Menschen haben jedoch unterschiedliche Vorstellungen von Spaß. Es macht zum Beispiel Spaß, wenn man seine finanziellen Angelegenheiten in guten Händen weiß, wenn einen die Bank mitmachen und mitentscheiden lässt und wenn die Bank sich kümmert und nicht verkauft und vor allem auch, wenn die Bank sich verändert und nicht immer gleich bleibt. Der Mensch mag Abwechslung.

Barclays ändert etwas

Die Barclays Bank hat offensichtlich verstanden, wie man mit der Zeit geht. Kritik an deren Geschäftsgebaren und der Rolle innerhalb der Finanzkrise blende ich hier mal kurz aus. Sie wäre sicherlich mehr als berechtigt. Aber in letzter Zeit läuft mir diese Bank sprichwörtlich immer über den Weg, wenn es um technische Innovationen geht.

Bereits im Jahr 2009 hat die Bank eine Flagship Filiale in London eröffnet, in der moderne Beratungskonzepte ebenso erlebbar sind, wie eine neue Generation von Selbstbedienungsterminals. Das Ganze gepaart mit einer beeindruckenden Architektur. Eine Filiale mit Ambiente, die man auch gerne einmal besucht, wenn man keine finanzielle Entscheidung treffen muss.

Vor einigen Wochen dann eine neue Kreditkarte mit Community Ansatz. Eine soziale Kreditkarte also. Die Inhaber der Kreditkarte ist Teil einer Community, welche Ideen zur Weiterentwicklung des Angebotes einbringen kann. Zusätzlich können Sie jederzeit die finanziellen Ergebnisse der Karte einsehen, werden also informiert wie die Bank damit Geld verdient und erhalten Anteile des erzielten Gewinns.

Die soziale Kreditkarte von Barclays

Auch das kontaktlose Bezahlen mit dem Mobiltelefon wird getestet. Barclaycard Inhaber können mit Hilfe eines Aufklebers, dem sogenannten Pay Tag auf der Rückseite ihres Mobiltelefons bezahlen. Allerdings bisher nur geringe Beträge. Dafür ist das Angebot kostenlos für Barclaycard Inhaber und in Großbritannien kann immerhin schon in der U-Bahn kontaktlos bezahlen.

So bezahlt man bei Barclays kontaktlos

Mit Pingit wurde nun eine Anwendung entwickelt, mit welcher Kunden und Nichtkunden Geldbeträge bis zu 300 Pfund per Mobiltelefon auf das Konto einer Person überweisen können, die diese dann von einem Geldautomat abholen kann. Täglich sollen sich 10.000 Menschen bei diesem neuen Dienst anmelden. Besonders junge Menschen interessieren sich für den Dienst, der aber bisher noch Personen vorbehalten ist, die älter als 18 Jahre sind. Schon bald – so Barclays – wird mobile Banking in der Zielgruppe der 16 -35,- jährigen die Banking Methode No.1 sein. Und dann muss dieser Zugang mehr leisten als das allseits bekannte und – sagen wir es ehrlich- extrem langweilige Online Banking

Artikel zu ping it aus dem Independent

Damit hört die Menge der Innovationen aber noch lange nicht auf. Zudem spürt man, dass es sich hier nicht nur um schlecht durchdachte Experimente handelt bzw. die Bank jeder technologischen und marketingtechnischen Kuh folgt, die gerade durch das Dorf getrieben wird. Die Bank hat eine Vision und folgt einer Strategie. Dabei spielt die mobile Technologie eine entscheidende Rolle. Banking wird beweglich. Nicht nur die Kunden auch die Mitarbeiter der Bank werden verstärkt Smartphones und Tablets nutzen, um ihre tägliche Arbeit zu erledigen. Die Bank entwickelt sogar einen eigenen internen App Store. Die Arbeitsprozesse der Berater und Angestellten werden App fähig gemacht und das funktioniert nur weil die Mitarbeiter an der Kundenstelle und die Entwickler ganz eng zusammen arbeiten. Die direkte Beobachtung der Arbeit und des Kunden, sowie der direkte Dialog führen zu einer Lösung und nicht das endlos beschriebene Papier der Pflichten- und Lastenhefte.

Lesen Sie das Interview mit Shaygan Kheradpir C00 von Barclays bei computing.co.uk

Fidorbank

Auch in Deutschland gibt es zumindest eine derart innovative Bank. Gemeint ist natürlich die Fidorbank, die glücklicherweise keine seit Jahrzehnten eingespielten und lange Zeit erfolgreichen Prozesse, Verfahren, Tlechnologien und Kulturen und deshalb wohl auch keine dadurch geprägten Mitarbeiter hinter sich herziehen muss. Veränderungen und neue Ideen sind demzufolge beinahe der Normalzustand. In dieser Woche wurde der „Like“ Zins ins Leben gerufen. Kunden können den Zins ihres Tagesgeldes beeinflussen, indem sie Fan der Facebook Seite werden. Wenn man so will eine Form des „Group Buying“. Das hat natürlich viel mit Marketing zu tun, macht auf der anderen Seite aber Spaß und vermittelt dem Verbraucher ein gutes Gefühl für die menschliche Konstruktion des Bankings. Denn wie viele Menschen und Banker halten den aktuellen Mainstream des Bankgeschäftes für eine beinahe natürliche Gegebenheit, die man nicht ändern kann. Dabei kann man sie nur deshalb nicht ändern, weil überall noch ein Mann von Goldmann Sachs sitzt.

Hier finden Sie mehr Infos zur Fidorbank und zum gefällt mir Zins

Und nun frage ich Sie – egal ob Sie Kunde oder Mitarbeiter einer Bank sind: Ist ihre Bank innovativ genug?

PS – Danke für die Inspiration an Chris Skinner und seinen The Financial Services Club Blog

Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

  • Olaf Taupitz

    Leider haben deutsche Unternehmen, sprich besser Konzerne keine wirkliche Innovation mehr an Bord, da man sich jeden Tag mit sich beschäftigt und möglichst keine Risiken mehr eingehen möchte. Aber es mehr kommen…

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