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Entschuldigung!

Ich muss mich jetzt einmal entschuldigen. Immer wieder fordere ich hier Veränderung: Von Banken und deren Mitarbeitern; Von Politik und den Politikern; Von Gesellschaft und uns Bürgern; usw. usw.

 

Veränderung ist zu einem wichtigen Begriff unserer Zeit geworden. Überall lesen und schreiben wir, dass wir uns verändern müssen und können nachlesen, wie wir uns verändern könnten(sollten). Und natürlich wie das geht mit dem Verändern. Wobei sich ja eigentlich alles immer irgendwie verändert uns das aber gar nicht richtig bewusst wird

 

Aber dennoch – und damit komme ich zum Punkt – verändern wir alle eigentlich nur sehr wenig oder fast nichts und von der kleinen Routine beim Frühstück bis zu den großen uns beherrschenden Systemen wie dem Kapitalismus bleibt alles irgendwie gleich. Still und heimlich hoffen wir darüber hinaus auf Jemanden, der jetzt einfach mal die ganzen Veränderungen für uns vornimmt und am besten so, dass es nicht weh tut und wir selber nichts machen müssen. Viel besser sind wir darin etwas nachträglich zu bereuen.

 

Also Asche auf mein Haupt. Das mit der Veränderung ist schwer, sehr schwer.

 

Stellt sich die Frage: Wieso wir uns mit der Veränderung so schwer tun? Also uns weder das Rauchen abgewöhnen können, obwohl wir wissen das es uns tötet. Oder weiter und trotzig Schweinefleisch essen, obwohl wir dann aussehen wie Regierungspolitiker. Oder uns mit krank machenden Hormonen vollstopfen und die Klimakatastrophe weiter befeuern

 

 

Die Neurobiologie hat in den letzten Jahren herausgefunden, dass wir sehr viel stärker genetisch bestimmt sind, als wir dachten und uns eingestehen möchten. Das geht so weit, dass es kaum noch realistisch ist vom vorhanden sein eines freien Willens auszugehen. Fast unser vollständiges Verhalten wird zu Instinkten und Programmen, die abgelegt und dann ohne Bewusstsein abgespielt werden. Und was da erst einmal drin ist, kommt so leicht nicht wieder heraus. Im Kampf der internen Zombie Systeme ist das Erlernte extrem beharrlich. Nur für das „Neu Erlernen“ soll das Bewusstsein überhaupt erforderlich sein. Wir besitzen – und das ist die gute Nachricht – aber die Fähigkeit neue Software zu entwickeln. Nur ist das im Falle der so gewünschten oder ersehnten Veränderungsbereitschaft eine Herkulesaufgabe. Mag diese eigentlich noch natürliches Grunderfordernis sein, so wird sie uns kulturell und in unserem Land ganz besonders nicht vermittelt und eher abgewöhnt.

 

Und ob die Antworten, die wir auf die Frage: Wie wir uns oder Organisationen verändern und wie wir Veränderung lernen können, überhaupt die richtigen sind, bleibt eine weitere entscheidende Frage? Können Banken beispielsweise so auf Veränderung ausgerichtet werden wie startups. Wahrscheinlich nicht. Es wird Menschen geben, die einfach besser mit Veränderung umgehen können und Gebilde, die besser geeignet sind, etwas neu zu erfinden, als über Jahre gewachsene Institutionen oder Unternehmen.

 

Wer oder was nimmt uns die Angst vor einer ungewissen Zukunft, denn nichts Anderes verlangt uns Veränderung ab. Wir würden sie besser gemeinsam bewältigen und dabei müsste alles riskiert werden, dass wir zu verlieren hätten und leider haben die Menschen unterschiedlich viel oder wertvolles zu verlieren. Es ist also nicht Eure oder Unsere Schuld. Wir können eben besser bereuen und das machen wir dann auch!

 

Lesetipp: Inkognito. Die geheimen Eigenleben unseres Gehirns  (David Eagleman)
Was wir bereuen, wenn wir sterben (gibt es auch als Buch)

 

Boris Janek

AUTHOR - Boris Janek

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